style="display:block"
data-ad-client="ca-pub-7783397286425302"
data-ad-slot="3580846517"
data-ad-format="autorelaxed">

Gute Idee sehr langweilig und absehbar umgesetzt

Bild von Zeliba

Cover

Das Cover ist mir damals durch die Einschnitte so ins Auge gefallen, das ich es einfach in die Hand nehmen musste. Man kann darüberfassen und die Unebenheiten erspüren. Dazu ist natürlich der Titel ebenfalls fest mit der ganzen Aufmachung verbunden. Ich persönlich finde es immer toll, wenn das Cover noch einen anderen Sinn anspricht, als nur die Augen. Einschnitte, erhabene Buchstaben oder ein anderes Papier, sprechen mich persönlich immer viel an. Aber ich bin auch sehr covergeprägt bei meinen Bücher. Zumindest meistens ;)

Handlung

Du bist leicht zu finden.
Du bist leicht zu täuschen.
Und niemand wird merken, wenn du Tod bist.
Was ein Account bei Facebook, ein Chatprofiel auf einer Datinseite, eine Handynummer und vielleicht ein ein Bahn.de Profiel in den Falschen, und leider viel zu Sachkundigen, Händen eines Psychopathen alles Bedeuten kann, spüren bald Frauen wie Männer am eigenen Leib. Denn der Namenlose findet sie. Und es ist so leicht ...
12 Frauen ... erst dann spielt der Täter der Polizei das Video der jungen Jasmin zu.
"Ich bin Jasmin. Ich bin bereits tot, doch das Chaos geht weiter. Ich bin nicht die Erste und ich bin nicht die letzte." Ein Schachspiel beginnt, bei dem der Täter Clara, der Ermittlerin mit welcher er sich auf seltsame Art verbunden zu fühlen scheint, immer einen Schritt voraus ist. Die einzigen Hinweise sind mumifizierter Leichen. Keine Spuren. Keine Hinweise. Denn der Namenlose scheint dieses Spiel zu bestimmen. Und die Opfer mehren sich ...

Schreibstil

Der Autor verzichtet hier auf blumige Beschreibungen oder verschnörkelte Sprache. Alles ist sehr hart, real und oft durch sehr langwierige Erklärungen, Spusi lässt Grüßen, geprägt. Teilweise kann ich einige Szenen nicht ganz in ihrer Wichtigkeit einordnen wie die, fast zwei Seiten lange Debate, das unheimlich von heimlich herrührt und auch um vier Ecken von heimisch abstammt. Vielleicht interessant aber für den Fall absolut unwichtig. Verfolgen tun wir das Buch aus zumeist zwei Sichtweisen. Einmal aus der Sicht der Ermittlerin Clara Vidalis, und dem Namenlosen. Hin und wieder finden sich Einschübe aus Sichten der Opfer oder eines Produzenten einer neuartigen, und absolut Frauen unwürdigenden, Fernsehserie. Was die wiederum mit dem Fall zu tun haben, ist eigentlich auch nicht wichtig, da man sich diese Einblendungen hätte wirklich sparen können. Interessant war es zumindest nicht.

Charaktere

Hier kann ich eigentlich nur eines sagen. Viele Charaktere und wenig dahinter. Gleichzeitig werden so einige Klischees abgedeckt.
Da hätten wir die Ermittlerin Claar, die natürlich aus ihrer Kindheit traumatisiert ist durch den schrecklichen Verlust eines Familienmitgliedes, für das sie sich natürlich verantwortlich fühlt. Was mich an ihr, nebenbei bemerkt, auch total auf die Nerven ging, war das sie sich ständig fast, richtig oder halb übergeben musste. Ich meine, sie war LKA Pschopatenmördermittlerin. Da sah man bestimmt Heftigeres als eine Blutleere vertrocknete Leiche ... Dann die überdurchschnittlich gute Spusi und andere Berater, die es rein aus dem Bauchgefühl zu schaffen scheinen, aus einem Dutzend verschwundenen Kindern, den Täter herauszumutmaßen.
Den Täter, der Namenlose, war ebenfalls sehr seit. Das einzige "Gute" an ihm, war wohl das er Köpfchen besaß.

Meinung

Vom Klappentext her habe ich mich wirklich auf dieses Buch gefreut. Es klang so schön gruselig, tiefsinnig . . . Eben nach all dem was man an Thriller eigentlich immer zu schätzen weiß.
Nur dass hier der Klappentext eben das Beste am ganzen Buch zu sein schien.
Wenn man ab der Hälfte des Buches genau weiß wer es wie warum war, kann ich dem ganzen einfach keine Spannung abgewinnen. Dann die Hoffnung, dass zumindest die "mysteriöse" Verbindung zwischen Mörder und Ermittlerin, etwas Schwung reinbrachte, landete schlussendlich er Ecke, dass man sich wirklich fragte, was das für eine Verbindung sein könnte. Wen dem was Clara durchgemacht hat? Unwahrscheinlich, da gäbe es gefühlte Millionen, die sich besser als sie gemacht hätte.
Weil er weiß, wer ihr das angetan hatte? Ebenfalls nein, das bekam der Mörder durch Zufall raus.
Sprich, diese ganze Verbindungssache verlief im Leeren, wurde dann zum Ende auch gar nicht mehr groß aufgegriffen. Auch die Spusi und Co. konnten mich wenig beeindrucken. Im Grunde warfen sie nur mit Vermutungen um sich und pflückten sich dann zufällig das Richtige zusammen, ohne aber Hand und Fußfeste Beweise zu haben. Ja so lieben wir das doch . . . Großartig magenumdrehend fand ich das Buch auch nicht. Gut es wird hier und da Folter und co erwähnt, wirklich nur erwähnt!, aber die richtig harten Sachen bleiben da eher im dunklen. Man ist selber nie dabei wie der Mörder seine Opfer vorbereitet, dass schlimmste was man aktuell erlebt, ist der recht "humane" Tötungsakt. Auch der Leichenpfund wird eher oberflächlich behandelt.
Was mir gut gefallen hat, ja dass gibts auch ;) , was das der Mörder Schlussendlich, trotz des Endes, im Grunde der Sieger war. Ungewöhnlich und einfach mal was neues.
Die Idee hinter diesem Buch ist sicherlich nicht schlecht. Viele gehen viel zu freizügig mit Daten und Co um, ohne zu ahnen, dass das Internet wirklich nix vergisst. Den Mördern wird es heutzutage wirklich leicht gemacht.
Dennoch fehlt dem Buch einfach zu viel. Sei es Story, realistische Forensik oder überhaupt einmal überhaupt glaubhafte Charakter, die mehr tun, außer zu würgen.


0