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172,3 (Vincent Voss)

Bild von MiraB

Im letzten XUN Magazin war eine Rezension zu 172,3, die mich neugierig gemacht hat. Außerdem kannte ich schon Kurzgeschichten von Vincent Voss, weil er oft in Anthologien vertreten ist, und wusste daher, dass ich mit dem Buch zumindest nicht komplett einfahre :) Was ich besonders toll finde ist der eBook-Preis von 3,99 €. Ich lese ja aus Platzgründen ohnehin nur eBooks (außer es gibt einen triftigen Grund für die Printausgabe, zum Beispiel, dass ich die Chance habe, auf einer Lesung ein signiertes Exemplar zu erwerben), und dann finde ich es natürlich nett, wenn das so günstig ist.

Klappentext

In 2013 gewann 172,3 den 4. Platz des ›Vincent Preis‹ - dem deutschen Horror-Award (Kategorie "Roman national")

"172,3" ist ein Schleicher unter den Horrorschmökern - Dieser Roman schleicht sich von hinten an Dich ran und schreit "BUH!" wenn Du Dich gerade entspannen willst. Klare Kaufempfehlung meinerseits! (Horror and more)

Einfach großartig und empfehlenswert für Freunde des Horror. (Lord Byrons Buchladen)

172,3 Kilogramm ... so viel wiegt Viktor, als er beschließt, dass es so nicht weitergeht, dass er abnehmen muss.
Diesen Schwur leistet er insgeheim eines Abends nach einem sommerlichen Ausflug und begießt ihn mit einem Schlückchen Wein. Doch als er (sich an Schiffstaufen erinnernd) die Flasche an einem Stein zerschlägt und sich dabei an der Hand verletzt, ahnt er noch nicht, dass dieser Schwur, besiegelt mit seinem Blute, einer unheimlichen Macht den Weg in seine Welt öffnet, welche mit jedem verlorenen Kilogramm Gewicht an Gestalt und Einfluss gewinnt und sich fortan eine blutige Spur des Todes durch sein Leben ziehen wird ...

Weil ich das Autorenportrait so nett finde, das zur Thematik des Buches passt, poste ich das jetzt auch:

Während seines kulturwissenschaftlichen Studiums war Vincent Voss in unterschiedlichen Berufsfeldern tätig. Von seinen zahlreichen Eindrücken als Pflegehelfer einer akutpsychiatrischen Einrichtung, Qualitätsmanager, Bodyguard, Call-Center-Agent, Tankwart, Fotografen-Assistent, Sänger einer Terrorjazz-Band und Bestatter zehrt er beim Schreiben. Heute arbeitet er als Geschäftsführer eines Reiseunternehmens und lebt als glücklicher Vater dreier Kinder im Norden Hamburgs auf dem Land. »172,3« ist als Idee während eines Abnehmversuchs entstanden. Der Gedanke verlorengegangene Pfunde in Form von Fleisch oder Sand aufzuwiegen und diese aus Motivationsgründen zu heben und mit sich herum zu tragen, setzte jenen bösartigen Keim frei, der die Geschichte ausmacht. Vincent Voss wünscht seinen Lesern, dass sie sich gruseln mögen und dass purzelnde Kilos beim Abnehmen nur Gutes im Schilde führen.

Inhalt

Viktor Vogel wiegt 172,3 kg. Das ist eindeutig zu viel. Als er mit seiner Frau einen Ausflug macht und merkt, dass er sich beim Spazierengehen schwer tut und seine ehelichen Pflichten nicht mehr erfüllen kann, beschließt er, abzunehmen. Eigentlich will er den Schwur mit einer Flasche Wein besiegeln, die er am Ausflugsort zerschlägt, dabei schneidet er sich jedoch in die Hand und besiegelt den Schwur so mit Blut.

Viktor legt eine eiserne Disziplin an den Tag, und es dauert nicht lange, bis die Frauen in seinem Weight Watchers Kurs neidisch auf seine Erfolge schielen. Eigentlich fühlt er sich körperlich besser, wären da nur nicht diese Visionen, während derer er immer zusammenbricht. Nicht nur er kann es sehen, auch eine der Frauen aus seinem Kurs teilt die Visionen...

Wenn Viktor nicht mit Abnehmen beschäftigt ist, ist er Lehrer an einer Berufsschule. Dieses Jahr hat er mit drei besonders schlimmen Schülern zu kämpfen, die ihn aufs Übelste bedrohen. Da der Vater eines der Jungen ein einflussreicher Geschäftsmann ist, ignoriert der Direktor das Verhalten der drei Brutalos. Als Viktor ihnen den Tod wünscht, beschwört er damit eine Reihe von Ereignissen herauf, denen er nicht gewachsen ist...

Aufmachung

Was ich besonders schön fand, waren die Innenillustrationen. Vor jedem Kapitel gibt es eine thematisch passende Bleistiftzeichnung, die wirklich hübsch - äh, gruselig - aussah. Ich liebe sowas ja :)

Schreibstil & Lesbarkeit

Ich mag ja generell die auktoriale Perspektive nicht so gerne, und das Buch war eben leider auktorial. Der Stil war eher blumig und umschreibend, was ich auch nicht so sehr mag, was ich aber aufgrund der Kurzgeschichten, die ich vorab gelesen hatte, schon wusste (weswegen es jetzt auch ein bisschen unfair ist, an der Stelle zu meckern). Aber es war trotzdem schön flüssig geschrieben und hat nicht geholpert, sonst hätte ich das Buch nicht an einem Nachmittag lesen können ;)

Fazit

Es hat sich weggelesen wie nix. So ca. nach 60 Seiten war ich richtig in der Geschichte drin, und ab da konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, nichtmal, als ich schrecklich Hunger bekam (ich habe am Vormittag zu lesen angefangen und musste das Mittagessen nach hinten verschieben, weil ich keine Zeit hatte, um zwischendurch zu kochen). Es war wirklich eine nette Idee, es war nicht zu vorhersehbar, es gab ein schönes Ende, aber vor allem war es schön süffig. Gruselig fand ichs nicht, das hat mich aber nicht gestört (und ich bezweifle auch, dass das Buch die Absicht hatte, tatsächlich gruselig zu sein).

Da ich bei Romanen mit meinen Punkten geizig bin, gibt es vier von fünf Punkten. Wenn ich mal mehrere Rezensionen gepostet habe, werdet ihr sehen, dass ich bei Romanen wirklich nur ganz, ganz selten fünf Punkte vergebe, deswegen ist das hier trotzdem eine ganz klare Empfehlung :)


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