style="display:block"
data-ad-client="ca-pub-7783397286425302"
data-ad-slot="3580846517"
data-ad-format="autorelaxed">

Die Welle

Bild von Dini98

An der Gordon High School entschließt sich der junge Lehrer Mr. Ross zu einem kleinen Experiment: Er möchte seinen Schülern im Geschichtsunterricht bei dem Thema Hitler beweisen, dass jeder Mensch einen Hang zum Faschismus hat. Er beginnt harmlos damit, indem er den Gruppengeist der Klasse stärkt und ihnen zeigt, dass sie zu mehr fähig sind, wenn sie zusammenarbeiten. Dabei gibt der Lehrer den Schülern drei Lehrsätze, die sie sich einprägen sollen: Macht durch Disziplin! Macht durch Gemeinschaft! Macht durch Handeln!

Mister Ross erfindet einen Gruß und ein Zeichen, das Ganze nennt er "Die Welle". Die Klasse lässt sich von seiner Begeisterung und von seinem Elan anstecken und führt jeden seiner Befehle mit Freunde aus, in dem Glauben, ein Teil von etwas ganz Besonderem zu sein. In kürzester Zeit ändert sich die Lage: Die Schüler werden pflichtbewusster, fangen aber auch an ihre Skepsis und ihre eigene Meinung zu verlieren, ein Außenseiter wird zum anerkannten Mitglied und "Die Welle" wird zu dem beliebtesten Thema der Schule.

Aber als Ausweise an die Mitglieder ausgeteilt und Leute beauftragt werden, die anderen im Auge zu behalten und im Falle eines Verstoßes denjenigen zu melden , wird eine Schülerin skeptisch. Laurie Saunders erzählt ihren Freunden von ihren Zweifeln und muss feststellen, dass sie wegen dieser Kritik ausgeschlossen werden könnte. Ihr Freund David beendet die Beziehung in einem Streit um "Die Welle" und auch die anderen scheinen sie vergessen zu haben. Für die ständig wachsende Bewegung des Lehrers ist sie zur Feindin geworden.

Doch schon bald muss auch Mr. Ross erkennen, dass er einen Fehler begangen hat und das riskante Experiment so schnell und behutsam wie möglich beenden muss.

Zuerst muss ich sagen, dass ich erstaunt über den geringen Umfang des Buchs war. Nachdem ich schon einiges über das Buch und den Film gehört hatte, hätte ich mehr erwartet. Doch hier wurde mal wieder bewiesen: Weniger ist mehr!

Das Cover ist nicht gerade das schönste, es passt allerdings zu dem Buch. Das Schwarz-Weiß-Bild der Schüler in der Mitte lässt diese etwas bedrückt und unterwürfig erscheinen, sodass man die ernste Stimmung in dem Buch schon erahnen kann. Auch innen finden sich mehrere Fotografien, die einen strengen und alles andere als lebensfrohen Eindruck machen.

Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, sodass man dem Geschehen besser folgen und sowohl die Sicht der Schüler als auch die des Lehrers nachvollziehen kann. Der Schreibstil ist relativ knapp und beschreibt nicht viel, was ich allerdings bei diesem Buch als wenig störend empfand, da hauptsächlich der Inhalt von Bedeutung war und nicht etwa die Veranschaulichung des Ganzen.

Die Tatsache, dass das Alles wirklich mal so passierte, schwebte mir die Lesezeit über ständig im Kopf herum. Es ist ein wirklich interessantes, aber auch schwieriges Thema, das meiner Meinung nach gut umgesetzt wurde. Dieses Buch beweist, dass wir sehr leicht zu beeinflussen sind und dass die Gruppenzugehörigkeit von dem ein oder anderen überschätzt wird. Außerdem sollte man es sich gut überlegen, bevor man eine solch riskante Aktion startet.

Schade, dass wir dieses Buch (bisher) noch nie als Schullektüre hatten, denn ich denke, es wäre viel wichtiger "Die Welle" in der Schule zu lesen, als irgendein anderes Buch.

Wirklich sehr empfehlenswert!


0