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Marie Sue lässt grüßen

Bild von Zeliba

Cover

Das Cover ist wirklich nichts Neues. Ich denke fast jedem fallen auf den Ruck mindestens 5 weitere Reihen oder Einzelbände ein, die ebenfalls einfach einen halb nackten Kerl zeigen. (Z.B. die Bücher von Nalini Singh oder auch die Shadowdweller Reihe.) Ich finde das immer recht langweilig. Die Bücher werden auf das Offensichtliche beschränkt und ihre Story damit in meinen Augen fast schon abgetan. Und für ein Buch über Dämonen, hätte das Cover durchaus anders glänzen können.

Handlung

Obwohl die Menschen ihre Anwesenheit längst zu Spukgestalten haben verkommen lassen, wandeln die Schattenwandler doch in ihrer Mitte. Vampire. Lykanthropen. Magier. ... Und Dämonen.
Doch wer hier sabbernde Ungetüme mit ledrigen Flügeln und Hörnern erwartet, liegt nicht wirklich richtig. Zumindest meistens nicht. ;)
Denn Isabella zumindest findet den dämonischen Vollstrecker Jacob alles andere als unattraktiv. Wie unpassend aber, das es diesem eigentlich per Gesetz verboten ist, sich ihr zu nähern. Ein Gesetz, dessen Einhaltung er selbst bewahren sollte...
Doch bald schon steckt Isabella mittendrin im dämonischen Leben und erfährt, das auch die mächtigen und starken, immer einen Feind in der Hinterhand haben. Und dieser ist mehr als nur bereit, die Dämonen zu zerstören.

Schreibstil

Der Stil ist okay. Leicht, eher etwas für zwischendurch zum Abschalten, als das man hier wirklich Spannung und Nägelkauen erwarten kann.
Was mich definitiv sehr gestört hatte war das um sich werfen mit Adjektiven. Ich kam mir stellenweise vor wie in einem Schlussverkauf. Auch die gefühlten hundert Erwähnungen wie wundervoll und schön und blablabla Isabella nun war, ging mir nach und nach immer mehr auf die Nerven. Es schlichen sich dann Leichte - Ja, ich habe das schon beim ersten Mal kapiert - Gedanken beim Lesen ein.
Die Geschichte wird abwechselnd im Grunde von fast jedem Mal erzählt, wobei das nicht kapitelweise, wie ihr es sicherlich zumeist genauso gewohnt seid wie ich, von statten geht, sondern vielmehr per Absatz. Anfangs fand ich das etwas verwirrend, aber ich fand mich dann schnell rein.

Charaktere

Oh ja ...jetzt bin ich bei meinem Lieblingsteil der ganzen Rezi angekommen. Zumindest bei diesem Buch.
Dabei fallen nicht alle aus dem Rahmen. Im Grunde finde ich die Dämonen wirklich gut. Bedenkt man ihre verschiedenen Elemente, die zum Beispiel Jacob mit seinem starkem Bezug zur Erde natürlich anders beeinflussen als den feurigen Noah. In der Hinsicht habe ich wirklich nichts zu meckern.
Aber dann kam Isabella. Ihr Spitzname ist natürlich Bella ... oder kleine Blume.
Naja wie auch immer....
Anfangs, was bedeutet die ersten 5-7 Seiten, fand ich sie auch noch okay. Normal. Bis sie dann anfing zu sprechen ... Sofort wirkte sie unheimlich arrogant und so dermaßen von sich überzeugt, dass es nicht mehr in die Rubrik tough ging, sondern einfach nur schnippisch-arrogant wirkt. Auch ihre oft so unglaublich respektlose Art ging mir auf die Nerven. Und je weiter das Buch vorranglitt, desto schlimmer wurde es. Sie wurde immer unverständlicher und ... natürlich ... mächtig. Erst bricht sie dem obersten Heerführer der dämonischen Arme mit einem Bruce Lee verdächtigem Kick die Nase und tötet vorher einfach so einen transformierten Dämon. Aber wer hier jetzt denkt es ist Schluss! Oh nein! Isabella muss wirklich alles irgendwie Mächtige abdecken. Marie Sue lässt grüßen.
Denn sie jagt nicht nur dem mächtigen Dämonenkönig Noah einen Angstschauer über den Rücken, NEIN! Sie schlägt fast jeden Kampf selber, während Jacob meistens bewusstlos irgendwo rumliegt. Erklärt den Dämonen ihre eigenen Gesetze und Prophezeiungen, pöbelt und verlangt gleichzeitig nach Respekt. Kann, natürlich!, einfach mal so fließend dämonisch Lesen und Schreiben, ist, natürlich!, ebenfalls unsterblich. Kann selbstverständlich dämonische Kräfte absaugen, selber nutzen oder übertragen und ist schlussendlich auch genau das Geschöpf, das in einer Prophezeiung erwähnt wurde.Natürlich ....
Versteht ihr meine Abneigung gegenüber Isabelle? *Stellt euch den Namen bitte sehr sarkastisch betont vor. Genau so schreibe ich ihn nämlich gerade auf.*
Ich meine. Stark ist gut, aber die hat sich das weder verdient noch sonst etwas. Und dabei immer diese Betonung das die arme kleine Isabella, ja so zierlich und zart und zerbrechlich ist ... dabei anscheinend nur Wert auf Äußerlichkeiten legt. Ich meine, ich würde auch wenn ich plötzlich in einem Fremden Haus aufwache, nur bekleidet in ein fremdes Männerhemd wohlbemerkt, nicht über dieses ganze mythische reden, oder mich überhaupt mal näher mit dem erwähnten fremden Mann befassen. Oh-nein, jeder würde sich doch für diesen, sehr oft und eindringlich betonten, gut-aussehenden Kerl auf den Rücken werfen ...
Oder nach kaum einer Woche an Hochzeit denken ...
Soll das romantisch sein?

Meinung

Wow... ich glaube das war der längste Post, den ich je alleine über die Charaktere eines Buches geschrieben habe. Erschreckend ...
Aber ich konnte einfach nicht anders. Und hätte mich meine Freundin nicht gewarnt, das Jacob einfach ein Buch ist, wo man sagt "Augen zu und durch", würde ich wahrscheinlich auch nicht nach dem nächstem greifen. Aber so tue ich es! Immerhin geht es da nicht nur um die tolle Isabella... ihr merkt bestimmt, ich hab es mit dem Mädel.
Aber nichtsdestotrotz gibt es natürlich auch gute Seiten an diesem Buch. Die Dämonenwelt beispielsweise gefällt mir wirklich gut. Sie ist sehr durchdacht mit den Fähigkeiten, Gesetzen und auch die anderen Schattenwandler, die bisher nur kurz erwähnt wurden, und ihre Beziehung zueinander wecken einfach Interesse. Auch diese Kleinigkeiten, wie das Milch für sie wie Alkohol ist, sind liebenswerte Details.
Aber schlussendlich kann und werde ich die Tatsache nicht Schönreden, das Isabella dem Buch einiges genommen hat. Der Spaß ging hier großteils einfach verloren. Schon weil ich mich ständig über sie aufregen musste ...


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