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Blind Walk

Bild von Möp

Niemand weiß, wie lange Sterben dauert.
Wo es beginnt, wann es endet und erst recht nicht, was danach kommt. (S. 303)

Inhalt
In diesem Buch lernen wir die 17-jährige Protagonistin Lida kennen, die sich zusammen mit ihrem 20-jährigen Freund auf einen Trip in die Wildnis begibt. Gemeinsam mit fünf anderen jungen Erwachsenen und ein bisschen Ausrüstung werden sie mitten in einem Wald ausgesetzt und müssen nun versuchen, sich ihren Weg zurück in die Zivilisation zu bahnen. Doch recht schnell macht die Gruppe eine grausige Entdeckung als sie die Leiche eines der Männer, die sie herbrachten, findet und sich zusehends beobachtet fühlt. Alle sind sie auf der Hut, doch die Spannungen nehmen zu, jeder verdächtigt nun jeden und der Leser stolpert mitten hinein in eine aufregende Geschichte voller überraschender Wendungen.

Meine Meinung
Alles in allem hat mir dieses Buch wirklich gut gefallen, ich habe mich durch und durch unterhalten gefühlt, auch wenn es manchmal einige logische Schwächen gab.

Doch zunächst zum Schreibstil: Dieser war mir von der ersten Seite an sehr sympathisch, denn wir haben es hier wieder einmal mit dieser Sorte Schreibstil zu tun, die einen von der ersten Seite an fesselt und die Zeilen nur so dahinfliegen lässt. Das Buch liest sich wie Nichts und war wirklich angenehme Unterhaltung. Die Charaktere sind jeder für sich einzigartig und interessant, man weiß oft bis zum Schluss nicht, in welchen Beziehungen sie zueinander stehen und das ist es, was auch den Charakter dieser Geschichte ausmacht. Die einzelnen Figuren trauen sich gegenseitig nicht, überall wird gemutmaßt und man kann als Leser immer nur mitraten, eigene Vermutungen aufstellen und letztendlich herausfinden, dass eigentlich doch alles ganz anders ist. Das hat mir an „Blind Walk“ wirklich gefallen, da so sehr viel Spannung aufgebaut wurde.

Gut fand ich auch, dass dieses Buch weit über die Grenzen des klassischen Jugendbuch Genres hinausgeht, denn hier geht es nicht nur um Spannung, Abenteuer, die erste Liebe oder typische Teenagerprobleme, nein hier geht es um viel mehr. Hier geht es um ernste, politisch wie auch gesellschaftlich brisante Themen wie z.B. illegalen Organhandel oder auch um medizinisch sehr interessante Fragen wie z.B. jene, welche Wahrnehmung Komapatienten während ihres Komas überhaupt haben. All diese Themen scheinen auf den ersten Blick überhaupt nicht mit dieser sieben-Jugendliche-machen-ein-Survival-Camp-Geschichte zusammenzupassen, doch kann ich sagen, dass der Zusammenhang schließlich erstaunlich gut hergestellt wird und noch ein bisschen mehr Tiefe in das Buch bringt.

Dennoch muss ich anmerken, dass diese Geschichte oft auch an die Grenzen der Logik stößt. Natürlich kann man hier keine zu 100% authentischen und realistischen Geschehnisse erwarten, da die Autorin auch viel Fantasie und Mystik eingebracht hat, aber dennoch fehlten mir gerade zum Schluss ein wenig die logischen Zusammenhänge. Da ging es mir dann einfach ein bisschen zu schnell und einige dieser „zufälligen“ Fügungen hätte es in der Realität sicherlich nicht so gegeben.

Fazit
Insgesamt betrachtet habe ich mich von „Blind Walk“ jedoch gut unterhalten und gefesselt gefühlt und bin der Meinung, dass hier mal wieder ein schönes Jugendbuch mit auch etwas mehr Tiefgang auf den Markt gekommen ist. Hier geht es um mehr als nur ein spaßiges Abenteuer und das ist, was mich auch ein wenig nachdenklich zurückgelassen hat.


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