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Selection (Kiera Cass)

Bild von MiraB

Inhalt

Es gibt ein Kastensystem, das von 1 (Elite) bis 8 (Obdachlose) geht. Während es den Kasten 1, 2 (Soldaten u.a.) und 3 (Lehrer etc.) noch relativ gut geht, müssen die Menschen ab der Kaste 4 hungern. Um das Kastensystem aufrecht zu erhalten, ist Sex vor der Ehe verboten, und Hochzeiten zwischen Angehörigen verschiedener Kasten sind kompliziert und ziehen eine Menge Papierkram nach sich.

America gehört zur Kaste 5 (Künstler und Musiker). Ihre Familie hat nur zu den drei großen Festen Weihnachten, Neujahr (seit dem 4. Weltkrieg Ende Jänner/Anfang Feber) und dem Dankefest im Sommer sicher Arbeit, das restliche Jahr biegen sie irgendwie rum. Sie ist mit einem Jungen aus der Kaste 6 (Hausangestellte) zusammen; die beiden treffen sich regelmäßig bei America im Garten.

Gerade, als der Junge genug Geld gespart hätte, um America den Heiratsantrag zu machen, wird das traditionelle Casting veranstaltet, bei dem der Prinz eine Braut aus dem Volk auswählt. Das läuft ab wie beim Bachelor, nur dass jedes Mädchen im heiratsfähigen Alter einen Brief bekommt, mit der Aufforderung, an der Vorausscheidung teilzunehmen.

Auf Drängen ihres Freundes, der sich einen sozialen Aufstieg für sie wünscht, nimmt America an der Vorausscheidung teil. Und es kommt wie es kommen muss: Sie wird zum Hauptcasting eingeladen.

Meine Meinung

Der Anfang war klasse. Der erste Satz, die erste Seite - da war einfach sofort Spannung da. America bekommt diesen Brief, ihre Mutter freut sich einen Keks, aber America ist beunruhigt. Was in dem Brief steht, wird am Anfang nicht gesagt, das ist anfangs aber auch Nebensache. Man weiß, Americas Mutter verlangt etwas, das America nicht zu geben bereit ist. Man weiß: Da schmort ein Konflikt. Ein paar Seiten noch, dann brennt er lichterloh. Das war einer der besten Romananfänge, die ich je gesehen habe, und er war nichtmal gelogen: Der Konflikt, der einem zu Anfang versprochen wird, den bekommt man dann auch wirklich. Von daher wirklich top.

Die Prota ist eine Mary-Sue, ganz klar. Ein Pappaufsteller, in den sich jede Leserin hineinträumen soll. Das macht mir persönlich nichts, ich mag solche Bücher zwischendurch immer mal wieder gerne, und grade für 11-, 12-jährige Mädels find ich die spitze. Klar, die Tribute von Panem haben ein anderes Kaliber; wer sich sowas erwartet, wird enttäuscht.

Was mir gar nicht gefallen hat, war, dass das Casting vom Bachelor abgekupfert ist. Abgekupferte Sachen ärgern mich immer so ein bisschen beim Lesen und verderben mir das Vergnügen. Eindeutig ein Minuspunkt.

Ansonsten wars teils kitschig, teils kindisch, teils richtig gut. Kindisch fand ich doof, aber kitschig mag ich ab und zu ganz gerne. Auf alle Fälle ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte.

Das Ende hat mich so richtig geärgert. Es gab nämlich kein Ende. Das Buch ist sinnlos aufgeteilt, um mehr Geld zu verdienen. Klar, aus einem 900-Seiten-Roman um 16,99 (reichlich teuer, was?!) mach 3 300-Seiten-Romane um 16,99 (so dermaßen überteuert, dass sich das kein Mensch, der ein bisschen mitdenkt, kauft - abgesehen von denen, die die englische Kindle-Edition lesen *preisunterschied:kopf->tisch*) Das ist nicht okay. Wenn es drei Bände sind, von mir aus, aber wenn man einen einzigen Roman einfach drittelt, ist das nicht okay. Ich bin doch nicht meschugge und lass mich abzocken, den zweiten Band kauf ich bestimmt nicht.

Fazit

Erwartet hätte ich eine Dystopie, was dann drinsteckte, war rosa Zuckerwatte.

Aber lassen wir mal den Stempel "Dystopie" beiseite, den der Roman nicht verdient hat, und betrachten wir ihn ohne Stempel, einfach als das, was er ist. Dann vergessen wir noch die Geschichte mit dem fehlenden Ende; dafür, dass der Verlag doofe Entscheidungen trifft, kann der Roman nichts.

Was dann bleibt ist ein Traum in rosa Zuckerwatte, gut geschrieben, teilweise leider zu kindisch, und - leider - ein bisschen abgekupfert vom Bachelor. Für diese beiden Dinge gibts Punkteabzug, damit wären wir bei 4 von 5 dunkelrosa Pünktchen.


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