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Super!

Bild von Zeliba

Cover

Genau wie der erste Band der Arkadien-Trilogie, so ist auch dieser hier eine wirkliche Augenweide. Die flammenden Töne im oberen Bereich unterstreichen den Titel, im Hintergrund sieht man New York und die Schemen der Raubkatzen und der Schlange, die man nur bei ganz intensiver und naher Betrachtung auch richtig erkennen, kann (Fellmuster ect.) lauern im Vordergrund des Covers. Die Wahl der Farben finde ich sehr stimmig, ebenso das Motiv, den die aufgeführten "Charaktere" findet man doch schnell zwischen den Seiten wieder. In der Innengestaltung bleibt der Band ebenfalls seinem Vorgänger treu.

Handlung

Eigentlich flieht sie nur. Vor ihren "Beratern", die sie im Grunde nur für ein dummes Kind halten, vor dem Hass der anderen Mafiaclans und dem unangenehmen Anwalt ihrer Familie. Keiner hatte geglaubt das Rosa das Erbe ihrer Tante Fiona wirklich antreten würde. Nun hatten sie Sie am Hals. Und keinem passte es, dass sie auf der Gehaltsliste einer 18 jährige Göre standen. Sie brauchte Abstand.

“Wahrscheinlich werde ich jede Nacht von dir träumen", sagte er. "Und wenn ich aufwache, weiß ich, dass der beste Teil des Tages schon vorbei ist."
"Das hast du irgendwo gelesen."
"Hab ich nicht.”

Doch ihre Reise nach New York verläuft alles andere als angenehm.
Ein Zufall lässt sie in die Scherben ihrer Vergangenheit treten, als ihr plötzlich von einer alten Freundin ein Video zugespielt wird, erkennt sie das wahre Grauen hinter ihren verdrängten Erlebnissen. Wut vermischt sich mit Fassungslosigkeit.
Wie hatte er sie nur so verkaufen können?. . .

Schreibstil

Wieder begleiten wir Rosa durch das Buch und machen uns mit ihr zusammen auf die Suche nach Antworten. Denn Fragen häufen sich wieder an und glaubt man, eine gelöst zu haben, so bemerkt man nur allzu bald das sich dahinter im Schatten noch drei Dutzend andere lauerten.
Genau das ist die Art wie Kai Meyer mich vom Beginn an in den Band zog. Nachforschungen steigern sich zu Höhepunkten und die Rasanz im Text lässt nur wenige wirkliche Atempausen zu. Immer etwas Neues, ohne jedoch den Faden zu verlieren. Alessandro rückt dabei etwas in den Hintergrund. Zwar ist er immer für Rosa da und unterstützt sie, auch mal mit Zähnen und Klauen ;), jedoch stehen klar Rosas Nachforschungen im Mittelpunkt des Geschehens. Sei es Antworten darauf zu bekommen, was dieses Video wirklich zu bedeuten hatte, über die Statuen der Arkadier oder wahlweise dem Massengrab, welches Iole im Kühlhaus ihres Heims entdeckt hatte. Und das dies in Mafiakreisen nicht immer ungefährlich ist, versteht sich schon fast von selbst.

Charaktere

Kaum mit dem Buch begonnen freute ich mich schon auf die bereits lieb gewonnen Charaktere. Dabei hat mich besonders positiv überrascht, dass zwischen den Bücher Zeit lag, und die Charaktere diese augenscheinlich auch mal genutzt haben. So hat sich die Beziehung zwischen Rosa und Alessandro weiter vertieft und ungeahnte kleine Problemchen an den Tag befördert. Gleichzeitig haben sie sich auch auf die Suche nach den, in Band eins erwähnten, Statuen der Arkadier begeben.
Sprich also, die Charas blieben einmal nicht untätig Sitzen und warteten darauf, was der Autor nun als Nächstes mit ihnen vorhatte, sondern ergriffen Initiative und wurden dadurch einfach noch Lebendiger.
Oder wie oft hattet ihr es beim Lesen schon, das zwischen zwei Teilen mal gut ein halbes Jahr Platz ist, sich die Charas aber nicht mal etwas entwickelt haben?
Hier hat der Autor das Problem und kleines Ärgernis für pingelige Leseratten wie mich ;), erkannt und locker ausgehebelt. Rosa und Alessandro bleiben sich von ihrer Art her treu, werden jedoch auch älter und reifer. Einfach Erwachsener. Auf die kleinen Geplänkel der Zwei, oder Rosas Sprüchen, muss man aber dennoch nicht verzichten. Einen Charakter, den ich hier aber noch besonders erwähnen möchte, ist die junge Iole. Diese lebt nun inzwischen bei Rosa, und auch wenn sie so ganz ihren eigenen Kopf hat, und von ihrer Umwelt gerne mal als beschränkt und unzurechnungsfähig beschrieben hat, sollte man sie wirklich nicht unterschätzen. Es scheint mir oft einfach so, das sie sich in "normalen Dingen" wie ihren Privatunterricht langweilt, gleichzeitig ist sie aber ziemlich pfiffig im Kopf, wenn es darum geht, Schlüsse zu ziehen oder Ähnliches. Etwas das Rosa oft genug erfährt.

Meinung

Noch Spannender. Noch Rasanter. Noch mehr Geheimnisse.
So lässt sich der zweite Band der Arkadien-Trilogie wohl am besten Beschreiben. Denn es bleibt nur wenig Zeit zum Durchatmen. Ständig passiert etwas, die Aktion bleibt nicht außen vor und durch das Einweben von Geheimnissen, Vergangenheit, Vermutungen und hier und da einer kleinen Intrige, ist es schwer sich von den Seiten loszureißen. Dazu kommen wieder die tollen Charaktere, bei denen man auch wunderbar eine Entwicklung feststellen kann. Die verschiedenen Handlungsstränge verlaufen gut erkennbar und oft ist es wirklich so das man Dinge, die man bisher gut und systematisch getrennt hat, durch wenige Worte zusammengeführt werden, ohne das die Logik darunter zu leiden hat. Was mir auch sehr gut gefallen hat, ist das die beiden ja nun inzwischen ein Paar sind, aber der Autor mich mit übertriebenen Schmalz-Knutsch-Szenen verschont. Alles bleibt in diesem Bereich, in dem man einfach dahinschmelzen will. Süß statt schleimig. So habe ich das gern.

Fakt ist, das Arkadien brennt seinen Vorgänger sogar noch übertrumpft. Ich bin einfach restlos begeistert von diesem Buch. Diese Struktur, der Stil, die Mischung. Einfach Top!


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