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Die Haarteppichknüpfer (Andreas Eschbach)

Bild von MiraB

Inhalt

Die Haarteppichknüpfer sind ein traditionsbewusstes Volk, das nach strengen Regeln lebt und mich an die Schnitzer erinnern, die vor den Toren von Ghormenghast leben.

Jeder Haarteppichknüpfer knüpft in seinem Leben genau einen Teppich aus den Haaren seiner Frauen und Töchter, den er am Ende seines Lebens über einen Zwischenhändler an den Kaiser verkauft. Den Erlös gibt er an seinen einzigen Sohn weiter, der sein ganzes Leben mit diesem Geld auskommen muss. (Da der Erlös nur für eine Familie ausreicht, darf jeder Haarteppichknüpfer nur einen Sohn haben und muss alle weiteren männlichen Neugeborenen töten)

Der Kaiser ist Teil aller Rituale und wird als Gott verehrt. Bisher hat ihn noch niemand gesehen, trotzdem wird jeder, der laut Zweifel am Kaiser äußert, hart bestraft. Doch das Gerücht, der Kaiser wäre gestürzt worden, hält sich seit über 20 Jahren...

Selbst wenn nicht: Was fängt er mit all den Haarteppichen an?

Meine Meinung

Die einzelnen Kapitel des Romans sind jeweils aus der Sicht einer anderen Person erzählt und hängen nur lose zusammen. Dadurch, dass in jedem Kapitel eine andere Kaste beleuchtet wird (Haarteppichknüpfer, Haarteppichhändler, Lehrer, Steuereintreiber etc.) ergibt sich ein schönes Gesamtbild der Kultur. Dieses Gesamtbild steht auch im Vordergrund, schließlich gibt es keinen Protagonisten, mit dem man mitfiebern könnte, und einen richtigen roten Faden bzw. eine sich durchziehende Handlung gibt es auch nicht. Bloß die Frage, was der Kaiser mit all den Haarteppichen anstellt.

Die Idee, die Auflösung und das Konzept sind für sich genommen schon interessant, allerdings kann das alleine keinen Roman tragen. Es fehlt ganz klar ein Protagonist und noch mehr als ein Protagonist fehlen ein Handlungsstrang und ein Spannungsbogen. Die Handlung zieht sich ja auch über x Jahre. Man muss sich das vorstellen wie ein Puzzle: Jedes Kapitel ist ein Teilchen, und die werden geschickt in einer Reihenfolge zusammengesetzt, bei der man das Bild wirklich erst sieht, wenn der letzte Teil drin ist. Das ist schön aufgebaut aber absolut unspannend. Schlimmer als Domino Day.

Alles in allem, so als Gesamtbild... Solala. 3 von 5 Punkten.


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