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Der dunkle Kuss der Sterne

Bild von Levenya

Der dunkle Kuss der Sterne

Nina Blazon las schon als Jugendliche mit Begeisterung Fantasy-Literatur. Selbst zu schreiben begann sie während dem Studium. Ihr erster Jugendroman wurde mit dem Wolfgang-Hohlbein-Preis und dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet. Die erfolgreiche Kinder- und Jugendbuchautorin lebt in Stuttgart. Quelle

http://www.ninablazon.de/

Erster Satz:
„ Am Morgen vor meiner Hochzeit erwachte ich, ohne zu ahnen, dass ich tot war, obwohl mein Herz noch schlug.“

Klappentext:
Die finstere Vergangenheit der Macht

Canda, eine junge Frau der obersten Kaste Ghans, wacht nach einem schrecklichen Albtraum auf und erkennt sich selbst nicht mehr im Spiegel: Es ist ihr Gesicht, das ihr entgegenblickt, aber etwas ist verloren gegangen. Ihr fehlt der Glanz, mit dem sie alle bezaubert hat. Und Tian, dem sie versprochen war, ist spurlos verschwunden … Ihre eigene Familie verstößt sie und lässt sie wegsperren, doch Canda entkommt. Und trifft ausgerechnet auf die Mégana, die Herrscherin des Landes, die ihr einen erstaunlichen Handel vorschlägt: Sie stellt Canda einen Sklaven, den geheimnisvollen Amad, zur Seite, um Tian zu suchen. Doch der Preis, den Canda dafür zahlen muss, ist hoch, und ihre Suche führt auf ungeahnte Wege …

Cover:
Das Cover ist wunderschön gestaltet und hat sofort meine Neugier geweckt. Es ist sehr hochwertig verarbeitet und hat Glanzeffekte. Die Farben sind sehr passend zum Thema der Sterne und die Gesichter passen, jetzt im Nachhinein betrachtet, perfekt zum Inhalt. Ich sagen muss, dass dieses Cover sich von „Faunblut“ und „Ascheherz“ abhebt, obwohl es mit in die Reihe gehört. Dennoch gefällt es mir ausgesprochen gut!

Leseprobe

Interview mit Nina Blazon

Meinung:
Als großer Nina Blazon Fan habe ich schon lange auf ein neues Werk von ihr hingefiebert. Auf der Leipziger Buchmesse 2014 war ich auf einer Lesung von ihr, bei der sie aus diesem Werk gelesen hat. Es war unglaublich und ich musste mir das Buch sofort loslegen. Wieder einmal wurde ich nicht enttäuscht!

Die Geschichte erfahren wir aus Sicht von Canda Moreno, die zur obersten Kaste der reichen Stadt Ghan gehört. Ihr Schicksal soll es sein, eines Tages mit ihrem Geliebten Tian, mit dem sie nach ihrer Hochzeit eine Zweiheit bilden wird, über Ghan zu herrschen.
In der ersten Hälfte des Buches lernen wir eine Canda kennen, die gelenkt wird durch ihre Gaben. Ihr gesamtes Weltbild, ihr Handeln und ihre Gefühle richtet sie danach aus. Dennoch ist sie tief in ihrem Herzen eine sehr liebevolle und loyale Person, die für ihre Liebsten alles tun würde. Ich mochte sie auf Anhieb, obwohl mir ihre sehr naiven Sichtweisen und ihr „Schubladen-Denken“ ziemlich auf die Nerven gingen. Andererseits hat sie es nie anders gelernt und ist trotzdem so mutig, über das Gelernte hinaus zu blicken und sich unschöönen Wahrheiten zu stellen. Nach und nach entdeckt sie sich selbst und erkennt, was sie wirklich ausmacht, hört auf ihre Gefühle und entdeckt die Freiheit. Eine dramatische Entwicklung zu einer mutigen, aufgeschlossenen und herzlichen jungen Frau, die für die Freiheit sogar ihre rosige Zukunft und ihre Familie aufgibt.
Amad, die andere Hauptperson neben Canda, war mir auch gleich sympathisch. Mit seiner ruppigen und schroffen Art stößt er bei Canda sofort auf Gegenwehr. Die Streitereien der beiden sind herrlich erfrischend und sehr amüsant. Die beiden sind sich im Grunde ähnlicher, als sie sich eingestehen wollen. Amad umgibt bis zum Ende ein Geheimnis, das erst ganz spät gelüftet wird und das mich total überrascht hat. Er ist ein sehr interessanter Charakter, der genau wie Canda wieder zu sich selbst finden muss, der sich selber verzeihen muss und der sich schmerzlich nach Freiheit sehnt. Beide zusammen sind einfach großartig!
Aber auch die übrigen Charaktere, wie z.B. Tian, dessen Beweggründe sich auch erst spät erschließen und mich überraschen, Kallas oder Vida sind alle so liebevoll und einzigartig gestaltet worden. Alle sind tiefgründig, vielschichtig und facettenreich, sodass die Spannung bis zum Ende erhalten bleibt. Kein Charakter ist nur gut oder nur böse. Wirklich jeder macht eine Entwicklung durch, macht unschöne und schöne Erfahrungen und erfährt eine lange gehütete Wahrheit.

