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Ungewöhnliche Perspektiven!

Bild von kiwii.chaotic

Autor: Do van Ranst
Titel: Dünn
Originaltitel: Dun!
Genre: Jugendroman
Ersterscheinung: Mai 2014
Verlag: Carlsen
Umfang: 192 Seiten

Fee ist abgehauen. Einfach so. Sie ist weggelaufen, hat einfach den Zug genommen und ist in die Stadt gefahren. Dort irrt sie jetzt ziellos umher und isst überall etwas, wo man etwas essen kann. Überhaupt isst sie sehr gerne und vor allem sehr viel. Die 16-Jährige stopft es regelrecht in sich hinein.
Doch sie weiß, sie kann nicht ewig so weitermachen. Nicht, weil sie kein Geld hat, nein. Aber sie will, dass ihr Vater, ein bekannter Schauspieler, und ihre beste Freundin und ihr Freund sie vermissen, will, dass sie ihnen fehlt. Und deshalb muss sie noch eine Weile in der Stadt bleiben. Wie lange? Unklar.

Das zentrale Thema von Do van Ransts neuestem Roman ist das Essen. Die ganze Handlung ist auf diesem und um dieses Thema herum aufgebaut. Meiner Meinung nach ist dies eine sehr wichtige Angelegenheit, vor allem in einer Zeit wie dieser mit ihren teilweise abartigen Schönheitsidealen und dem Druck, der von (neuen) Medien ausgeht. Aber auch in Anbetracht vieler neuer Trends, wie gesunder Ernährung, einem gesunden Leben und Fitnesswahn, die vor allem auch von Jugendlichen verfolgt werden, ein Thema, über das man reden muss.
Der Autor hat dieses Thema sehr neu aufgefasst, indem er eine Ich-Erzählerin in den Mittelpunkt stellt, deren Erzählung sarkastisch, beiläufig, ja ironisch wirkt. Zudem wirkt Fees Verhalten vor allem am Anfang regelrecht provozierend. Ihr Essverhalten in der Öffentlichkeit erweckt beim Leser den Eindruck, sie sei übergewichtig. Dieser Eindruck wird relativ bald aufgelöst, dennoch ist von Anfang an klar, dass das Verhältnis der Protagonistin zum Essen sehr gestört ist.

Ich möchte nicht zu viel verraten, denn je weniger man weiß, desto besser ist das Buch meiner Meinung nach. Deshalb kritisiere ich auch, dass der Klappentext und der Innentext auf dem Umschlag dem Leser viel zu viel verraten.
Ein wirklich tolles Buch, an dem ich sonst nur ein paar wenige Tippfehler auszusetzen habe. Es überzeugt vor allem durch den Einfluss, den der Autor auf den Leser ausübt, den einfachen, ehrlichen und trotzdem feinfühligen Stil und der herausragenden Charakterisierung der Protagonistin.
Ich hätte dieses Buch wahrscheinlich nie gelesen, hätte ich es nicht im Rahmen des Projektes „Buchbotschafter“ vom Carlsen-Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank an dieser Stelle.
Und: Lest dieses Buch, es ist eines dieser kleinen, wertvollen Bücher.

♥ ♥ ♥ ♥ ♥


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