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Drei Frauen im R4

Bild von Möp

Inhalt:
In diesem außergewöhnlichen Freundinnen-Roman lernen wir die drei, nun erwachsenen Frauen, Nele, Renate und Trudi kennen, die zum 50. Geburtstag von Neles Kindern eine unglaubliche Überraschung bekommen. Denn so hatten die drei bereits in den 80er Jahren als junge Mädchen und echte Vollblut-Hippies eine Reise nach Italien unternommen, doch diese konnten sie leider nie vollenden, sodass die Herausforderung diesmal darin besteht, dass sie auch wirklich in Italien ankommen. Doch damit nicht genug Herausforderung, denn der Witz an der ganzen Aktion ist, dass die Reise möglichst authentisch und an die 80er Jahre angepasst von statten gehen soll. Konkret heißt das: Keine Mobiltelefone, Essen aus Dosen, wenig Geld, ein alter und klappriger R4 sowie Unterbringung auf dem Zeltplatz.

Unter derart widrigen Bedingungen wird ihre Freundschaft das ein ums andere Mal hart auf die Probe gestellt, doch es wird auch deutlich wie sehr diese gemeinsamen Erfahrungen die drei Mädels zusammenschweißen.

Meine Meinung:
Erst einmal vorweg, nein, ich bin keine Leserin, die in den 80er Jahren selbst noch jung war, sondern wurde erst viele, viele Jahre später geboren und doch kann ich sagen, dass mir das Buch gut gefallen hat. Und das ist doch schon eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass ich mich gar nicht in der Zielgruppe befinde!

Von daher kann ich also getrost sagen, dass Leserinnen (und Leser?), die ihre Jugendzeit in den 80ern verbracht haben, von diesem Roman wirklich begeistert sein müssen, da die Autorin ganz wunderbare Einblicke in diese Zeit gibt und mit viel Liebe zum Detail vom Hippietum, verrückten Klamotten und alternativen Autoaufklebern berichtet. Das gibt der Geschichte auch hin und wieder eine gewisse Situationskomik, sodass selbst ich als eigentlicher „Outsider“ immer wieder sehr lachen musste.

Außerdem kann man der Autorin zu Gute halten, dass sie bei allem Witz den Tiefsinn nicht hat zu kurz kommen lassen, denn sie lässt anklingen, wie sehr im Laufe des Lebens die eigenen Träume im Sand verlaufen, setzt sich damit auseinander, was Freundschaft denn nun wirklich bedeutet, da unsere Protagonistinnen hier manchmal wirklich hart zu kämpfen haben und lässt auch ein kleines Quäntchen Gesellschaftskritik mit einfließen, da die gute Trudi ohne ihr Smartphone keinen einzigen Tag überstehen kann. Der Leser wird also nicht nur gut unterhalten, sondern durchaus auch mal zum Nachdenken über das eigene Leben angeregt.

Fazit:
Ein wirklich tolles Buch, mit einer außergewöhnlichen Idee, die die Autorin hier mit einer guten Portion Humor, aber dennoch ausreichend Tiefsinn sowie natürlich einer atemberaubenden Authentizität umgesetzt hat und so den Leserkreis, der selbst die 80er erlebt und zelebriert hat, wahrscheinlich noch mehr überzeugen kann als mich.


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