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Liebe und andere Parasiten

Bild von Möp

„Die zehn Gebote des alten Testaments scheinen in heutigen Zeiten von einem einzigen abgelöst zu sein: Lass Dich nicht erwischen!“

Inhalt:
Der Protagonist Ritchie war früher einmal ein berühmter Rockstar, heute versucht er sich mit einer Fernsehtalent-Show für Teenies über Wasser zu halten und begeht gleich aus dieser Situation heraus einen riesigen Fehler, indem er sich auf eine Affäre mit einem 15-jährigen Mädchen aus eben dieser Show einlässt. Seine Schwester Bec hingegen ist leidenschaftliche Wissenschaftlerin und derzeit bestrebt, einen wirksamen Malaria Impfstoff zu entwickeln. Nur leider läuft es privat bei ihr nicht sonderlich rund und als sie ihren langjährigen Freund Val eine Abfuhr erteilt, macht dieser von seinem Einfluss und seiner Macht als Redakteur einer großen Zeitung Gebrauch, denn er hat Ritchies kleines Geheimnis herausgefunden...

Meine Meinung:
Selten wurde ich von einem Buch, das ich zu Beginn noch voller Euphorie und purer Begeisterung kaum aus der Hand legen konnte, im weiteren Verlauf so dermaßen enttäuscht und gelangweilt. Man muss James Meek eines lassen: Er weiß, sein Buch zu vermarkten. Der Klappentext verspricht eine Geschichte, die sich mit den ganz großen Fragen des Lebens auseinander setzt und so hofft man, mit Moral, Ethik und Schwarz-Weiß-Malerei konfrontiert zu werden; sich selbst Gedanken über Gut und Böse machen zu müssen.

Doch leider werden da viel zu hohe Erwartungen aufgebaut und es scheitert letztendlich an der Umsetzung wie auch an der Idee, die eigentlich keine mehr ist. Damit wären wir nämlich schon bei dem Punkt, der mich am meisten gestört hat: Der Autor weicht zunehmend von der ursprünglichen Handlung ab, sodass man sich zwischendurch nur noch fragt, was das noch mit dem Klappentext zu tun hat. Außerdem führt er gefühlte eine Million Charaktere ein, die durch die unterschiedlichsten wie komplexesten Beziehungen miteinander verstrickt sind, sodass man schnell nicht mehr durchblickt.

Dies wird spätestens dann zum Problem, wenn der Autor Ritchie, den eigentlichen Protagonisten, für eine Weile aus den Augen verliert, sich stattdessen lieber auf dessen Schwester und ihren Freund konzentriert, die – ja äh was machen die eigentlich? Tut nichts zur Sache, denn voran kommt die Handlung dadurch auch nicht. Man hat einfach das Gefühl, sich nicht wirklich von der Stelle zu bewegen, denn hier passiert 500 Seiten lang gefühlt einfach gar nichts.

Fazit:
„Liebe und andere Parasiten“ erhält von mir nur deshalb 2 Sterne, weil ich auf den ersten 150 Seiten tatsächlich noch begeistert von der Handlung, dem Autor und seinem Stil war. Die restlichen 3 verliert es deshalb, weil ich mich wirklich selten so zu Tode gelangweilt habe und es James Meek wirklich außerordentlich gut gelungen ist, eine so geniale wie vielseitige Idee mit einer Menge Potential durch eine schlechte Umsetzung einfach mal so richtig in den Sand zu setzen.


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