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Wanderer. Sand der Zeit

Bild von Anni-Potter

Wanderer. Sand der Zeit - CoverWanderer. Sand der Zeit - Cover

Ich habe mir lange überlegt, ob ich dem Buch lieber nicht 3 anstatt von 4 Sternen (5 Sterne sind möglich) geben sollte. Wieso es aber nun Vier bekommen hat, kommt in diesem Review.

Zuerst zum Cover: Ich finde es echt toll (keine lebenden Personen sind zu sehen, yihaa), die Farbgebung passt sehr und ich persönlich finde es sehr dem Buch angepasst. Episch, mysteriös und keineswegs kitschig.

Handlung
Die 16-jährige Emilia Sommer hat den Lebenstraum, auf die „Palaestra Viatorum“, eine Elite-Internatsschule zu gehen. Die sonst Einser-Schülerin fürchtet jedoch durch ihre miserable Kunstnote, die für die PV überaus wichtig zu sein scheint, nicht eingeladen werden zu können. Während eines Ausfluges in eine Kunstgalerie, bei dem Emilia die Chance bekommt, ihre Note aufzubessern, passiert etwas seltsames: sie beobachtet, wie ein Junge aus einem Gemälde auftaucht, nur, um durch das Gegenüberliegende zu verschwinden. Zuerst glaubt sie, sie hätte sich das alles nur eingebildet, bis ein zweiter Junge durch ein Gemälde kommt, scheinbar um den ersten Jungen zu folgen. Fest überzeugt, nicht zu träumen, spricht sie ihn an, wodurch der Junge überrascht zu sein scheint und kurze Zeit später verschwindet. Seit diesem Ereignis plagen sie Visionen, die sie sich nicht erklären kann, bis sie trotz schlechter Kunstnote überraschenderweise für einen Aufnahmetest an die Palaestra Viatorum eingeladen wird. Emilia erfährt durch die Prüfungen, dass diese Schule nicht wie jede andere ist und ihr Abenteuer erst beginnt.

Meinung
Als ich gesehen habe, dass Amelie ein Buch veröffentlicht hat, habe ich mich sehr darüber gefreut. Ich habe mir schon immer gerne ihre Buch (und Film) Rezensionen durchgelesen und konnte mir deswegen auch immer wieder gute Buchtipps einholen. Und da ich meistens auch immer eine ähnliche Meinung zu bestimmten Büchern hatte, dachte ich mir, dass „Wanderer. Sand der Zeit“ nur ein Hit werden könnte (kein Druck also). Wie man schon schön lesen kann, konnte ich nicht unvoreingenommen an das Buch herantreten. Wie ich am Anfang schon geschrieben habe, habe ich mir überlegt, dem Buch nur drei Sterne zu geben. Wieso also?

a) Die Charaktere
b) Die Ähnlichkeiten
c) Die Anspielungen

A) Die Charakter
Emilia, Max, Kit, Florian, Hora, Logan, Francesco, Mia, Fernando, Felicity etc. sind im Grunde gute Charakter. Ich hatte das Gefühl, dass Amelie sie gut durchgedacht hatte, jedoch mit ihnen nie weit in die Tiefe gegangen ist. Sie nerven mich nicht (zumindest nicht im The Selection Ausmaß), jedoch fand ich sie oft einfach so klischeehaft, dass es mir fast immer wehgetan hat, wenn es mal wieder zu so einer klischeehaften Handlung der Charaktere kam. Emilia war die, die teils immer heulend zusammengebrochen war und irgendwelche Kommentare abgegeben hat (und dadurch sehr kindlich rübergekommen ist, nicht wie 16). Max kam schon eher wie 19 rüber, ärgerte mich aber immer mit der Tatsache, wie hin und hergerissen und weich rüberkam? Edward Cullen mäßig würde ich fast sagen, aber das wäre schon zu übertrieben. Sehr, sehr aufopfern. Kit hatte immer einen frechen Spruch auf den Lippen, war sehr wild und aufbrausend, war also das perfekte Gegenteil von Emilia. Die Bösen waren auch einfach so typisch. Hatten die Weltherrschaft im Sinn, die selben Sprüche auf den Lippen, die man als Leser einfach nur erwartet und einfach nicht mehr lesen kann. Und dann diese „auf die böse Seite“ wechselnden Personen oder auf die „gute Seite wechselnden“ (ich rede von dir, Logan). So. viele. offensichtliche. Sachen. Aua. (Ach ja, Niccolo hatte zu wenig „Screening-Zeit“ !!)

B) Die Ähnlichkeiten
Ich schreie nur Kerstin Gier und Die Edelstein-Trilogie. Emilia und Kit oder Gwendolyn und Leslie? Zeit? Gideon aka Max? Das geflohene Ehepaar? Okay, das mit der Zeit war sehr ausgedehnt gemeint, denn da kann man ja ne Menge schreiben und schreien, die Handlung habe Parallelen. Übrigens kam es mir teilweise so vor, als würde ich einen Kerstin Gier Roman lesen. Was Humor und Charaktere angeht, das war es aber schon.

C) Die Anspielungen
Das läuft jetzt ganz besonders auf den persönlichen Geschmack hin. Man kann das jetzt mögen oder hassen. Ich in meinem Fall kann es absolut gar nicht leiden, wenn Anspielungen wie Harry Potter, Edward Cullen, Spiderman etc benutzt werden. Dadurch wirkt es für mich so, als würde man es a) ganz dringend brauchen, bekannte Themen des 21. Jahrhunderts aufzugreifen und einbringen zu lassen, um ein paar Lacher dem Leser zu entlocken und sowieso beliebte Themen mit einbringen zu müssen, b) so den Roman zu „entzeitlosen“ c) man muss die Anspielungen kennen, um den Witz zu verstehen. Hoffentlich ist es klar, was ich damit meine.

> Und was mochte ich jetzt so genau an dem Buch, dass es doch vier Sterne bekommen hat?

Das Wandereruniversum. Das Internat (ich liebe Geschichten, in denen Internate vorkommen). Ausbaufähige Charakter. Ganz ehrlich, aus der Handlung kann man so viel machen, die Charakter können so viel besser werden, wenn man ihnen mehr Platz gibt (anders gesagt: ich will nach dem Ende einen zweiten Band). Ich weiß einfach, dass es Amelie besser kann und deswegen muss man der Geschichte einfach eine Chance geben. Ich mochte den Humor, nur war er mir manchmal einfach zu kindlich (Jugendbuch hin oder her, wenn ne 16-Jährige rüberkommt wie 10 geht das nicht). Das Problem hatte ich auch schon mit Kerstin Gier bei Silber und ich hoffe sehr, dass sich das noch bessern wird.

Fazit
Nichtsdestotrotz würde ich „Wanderer. Sand der Zeit“ weiterempfehlen anhand der Handlung, die noch großes Potential aufweist, des Humors und der Charakter. Denn hey, die sind liebenswürdig (wenn auch manchmal zu sehr) und für den Sommer ist Wanderer sehr schön zu lesen.


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