In diesem Buch tauchen wir in eine Wüstenwelt ein und erkunden wieder einen ganz neuen Abschnitt der Welt, die wir bereits aus „Faunblut“ und „Ascheherz“ kennen.
„Diesmal geht es in einen anderen Winkel der Welt, durch düstere Wüsten voller Dämonen und über ein gefährliches grünes Meer, zu Wesen, die den Zorya in mancher Hinsicht ähnlich sind (aus gutem Grund, die Themen Schlaf und Tod sind ja verwandt), die aber ganz andere Aufgaben für die Hauptfigur namens Canda Moreno bereithalten.“ Quelle

Dieser neue Abschnitt der Welt hat mich wieder voll und ganz verzaubert. Nina Blazon schafft es immer wieder aufs Neue, andere Mythen, Fabeln und phantastische Elemente einzubauen, die wie selbstverständlich in diese Welt gehören. Ich weiß nicht, was mich mehr überzeugt hat. Die Traumwanderungen, das Geheimnis um die Gaben, das ich einfach großartig fand, oder die Geschichte der Sterne, hinter denen Freundschaft, Verrat und Krieg steht. So viele Geheimnisse, Facetten und Charaktere und dennoch verliert Nina Blazon nicht den Überblick. Elegant schafft sie es, den Leser zusammen mit Canda zum Ende ihrer Reise zu bringen, alle Fragen zu beantworten und eine logische Verbindung zu allen Elementen, Personen und Geheimnissen herzustellen.

Auch die Liebe kommt nicht zu kurz und wird in vielen verschiedenen Formen beschrieben. Canda selbst lernt verschiedene Formen der Liebe kennen. Die Zweiheit, die in Ghan als höchste Form der Liebe gilt und für Canda immer alles darstellte, entpuppt sich für sie als Zweckgemeinschaft. Zum ersten Mal erlebt sie, dass sie um ihretwillen und nicht aufgrund ihrer Gaben geliebt wird und sie darf frei entscheiden zu lieben. Ihre Liebe zu Tian wird auf eine harte Probe gestellt und die Liebe zu Amad, die neu in ihr entflammt, stellt sich als etwas ganz Neues, noch nie dagewesenes und echtes heraus. Es ist wunderschön von der Autorin beschrieben und lässt mein Herz aufgehen.

Den Schreibstil von Nina Blazon kann ich nur als einzigartig, wunderschön und Wort gewand beschreiben. Sie versteht es wie keine andere, mit Worten, Namen und Erzählungen zu verzaubern. Jedes Mal aufs Neue schafft es Nina Blazon mich voll und ganz zu verzaubern, mich zum Stauen und zum dahin schmelzen zu bringen und eine Welt zu erschaffen, aus der ich gar nicht mehr auftauchen möchte.

Ich kann dieses wundervolle Buch wirklich nur jedem empfehlen, der in eine verzauberte Welt mit grandiosen Charakteren, Geschichten und Legenden eintauchen will. Nina Blazon überzeugt einfach immer und ich hoffe sehr, dass wir noch viel von ihr werden lesen dürfen.

Lg
Levenya
http://levenyasbuchzeit.blogspot.de/


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