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Buch des Monats 11/13: Stephen Chbosky - Das also ist mein Leben

Bild von Brine

Allgemeine Infos:
Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (26. September 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453267516
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: The Perks of Being a Wallflower

Inhalt:
Der Jugendroman handelt von Charlie.
Charlie, der 15 Jahre alt ist, und seltsam zu sein scheint.
Gleich zu Beginn wird dem Leser schon klar, dass Charlie nicht wie ein „normaler“ Jugendlicher in seinem Alter ist.
Charlie teilt seine Geschichte in Briefen einem unbekannten „Freund“ mit – der Adressat selbst wird niemals genannt.
Der gesamte Roman wird nur in dieser einseitigen Briefform erzählt.
Die „Handlung“ beginnt kurz vor dem Beginn von Charlies erstem High School Jahr. Ein Jahr in dem sich einiges verändern wird.
Charlie hat keine Freunde an seiner Schule und fühlt sich sehr einsam. Einzig in seinem Englisch Lehrer findet er recht schnell einen Vertrauten. Der Lehrer bemerkt, dass Charlie etwas Besonderes ist und versucht ihn zu fördern, indem er ihm immer neue Bücher gibt und Charlie Aufsätze über diese Bücher schreiben lässt.

Erst als Charlie seine Schüchternheit überwindet und sich bei einem Football Spiel traut seinen Mitschüler Patrick anzusprechen, scheint sein Leben sich etwas positiver zu entwickeln. Durch Patrick lernt er auch dessen Stiefschwester Sam kennen, in die sich Charlie sofort verliebt. Sam lässt Charlie jedoch schnell wissen, dass sie sich zu alt für ihn fühlt und dass er nicht auf „eine solche Art“ an sie denken soll.
Mit Patrick und Sam scheint Charlie echte Freunde gefunden zu haben. Durch die Beiden lernt er weitere Personen kennen und Charlie wird nach und nach in deren Freundeskreis aufgenommen.
In diesem einem High School Jahr kommt viel Neues auf Charlie zu. Er wird mit Problemen konfrontiert, die ihn oft zu überfordern scheinen. Charlie ist in vielerlei Hinsicht noch sehr naiv und unbeholfen. Er kann daher mit vielem Erlebten nicht umgehen. Es fällt ihm oft schwer die Probleme seiner Freunde zu verstehen und auch zu verarbeiten. Außerdem scheinen ihn zusätzlich noch einige Probleme aus seiner Vergangenheit zu belasten. Dabei wird deutlich, dass Charlie einiges verdrängt und nur mit der Zeit eröffnet sich Charlie und auch dem Leser die Wahrheit.
Charlie ist ein sensibler Junge, der sehr oft, egal aus Freude oder aus Trauer, weint.
Überdies überkommen ihn häufig Phasen, in denen ihn eine richtige Lethargie überkommt.
Während man so allmählich Einblick in Charlies Leben erhält, fragt mich sich jedoch andauernd, wieso ist Charlie so wie er ist. Welches Geheimnis verbirgt er? Was ist ihm vor dem Beginn seiner Geschichte passiert?

Eigene Meinung:

Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass ich auf das Buch erst durch die Verfilmung „Vielleicht lieber morgen“ aufmerksam wurde. Der Film hat mich bereits im Kino derart begeistert, dass ich wusste, den musst du auch auf DVD haben. Als nun die DVD erschien, hab ich mir aus reiner Neugierde auch das dazugehörige Buch bestellt. Da ich den Film schon so toll fand, hatte ich an das Buch natürlich hohe Erwartungen.
„Das also ist mein Leben“ jetzt zu rezensieren fällt allerdings sehr schwer. Nicht weil es schlecht ist – keineswegs, sondern weil es sooo unendliche viele Probleme enthält, die einem so Nahe gehen, dass es einem selbst schwer fällt, all das Angesprochene selbst zu verarbeiten.
Dadurch, dass das gesamte Buch nur die Briefe von Charlie enthält, erfährt man das Geschehene nur aus seiner Sicht.
Der Schreibstil von Charlie ist teilweise sehr unbeholfen, wodurch man merkt, dass es sich hier wirklich um einen 15-jährigen unerfahrenen Jungen handelt.
Andererseits schreibt Charlie manchmal in einer so nachdenklichen und geistvollen Art und Weise, dass man sich direkt wieder fragen muss, was ist diesem Jungen passiert, was musste er durchmachen, dass ihm solche Gedanken kommen?
Ich will nur ein Zitat aus dem Buch nennen, welches das verdeutlicht:
„und ich will dass du weißt, ich bin glücklich und traurig zugleich und versuche noch immer herauszufinden wie das geht“.
Aber auch Sätze anderer Personen, wie z.B. von Charlies Lehrer sind mir so im Gedächtnis geblieben, dass ich sie hier für erwähnenswert halte: „Wir nehmen die Liebe an, von der wir glauben, dass wir sie verdienen, Charlie“.
Ich finde, dass dieser Satz alleine schon einiges über dieses Buch, seinen Inhalt und Charlies Persönlichkeit aussagt.

Charlie muss sich in diesem Buch auf der einen Seite mit den normalen Problemen eines Jugendlichen wie Sexualität und Masturbation, Freundschaft, die Erste Liebe, oder auch dem Erwachsenwerden allgemein auseinandersetzen.
Auf der anderen Seite werden hier jedoch auch Themen wie Homosexualität, Vergewaltigung und Kindesmissbrauch, häusliche Gewalt oder Drogen verarbeitet.
Hiermit werden daher schon nicht mehr so alltägliche Probleme angesprochen.
Dadurch, dass jedoch alle diese Themen durch Charlie auf eine sehr kindliche und eher harmlose Art und Weise beschrieben werden, wird man als junger Leser wohl nicht überfordert.
Mir, als Leser der die Alterszielgruppe wohl übersteigt, ging das Beschriebene jedoch sehr nahe und ich hatte das Gefühl, dass die kindliche Schreibweise von Charlie alles was hinter seinen Worten steckt und alles was ungeschrieben und der eigenen Interpretationen überlassen ist, noch tragischer erscheinen lässt.
Mir tat Charlie mehrmals einfach so leid, dass er in mir öfter das Bedürfnis ausgelöst hat, ihn einfach nur in den Arm nehmen zu wollen, um ihm sagen zu können, dass alles gut werden wird.

Insgesamt kann ich das Buch wirklich nur empfehlen. Man sollte sich jedoch vor dem Lesen bewusst machen, dass hier auch schwierige Themen angesprochen werden und dass es sich nicht um einen reinen Unterhaltungsroman handelt. Gerade im Hinblick darauf, dass die Altersempfehlung schon ab 14 Jahren ist.

Erwähnenswert ist meiner Ansicht nach noch der Originaltitel von Buch und Film. Im Englischen kennt man die Geschichte nämlich unter dem Namen „the perks of being a wallflower“, was übersetzt so viel heißt, die Vorteile ein Mauerblümchen zu sein.

Der Titel passt meiner Ansicht nach perfekt zu dem Buch.
Begründen kann ich dies abschließend nur noch wieder mit einem Zitat:
„Er ist unser Mauerblümchen (…). „Du kriegst alles mit. Du behältst es für dich. Und du verstehst.“ Ich hatte keine Ahnung, dass andere Menschen sich Gedanken über mich machten. Ich hatte nicht mal gewusst, dass sie mich überhaupt bemerkten…“
Nur dieses Zitat trifft schon den Kern der Geschichte, und lässt erahnen was einen beim Lesen erwartet …


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