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Du und Ich und all die Jahre

Bild von SonjaB

Seit sie 13 Jahre alt war, verbringen Nicole und Julian möglichst jedes Sylvester zusammen. Wenn sie sich einmal nicht sehen können, dann telefonierten sie wenigstens miteinander und tauschten ihre Vorsätze für das neue Jahr aus. Dies war ein festes Ritual zwischen den beiden Julian war die einzige Konstante für Nicole in all den Jahren. Er gab ihr den Halt, den sie brauchte, er bestärkte sie in ihrer kreativen Arbeit.

Und dann war Julian auf einmal nicht mehr da. Und alles geriet aus den Fugen. Nicole gab ihre Firma auf. Ihre Ehe mit Dominic besteht eigentlich nur auf dem Papier. Und ihre Freundschaft mit Alex ist auch eher oberflächlich geworden. Und immer wieder taucht Aidan auf, der ihr einst das Herz gebrochen hatte, von dem sie sich aber nie ganz lösen konnte. Schafft Nicole es, das Ruder noch einmal herum zu reißen und ihr Leben wieder in bessere Bahnen zu leiten? Auch ohne Julian?

Ich war sehr gespannt auf dieses Buch, denn es war mir empfohlen worden. Eigentlich ist es nicht ganz mein Genre, denn diese typischen „Frauenbücher“ sind nicht unbedingt mein Fall, da gibt es nur wenige, die mir wirklich gefallen. Aber dieses Buch hat mich voll und ganz überzeugt!

Das Buch fängt am Tag nach Weihnachten an. Nicole reflektiert ihre ganze Situation und ihre festgefahrene Ehe. In einer sehr feinfühligen Art und Weise erleben wir Nicole, die mit sich unzufrieden ist und nicht wirklich weiß, was sie tun soll. Und statt mit ihrem Mann Dominic zu reden, flüchtet sie lieber und schiebt jegliche Aussprache mit Dominic vor sich her, lässt ihn über ihre Gedanken, Ängste und Gefühle völlig außen vor. Dabei ist Dominic wirklich ein liebevoller Mann, der alles für Nicole tun würde und sie von ganzem Herzen liebt. Aber er weiß nicht, was in ihr vorgeht. Denn er ist nicht Julian.

In vielen Rückblicken über die vergangenen Sylvester lernen wir dann Julian, Alex und Aidan kennen und wie die Sylvester in der Vergangenheit abgelaufen sind. Vor allem erleben wir aber diese besondere Beziehung zwischen Nicole und Julian, eine richtige Seelenverwandschaft, von der vor allem Nicole profitiert, denn Julian gibt ihr die Sicherheit, die sie braucht.

Amy Silver schafft es, diese ganzen kleinen Passagen mit sehr viel Gefühl zum Leben zu erwecken, ohne dabei aber die gängigen Klischees zu bemühen oder auf die Tränendrüse zu drücken. Sie sind so real, dass ich mich wirklich ebenfalls in Aidan verliebt habe und mich fühlte, als würde mir das Herz gebrochen, als es auseinander ging. In fast jeder Szene konnte ich mich wieder erkennen, denn viele dieser Kleinigkeiten haben wir auf die ein oder andere Weise alle schon erlebt. Jede der Personen hat neben ihrer guten Eigenschaften auch mindestens eine schlechte. Es gibt kein Schwarz und Weiß, sondern wie im wahren Leben nur unterschiedliche Graustufen.

Fazit: Dies ist ein großartiges Buch, das leuchtend aus der breiten Masse herausragt. Und es gibt viel zum Nachdenken über Liebe, Freundschaft und Entscheidungen.


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