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Das geraubte Leben des Waisen Jun Do

Bild von kiwii.chaotic

Autor: Adam Johnson
Titel: Das geraubte Leben des Waisen Jun Do
Originaltitel: The Orphan Master’s Son
Genre: Roman
Erschienen: 2013
Verlag: Suhrkamp Verlag
Umfang: 684 Seiten

Der Waise Pak Jun Do wächst unter bescheidenen Verhältnissen im Waisenheim Frohe Zukunft in Nordkorea auf. Er arbeitet hart, kennt keine Spielfilme, keine Liebe und auch kein Vergnügen. In seiner Jugend wird er ins Bergwerk degradiert und erwirbt die Fähigkeit, im Dunkeln zu sehen. Zu sehen und zu kämpfen. Doch damit beginnt erst das Leben eines Mannes, der viele Leben leben wird.

Als ich das Buch begonnen habe, wusste ich nicht, was ich davon halten sollte.
Als ich die Hälfte gelesen hatte, wusste ich es immer noch nicht.
Heute habe ich es fertig gelesen und weiß immer noch nicht.

Im Allgemeinen ist es kein wirklich brillantes oder schlechtes Buch. Das begründet sich darin, dass der Protagonist nie wirklich sympathisch oder unsympathisch wirkt. Ich persönlich fühlte auch nicht unbedingt mit Jun Do mit, obwohl es zahlreiche Situationen gäbe, in denen Mitgefühl durchaus aufkommen könnte. Dennoch beschreibt der Autor diese immer auf eine Art und Weise, dass man als Leser nicht direkt berührt wird.
Was dieses Buch ausmacht, und womit es den Pulitzer Preis auch wirklich verdient hat, ist die Tatsache, wie glaubwürdig die Situation der Bewohner Nordkoreas beschrieben wird. Adam Johnson tut das nie auf eine aufbauschende und eindringliche Art und Weise – er beschreibt einfach. Und dieser Stil passt perfekt zur Umgebung Nordkoreas, einem Land, dessen Bewohner nicht wissen, wie unsere Welt aussieht, die nur eine Propaganda-Version von dieser geschildert bekommen. Bewohner einer Diktatur können es sich nicht leisten, eine eigene Meinung zu haben, sie müssen es sogar fürchten. Und das bringt der Autor auf eine so ehrliche Art in die Geschichte ein, dass man als Leser sehr nachdenklich zurückgelassen wird.


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