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Die Auserwählte

von thekittenhasclaws
Erstellt 09/17/2013 - 22:16

Zunächst einmal hat mir die Idee mit dem Mädchen, das unzählige Male vom Blitz getroffen wurde und diese Energie 'speichern' kann gut gefallen. Das Ganze findet auch noch in einem dystopischem Setting statt? Noch besser, nja dachte ich jedenfalls.

Mia Price scheint eine starke Hauptfigur zu sein, muss sie doch bereits in jungen Jahren die Verantwortung für ihre Familie übernehmen, denn seit dem Erdbeben ist ihre Mutter nicht mehr dazu in der Lage.

Seit einem bestimmten Ereignis versucht Mia ihre Kräfte zu unterdrücken. Doch, ihre Fähigkeiten bleiben nicht unbemerkt. Bald daraufhin findet sich Mia zwischen zwei Gruppen wieder, die sie jeweils für ihre Zwecke benutzen wollen.
Zum einen wären da die Anhänger des Propheten, eine religiöse Sekte und zum anderen die Suchenden, die u,a aus Menschen besteht, die übernatürliche Kräfte besitzen.
Und da wäre natürliche noch der geheimnisvolle Jeremy, der Mia davor warnt keiner der beiden Gruppen zu vertrauen.
Praktisch das ganze Buch besteht aus dem Tauziehen der beiden fanatischen Gruppen um Mia.
Hier muss ich anmerken, dass ich Fanatismus in jeglicher Form nicht mag. Positiv anzumerken ist, dass die Autorin hier sich nicht auf ein Schwarz-Weiß-Schema einlässt. Auch der Schreibstil ist angenehm, aber m.E eher durchschnittlich.

So was mich gestört hat:

Die Charaktere:
Alle Nebencharaktere bleiben blass, selbst Katrina, in der ich großes Potenzial sah wurde auf die intrigante Zicke eingeschränkt, die im Gurnde ihres Herzen ganz nett ist. Aber zu sehen bekommt man eig nur die Zicke.

Jeremy macht nicht viel her außer geheimnisvoll zu sein und gut auszusehen-andere Eigenschaften konnte ich leider nicht finden, da hilft auch eine schlimme Kindheit nicht. Zu keiner Zeit handelt er nachvollziehbar, er kam mir streckenweise wie ein Doppelagent vor, der Identitätsprobleme hat.
Mias Bruder Parker war total überflüssig, mir kam es vor als wäre er nur in der Geschichte damit gewisse Menschen ein Druckmittel für Mia haben.
Und zu guter Letzt Mia, sie entwickelt sich überhaupt nicht weiter, handelt streckenweise einfach dämlich und ist schlicht und einfach substanzlos. Sehr schade, denn zu Beginn machte sie keinen schlechten Eindruck.
Nahezu jeder versucht sie zu manipulieren und/oder Schlimmeres, aber iwie lernt das Mädel nicht dazu.

Die Liebesgeschichte:
Mia verliebt sich quasi von heute auf morgen in Jeremy (dieses Instant Love Gedöns ist ein unschöner Trend :/ ) Und die einzige Begründung, die wir finden ist 'Er ist ja so heiß'. Vor allem ist es total unglaubwürdig, denn Mia misstraut so gut wie Allem, aber ihm nicht, weil er ja so heiß ist...
Was er in ihr sieht ist einem auch unklar.

Anderes:
Der Showdown war so schnell vorbei wie er begonnen hat. Ich hätte mir gewünscht, dass mehr auf Mias Fähigkeiten eingangen wird, weniger religöses Gebrabbel zu lesen ist und vor allem, dass man mehr Hintergrundinformationen zu den Suchenden bekommt, denn die verschwinden nach ner Weile fast von der Bildfläche.
Wie die Liebesgeschichte vorläufig endet dürfte wohl jedem YA Fantasy Leser klar sein, aber jede andere würde große Vertrauensprobleme habe, nicht so Mia.
Und das auf einmal reichlich Menschen mit Blitznarben auftauchen, fand ich recht merkwürdig.
Hach ich weiß gar nicht wie ich das alles erklären soll :S
Das Buch ist an sich nicht wirklich schlecht, aber gut ist anders.
Der Funke ist bei mir definitiv nicht übergesprungen.
Es kann durchaus sein, dass ein paar der offenen Fragen in der Fortsetzung beantwortet werden, aber die werd ich wahrscheinlich eher nicht lesen.

Unteres Mittelmaß => 2,5 Sterne bzw. 7.5/15 Punkten

Empfehlen würde ich es allen die z.B von "Engelsnacht" begeistert waren. Denn diese Leser sind offene Fragen und Love Interests mit merkwürdigem Verhalten gewohnt und so nervig wie Luce ist Mia lange nicht ;P Auch den Angel Eyes Fans könnte es gefallen.



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