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When You Were Mine

Bild von Stephie89

Inhalt
Rosaline ist davon überzeugt, dass sie und Rob füreinander bestimmt sind und dass aus ihrer jahrelangen Freundschaft nun endlich eine richtige Liebesbeziehung wird. Dieser Traum scheint schließlich in Erfüllung zu gehen als Rob mit ihr ausgehen will und sie am Ende des Abends sogar küsst. Doch dann endet er bereits bevor er richtig begonnen hat, denn als Juliet, Rosalines Cousine, plötzlich wieder mit ihrer Familie in die Stadt zurückzieht, hat Rob schon nach kürzester Zeit nur noch Augen für sie. Und auch Juliet, die einmal ihre beste Freundin gewesen ist, hat offenbar nichts Besseres zu tun als Rose, die sie mit offenen Armen empfangen hatte, sofort den Freund auszuspannen.

Es verletzt Rose zutiefst, dass Rob sie so schnell fallen gelassen hat, aber noch mehr verwirrt sie die Ungewissheit darüber, warum Juliet sie so sehr hasst und ihr so etwas antut. Was ist vor zehn Jahren zwischen den Eltern der beiden Cousinen wirklich vorgefallen? Warum haben Juliet und ihre Eltern damals die Stadt verlassen?

Kritik
When you were mine von Rebecca Serle ist eine moderne Nacherzählung des wohl bekanntesten Werkes von William Shakespeare: Romeo & Julia. Der Fokus liegt in diesem besonderen Fall allerdings nicht auf den tragischen Liebenden selbst, sondern auf Rosaline, dem Mädchen in das auch Shakespeares Romeo verliebt war bevor er Julia begegnete.

Dementsprechend wird die gesamte Handlung natürlich auch aus der Sicht von Rosaline erzählt, deren Gedanken und Gefühle man durch die von der Autorin gewählte Ich-Perspektive sehr gut nachempfinden kann.
Rose war eigentlich schon immer in Rob verliebt, wollte sich aber selbst nie Hoffnungen auf eine richtige Beziehung mit ihm machen, weil er so gut aussehend und beliebt ist, während sie sich selbst nur für relativ durchschnittlich hält. Dieser Umstand macht ihre Figur allerdings sowohl sehr sympathisch als auch glaubwürdig, denn gerade in der Pubertät sind Selbstzweifel, insbesondere bezogen auf das äußere Erscheinungsbild, keine Seltenheit. Deshalb freut man sich auch so mit ihr als Rob ihre Gefühle zu erwidern scheint und ihre gemeinsame Beziehung offensichtlich auf eine andere Ebene führen will. Umso getroffener und schockierter ist man dann aber auch, dass der zunächst so nett wirkende Junge von nebenan Rosie sofort vergisst als Juliet ein Auge auf ihn wirft um ihre Cousine zu verletzen. Daraufhin kann man für Rob als Leser eigentlich nur noch Antipathie und ein wenig Verachtung empfinden, was natürlich auch auf Juliet zutrifft, für die man, vor allem wegen ihrer hochnäsigen Art, allerdings von Anfang an nicht viel übrig hatte.

Neben diesen drei zentralen Figuren gibt es aber auch noch zahlreiche Nebencharaktere, insbesondere Rosies beste Freundinnen Charlie und Olivia, die einem schnell ans Herz wachsen, weil sie ihrer Freundin so viel Halt geben und wieder unter Beweis stellen, wie wichtig und schön es ist jemanden zu haben auf den man sich immer verlassen kann.
Außerdem gibt es noch eine weitere männliche Figur, deren Bedeutung man zu Beginn noch nicht kennt, die aber nach und nach immer mehr in den Vordergrund rückt und sich durch eine sehr liebenswürdige Art ebenfalls ins Herz des Lesers zu schleichen vermag.

Die Handlung selbst ist, wie auch das Drama von Shakespeare, in fünf Akte unterteilt, die auch vom Aufbau her der klassischen Einteilung des Dramas entsprechen, sodass man ungefähr weiß, was im weiteren Verlauf noch geschehen wird bzw. wann irgendetwas wichtiges geschieht. Das, und auch die deutlichen Parallelen zu Romeo & Julia, machen das Buch aber nicht weniger spannend oder interessant, denn das Entscheidende ist ja nicht, das etwas passiert, sondern wie und warum.
Insbesondere die Frage, wieso Juliet ihre Cousine, der sie einmal so nahe gestanden hat, so sehr hasst und was zwischen ihren beiden Familien vorgefallen ist, können die Neugier des Lesers wecken und auch konstant aufrecht erhalten. Man kann es kaum erwarten eine Antwort auf diese Fragen zu erhalten um endlich zu verstehen, warum Juliet sich so verändert hat und sich so mies verhält. Glücklicherweise wird man auch nicht zu lange auf die Folter gespannt und am Schluss wird alles aufgeklärt – ein langes Warten auf die Fortsetzung bleibt einem hier also erspart. Das Ende kommt unerwartet, obwohl es einen eigentlich nicht überraschen dürfte, und sorgt sowohl für ein lachendes, als auch für ein weinendes Auge.

Fazit
When you were mine ist eine sehr gelungene Neuerzählung des bekannten Dramas Romeo & Julia, aus der Sicht einer Figur, die einem zwar bekannt war, die aber bisher immer vernachlässigt wurde, obwohl sie eigentlich ebenfalls Teil der tragischen Liebesgeschichte ist. Die Autorin Rebecca Serle versteht es den Leser trotz der Gemeinsamkeiten und den teilweise übereinstimmenden Ereignissen zu fesseln und die Neugier stets aufrecht zu erhalten.

Wer schon immer eine Schwäche für Romeo & Julia hatte und mal wieder ein tolles, zeitgenössisches Jugendbuch lesen will, sollte sich When you were mine auf keinen Fall entgehen lassen!


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