style="display:block"
data-ad-client="ca-pub-7783397286425302"
data-ad-slot="3580846517"
data-ad-format="autorelaxed">

Requiem - Abschluss der Amor-Trilogie

Bild von kiwii.chaotic

Autor: Lauren Oliver
Titel: requiem [missa pro defunctis]
Originaltitel: Requiem
Genre: Dystopie
Verlag: CARLSEN Verlag, Hamburg
Umfang: 372 Seiten (ohne Kurzgeschichte)

Lena hat es geschafft zu entkommen, sie kann endlich wieder frei, in der Wildnis sein. Und Julian ist tatsächlich mit ihr gekommen und auch Alex ist wieder bei ihr. Doch der Alex, den sie kannte, den gibt es nicht mehr. Er redet kein Wort mit Lena, ignoriert sie richtiggehend.
Aber das ist nicht das einzige Problem, das sich Lena zurück in Freiheit in den Weg stellt. Denn jetzt, wo bekannt ist, dass die Invaliden viel mehr als die Bösewichte eines der Märchen des Systems sind, wird regelrecht Jagd auf sie gemacht. Sie können sich nicht länger verstecken. Ein Krieg für das Recht auf wahre Liebe ohne Regeln, Zwänge und Konventionen, einer Liebe voller Freiheit für jeden beginnt.
Für Hana, Lenas ehemals beste Freundin, beginnt ein neues Leben. Eines ohne Schmerz und Angst und Trauer. Eines als Bürgermeistergattin. Doch das Leben als Geheilte ist für die junge Frau so gar nicht wie erwartet…

Von den ersten beiden Teilen war ich richtiggehend begeistert. Requiem hingegen betrachte ich irgendwie mit anderen Augen. Die Grundstimmung in Band drei ist sehr melancholisch und vor allem schwermütig. Zudem finde ich, dass dieses ganze System eigenartig aufgebaut ist. Eine halbe Geschichte. Beispielsweise ist es recht eigenartig, dass es demokratische Wahlen zu geben scheint, die Regierung jedoch alles andere im Leben der Wähler bestimmt. Partnerwahl, Zeitpunkt des Eingriffs, Anzahl der Kinder,… Es ist natürlich auch möglich, dass die Politik von „geheilten“ Menschen nichts zu befürchten hat und die Demokratie deshalb aufrechterhalten werden konnte. Dennoch ist es für meine Logik nicht nachvollziehbar, wie es sein kann, dass in einer Demokratie alle dafür sind, die Freiheit aufzugeben und jene einsperren zu lassen, die gegen diese Maßnahmen sind.
Trotzdem gibt es vieles, das mir gefällt. In erster Linie mag ich, dass sowohl Lenas Leben in der Wildnis als auch Hanas als Geheilte und zukünftige Frau des Bürgermeisters geschildert werden. Diese zwei Perspektiven geben Aufschluss darüber, dass sich diese beiden Lebensarten nicht unbedingt unterscheiden. Außerdem finde ich interessant, wie Hana ihr Leben nach dem Eingriff lebt, da dieser wohl doch nicht alles auszulöschen scheint.
Wer überlegt, ob requiem wohl lesenswert ist, und die ersten beiden Teile gelesen und gemocht hat, dem empfehle ich es weiter. Selbst wenn dieser Abschluss etwas zu abrupt und idealistisch für meinen Geschmack ist, hat er doch seine Momente.

»So ist die Vergangenheit. Sie treibt dahin, lässt sich nieder. Wenn man nicht aufpasst, wird man darunter begraben. Das ist mit ein Grund für das Heilmittel: Es räumt gründlich auf; es lässt die Vergangenheit und all ihre Schmerzen weit entfernt erscheinen wie einen kaum wahrnehmbaren Abdruck auf glänzendem Glas.
Aber das Heilmittel wirkt bei jedem anders; und es wirkt nicht bei allen perfekt.«

»So viel zwischen uns ist ungesagt geblieben; das ist die Gefahr und das Schöne an einem Leben ohne das Heilmittel. Überall herrscht Wildnis und Verworrenheit und der Weg ist nie eindeutig.«

Und auch die Amor-Trilogie als Ganzes empfehle ich unbedingt weiter, weil ich seit jeher auf meine Entscheidungsfreiheit bestehe und glaube, dass dieses Buch ganz gut zeigt, wie eine Zukunft aussehen kann, in der den Menschen egal ist, was sie wählen. Hauptsache es ist so bequem wie nur möglich. Denn der Punkt ist: So unrealistisch ist Lenas Geschichte nicht. Keinesfalls.


0