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Schwächer als der erste, aber nicht schlecht

Bild von Zeliba

Cover

Auch hier finde ich das Cover unheimlich schon. Nicht zuletzt, weil es in der ganzen Art so nah an Band 1 grenzt. Besonders dass das hinterliegende Schuppenmuster wieder vorzufinden ist, finde ich Klasse. Das Drachenmotiv zeigt, hervorragend passend zum Buchthema, einen chinesischen Drachen. Das Emblem umrandet einen chinesischen Pavillon und ist ebenfalls wie Band eins durch eine wunderschöne Prägung hervorgehoben.
Und jedem, dem dieses Cover vielleicht doch nicht zusagt, gibt es natürlich auch eine Alternative. Nicht unbedingt meine erste Wahl, aber Geschmäcker gehen ja zum Glück auseinander: :3

Handlung

Das Unglück brandet über Laurence und seinen Drachen Temeraire, in Gestalt einer chinesischen Delegation, hinweg. Der Bruder des Kaisers persönlich hat den beschwerlichen Weg von China bis hin nach Dover unternommen, um den Himmelsdrachen Temeraire zurück in sein Heimatland zu holen. Das Selbiger wenig angetan ist von der Vorstellung sich von seinem Kapitän zu trennen, macht es dem Prinzen nicht gerade einfacher.
Wo Lügen schlussendlich fast zu einer Katastrophe führen, entschließt sich schließlich der Prinz Laurence mit auf die Rückreise zu nehmen.
Unter dem Deckmantel Temeraire sein Geburtsland zu zeigen, macht sich Drache und Kapitän auf die lange Reise. Doch das Laurence unerwünscht ist, macht sich bald in mehr als abfälligen Blicken bemerkbar . . .

Schreibstil

Und wieder führt uns die Autorin mit ihrem wundervollem Stil ins 19. Jahrhundert und geht diesmal sogar so weit ein anderes Land mit hineinzuziehen.
China.
Die Fremdartigkeit deren Sitten und Gebräuche, aber auch die Schönheit des Landes und der Architektur wurden durch Naomi Novik lebendig. Ich sah die Drachen mit ihren seidenen Geschirren genauso vor mir, wie ich es mit den Pavillons und den reich bestickten Gewändern tat. Diese Lebendigkeit der Sprache hatte mich schon im ersten Band der Reihe tief beeindruckt.
Was mir besonders positiv aufgefallen war, ist das die Sprachbarriere zwischen den beiden Nationen wirklich einmal deutlich zur Geltung gebracht wurde. Zwar gab es natürlich die Übersetzer, aber das wars dann auch schon. Laurence hat oft mit der fremden Sprache zu kämpfen.

Charaktere

Viele alte und lieb gewonnene, aber auch viele neue Charaktere treten mit der Fortsetzung der Reihe auf den Plan. Wie gewohnt nehmen Laurence und Temeraire wieder einen wichtigen Part in diesem Buch ein. Dabei bleiben sie ihrer Art selber treu, entwickeln sich aber auch weiter. So lernt Laurence eine überraschende Lektion in puncto Eifersucht und auch Temeraire hat so die ein oder andere Erkenntnis, sowie einen Traum für sich mitnehmen können. Ein Charakter der mir so gut, wie das ganze Buch über auf die Nerven ging, war dieser Diplomat. Ich wurde einfach die ganze Zeit das Gefühl nicht los, dass es ihm im Grunde egal ist, wie es in China ablaufen würde, solange er selbst das für sein Land erreichen konnte, was er sich erhoffte. Da hatte also nicht nur Laurence seine Schwierigkeiten damit, mit ihm klarzukommen. ;) Das gleiche hätten wir bei dem chinesischen Prinz. Jedes Mal wenn auftauchte, sprang die Gefühlswelt von Laurence unwillkürlich auf mich über. Ständig diese Versuche die beiden zu trennen. *Kopfschüttel* Hier hat es Naomi Novik wirklich geschafft, einen vom ersten Auftritt an komplett unsympathischen "Bösewicht" zu schaffen. Für jeden der Roland aus dem vorherigen Band genauso arg ins Herz geschlossen hat wie ich, dem sei gesagt, das ihr beruhigt sein könnt. Zwar rutscht er hier eher in eine Nebenrolle ab, aber immerhin müssen wir nicht ganz auf sie verzichten. :)

Meinung

Das mich auch das zweite Buch der Reihe begeistert hat, ist wohl nicht zu überhören. Ich liebe einfach ihren Stil, mit der sie es auch diesmal wieder schaffte die reale Geschichte, mit dem Fantasie-Element der Drachen zu verbinden, ohne das man den Eindruck hat, es wäre so weit aus der Luft gegriffen. Alles wirkt realistisch und ich lasse mich schon nach wenigen Seiten genau auf diese Welt ein.
Etwas anderes ist, das ich durch die Fülle an Charakteren nicht einmal das Gefühl hatte, durch selbige überrannt zu werden. Irgendwie behält man einfach den Überblick. Vielleicht dadurch, dass jeder auf seine Art eine ganz einzigartige Persönlichkeit ist? Ich weiß es nicht, aber gefallen tut es mir auf jeden Fall. Da konnten nicht einmal die Unmengen an chinesischen Namen etwas daran ändern. ;)
Ohne Abzug kommt mir das Buch jedoch dieses Mal nicht ganz davon. Da der Großteil des Buches auf dem Schiff in Richtung China abläuft, passiert natürlich einfach nicht so viel, was über das normale Daily life hinausgeht. Zumindest wenn man sich mal etwas Kampfaktion oder die von mir geliebten Trainingseinheiten wünscht. Was hier in diesem Buch eher im Vordergrund steht, sind die Ränkespiele der chinesischen Delegation. Dies nimmt dem Buch natürlich, zumindest für meinen Geschmack, dann doch etwas die fahrt heraus.
Trotz des durchaus ruhigeren Tons in Drachenprinz hat mir das Buch viel Spaß gemacht und wieder durch Stil und Charaktere überzeugen können.


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