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Mit ganzer Seele

Bild von Stephie89

Inhalt
Eigentlich wollte Kaylee Cavanaugh einfach nur mit ihrer besten Freundin Emma tanzen gehen und einen tollen Abend verbringen. Dieses Vorhaben scheint zunächst auch in Erfüllung zu gehen und Kaylee wird im Club schließlich sogar von Nash, einem der heißesten Typen der Schule angesprochen, was sie kaum fassen kann. Doch dann fällt ihr Blick plötzlich auf ein Mädchen, das in einen dunklen Schleier gehüllt ist, und es bahnt sich eine ihrer furchtbaren Panikattacken an – ausgerechnet vor Nash. Am liebsten möchte sie aus dem Club und vor allem vor ihm fliehen, denn er soll auf keinen Fall erleben wie sie ausflippt und anfängt zu schreien, aber er weicht nicht von ihrer Seite und erstaunlicherweise gelingt es gerade Nash sie wieder zu beruhigen. Sie vertraut ihm sogar an, was sie noch nicht einmal Emma erzählt hat, dass sie glaubt, das Mädchen aus dem Club werde sterben.

Diese schreckliche Befürchtung stellt sich am nächsten Tag als wahr heraus. Kaylee ist also nicht verrückt, auch wenn ihre Tante und ihr Onkel das vielleicht glauben mögen, immerhin hatte sie recht mit ihrer Vorahnung. Sie ist fest entschlossen endlich mehr über ihre Anfälle herauszufinden und Nash scheint bereits etwas darüber zu wissen …

Kritik
Mit ganzer Seele ist ein unheimlich fesselnder Serienauftakt, der den Leser von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann ziehen kann und einer winzigen Schwäche absolut zu überzeugen vermag.

Es gelingt der Autorin Rachel Vincent die Spannung von Beginn an kontinuierlich zu steigern. Der plötzliche und ungeklärte Tod des Mädchens aus dem Club bleibt kein Einzelfall und Kaylee ist davon überzeugt, dass es irgendeine Verbindung zwischen den Todesfällen geben muss, denn das kann einfach kein Zufall sein. Zusammen mit Nash will sie herausfinden, warum diese Mädchen gestorben sind und vor allem wie man verhindern kann, dass es noch weitere trifft

Das ist aber nicht der einzige interessante Part der Handlung. Daneben geht es natürlich noch um die Frage, was es mit Kaylees besonderer Fähigkeit auf sich hat. Warum hat sie diese Todesahnungen und damit verbunden diesen starken Drang zu Schreien? Sind das wirklich nur Panikattacken oder steckt noch mehr dahinter? Schon bald hat sie das Gefühl, dass ihre Tante und ihr Onkel ihr etwas Wichtiges verheimlichen und mehr darüber wissen als sie zugeben wollen. Das gleiche gilt für Nash, der Kaylees Ahnungen so einfach akzeptiert und ernst nimmt, als wüsste er ganz genau was mit ihr los ist.

Zwischen Kaylee und Nash entwickelt sich außerdem schon bald eine Liebesgeschichte, zwar ein wenig zu schnell, aber dennoch nicht zu unglaubwürdig. Sie passen sehr gut zueinander und man spürt deutlich wie viel sie füreinander empfinden.

Der Autorin ist es dabei sehr gut gelungen die etwas widersprüchlichen Gefühle von Kaylee für Nash darzustellen. Einerseits ist sie total in ihn verliebt und schwebt auf Wolken, wenn Nash mit ihr zusammen ist, andererseits zweifelt sie aber auch oft an der Beziehung und vor allem an der Aufrichtigkeit von Nashs Gefühlen, weil sie sich fragt, was ein so begehrter Junge wie Nash an ihr findet. Im späteren Verlauf gewinnt sie jedoch etwas an Selbstbewusstsein und beginnt ihm mehr Vertrauen entgegen zu bringen.

Durch die Ich-Erzählung aus der Perspektive von Kaylee kann man sich stets sehr gut in sie hineinversetzen und diese Gefühle daher auch sehr gut nachvollziehen. Des Weiteren erhöht es die Spannung, da man so nie mehr weiß als Kaylee und mit ihr zusammen nach den Antworten sucht, die andere Figuren schon längst kennen, aber noch nicht offenbart haben.

Doch nicht nur die unheimlich sympathischen Protagonisten Kaylee und Nash sind der Autorin gut gelungen, sondern auch die Nebencharaktere. Viele von ihnen verbürgen mehr als man zunächst vermuten mag. Das gilt vor allem für den Reaper Todd, der wirklich sehr facettenreich ist und über den man in den Folgebänden hoffentlich noch viel mehr erfährt, aber auch für Kaylees Onkel und ihre Tante. Beide haben einige Geheimnisse und verbergen etwas, und das nicht nur vor Kaylee.
Auch die etwas weniger interessanten Nebenfiguren, darunter Emma und Kaylees Cousine Sophie, die noch ein wenig blass bleiben, schaffen es zumindest Gefühle beim Leser auszulösen. Sophie, für die man nicht einmal einen Funken Sympathie entwickeln kann, möchte man beispielsweise manchmal am liebsten ohrfeigen.

Auch mit dem Ende kann Rachel Vincent überzeugen. Es ist nicht nur spannungsgeladen, sonder auch actionreich und hat noch einige Überraschungen zu bieten. Die letzten Seiten verschlingt man deshalb in einem Zug und während man ein paar Antworten schon die ganze Zeit über geahnt hat, kommen andere völlig unerwartet.
Wenn man die letzte Zeile erreicht hat, ist man ganz enttäuscht, dass es schon vorbei ist. Aber immerhin werden die wichtigsten Fragen beantwortet, sodass man nicht mit einem lästigen Cliffhanger gequält wird. Dennoch bietet die Geschichte noch genug Material für weitere Bände, die man nach diesem Auftakt gar nicht schnell genug in den Händen halten kann.

Fazit
Mit ganzer Seele ist ein grandioser Auftakt zu einer Serie, die man garantiert weiterverfolgen wird. Rachel Vincent hat eine tolle Geschichte und fantastische Charaktere geschaffen, über die man unbedingt mehr erfahren möchte. Der nächste Band kann gar nicht früh genug erscheinen.


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