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Buch des Monats 05/14: Jason Lethcoe - Wings

Bild von Zeliba

Titel: Wings
englischer Titel: Wings
Reihe: Ja - 1 Band der Der mysteriöse Mr.Spines -Buchreihe
Sprache: Deutsch
Autor: Jason Lethcoe
Verlag: ars dition
ISBN: 978-3-7607-53-23-2
Preis: 12,95 $ (D) Hardcover
Seiten: 224
empfohlenes Alter: ab 10
Erschienen: 1 Juli 2010
Auszeichnung: Kinderbuch des Monats (7.2010)

Cover

Mit Wings ist gleichzeitig ein Buch in einer sehr Hochwertigen Ausstattung in mein Haus geflattert. Es glänzt durch hervorragende Bindung und einer wunderschönen Aufmachung, die mich gleich in den Bann zog. Das Cover passt perfekt zur Story und die düsteren, etwas schummrig wirkenden Farben, verlockten mit sanfter Stimme zum Lesen. Zum Abtauchen in verborgene Geheimnisse.
Der Titel ist Silber und einer leichten Prägung aufgebracht und lässt es sehr wertvoll wirken. Zudem finde ich die ganze Schrift einfach wunderschön. Ich liebe dieses verschnörkelte, alte.
Auch die Innengestaltung kann sich sehen lassen. Der Titel jedes einzelnen Kapitels ist in der gleichen Schriftart gehalten und damit ein absoluter Hingucker, ohne viel Aufwand.

Handlung

Das erste Band der Der mysteriöse Mr.Spines -Buchreihe handelt von dem 14 jährigem Edward, welcher nach dem Tod seiner Mutter, von seiner Tanze in eine Schule für problematische Jugendliche gesteckt wurde. Dort lernten sie, wie man besonders widerliche Jobs wie Abwasserrohre reinigen oder Schimmelbeseitigung richtig ausführt. Jeder in dieser Schule war im allgemeinen stark in den Armen und schwach im Kopf. Also das genaue Gegenteil von dem Was Edward war. Mit seinen schlaksigen zwei Metern, der dürren Statur und der Angewohnheit in Stresssituationen zu Stottern, bringt ihm mehr als genügend Hohn und Spott ein.
So ist es Edward lieber wenn er alleine ist uns sich ganz auf seine Kartenhäuser konzentrieren kann. Nur da kommt sein aufgeweckter Verstand zur Ruhe.
Als wäre das nicht alles schon schwer genug, hat der Junge noch ein weiteres
Problem. Zwei Juckende Stellen direkt oberhalb seiner Schulterblätter. Während ihm das nur peinlich und unangenehm ist, warten andere Wesen darauf das sich die anstehende Metamorphose endlich vollzieht. Und Edward sich als das Auszeichnet was er in Wahrheit ist. Kein Mensch, ... sondern ein Wächter ...

Schreibstil

Gleich zu Beginn merkt man natürlich, dass dieses Buch für die jüngere Generation geschrieben ist. Die Sätze sind kurz und prägnant. Die Kapitel in einer schön übersichtlichen Länge und die Wortwahl einfach. Dennoch braucht sich Wings nicht hinter anderen Büchern zu verstecken. Denn die Welt um Edward und Woodbine, der ersten Ebene nach dem Tod, schlägt in spielender Leichtigkeit auch ältere Leser in den Bann.
Von Anfang bis zum abrupten und sehr offenem Ende bleibt es spannend und nicht eine Sekunde will man das Buch aus den Händen legen.

Charakter

Edward hat es nicht leicht. Er ist ein Charakter mit einigen Schwächen. Er hält sich selber nicht für sonderlich Mutig und sieht an sich selber viele Schwächen. Dennoch lässt er sich nicht unterkriegen und kämpft sich durch. Dabei spürt man die leichte Entwicklung sehr deutlich. Er beginnt mehr auf seine Stärken zu vertrauen und seine Schwächen zu akzeptieren, damit umzugehen und sich auch mit den anfangs sehr Zwiespältig betrachteten Flügeln zu arrangieren. Er ist nicht der Typische Held der Geschichte, aber er hat das Zeug es zu werden!
Mr. Spines, das Hermelin Sariel, sowie die geflügelte Kröte Artemus, sind mir ebenfalls sofort sympathisch gewesen. Die kleinen Zankerein zwischen Hermelin und Kröte, und auch das Mr Spines nicht der ultimativ Mächtige war, gaben der Geschichte eine ganz eigene tiefe und Glaubwürdigkeit.

Meinung/Fazid

Ein Kinderbuch das sich um den Tod dreht.
Es klingt seltsam aber genau das ist Wings. Es drehte sich um den Tod. Schön beschrieben und mit einer gut ersichtlichen Böse-Gut Trennung schildert der Autor wie der recht untypische Junge Edward zum Helden seiner eigenen Geschichte wird. Und zum Ende hin findet sich der Leser schließlich in der ersten Stufe der Totenwelt wieder.
Dabei verwebt Jason Lethcoe gekonnt Mythologie, Sagengestalten und Glaubensrichtungen zu einem Dichtem Netz auf dem dieses Buch förmlich Tanzt.
Trotz brenzliger Szenen, wird dennoch auf die Darstellung unnötiger Gewalt verzichtet. Etwas was man in einem Kinderbuch schließlich nicht unbedingt finden möchte. Das Edward allerdings auch seine eigenen Ängste durchlebt oder eine kleine Verletzung bei einer Auseinandersetzung mit spitzzähnigen Gefallenen, davonträgt, ist nur realistisch und gibt dem Buch eine natürliche/realistische Ebene auf welcher es agieren kann.
Ein besonderer Leckerbissen bot am Buchende das Glossar, in welchem Charakter, Begriffe und Teile der Welt erklärt wurden. So erfuhr man über so manchen Ort zusätzliche Details, erhielt nähere Information zu Mr. Spines und Co. Auch die Leseprobe des zweiten Bandes, welche man hinter dem Glossar fand, ist in meinen Augen eine wundervolle Idee und machte mir gleich noch mehr Lust das zweite Band bald in meine Finger zu bekommen.

Die Idee einmal den Tod in einem Kinderbuch zu behandeln und es dann gleichermaßen noch so gut zu schreiben das es selbst für Erwachsene wie mich ein Leckerbissen ist, ist in meinen Augen eine wirklich große Leistung. Besonders wenn man sich einmal das empfohlene Alter anschaut. Aber man sollte sich, besonders bei diesem Buch, nicht aufs Glatteis führen lassen. Denn nicht nur Kinder haben hier dran ihren Spaß, sondern auch Erwachsene wie ich kommen auf ihre Kosten.
Der einzige kleine Manko ist das dieses Buch so kurz war. Gerne hätte ich noch ein paar mehr Seiten gehabt, in denen ich Edward auf dem Weg durch diese neue Welt begleiten hätte können. Zum Glück gibt es noch zwei Bände. :3

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