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Besser als nix (Nina Pourlak)

Bild von LieLu

Brendow Verlag

Die Autorin

Nina Pourlak ist 35 Jahre alt und lebt sowohl in München als auch Berlin. Sie arbeitet als Drehbuchautorin und ist derzeit bei der Bavaria Film in München angestellt und wurde für einige Filmprojekte bereits auf verschiedenen Festivals ausgezeichnet.

Besser als nix

Tom, klein, dünn, blass, ist der typische Außenseiter, im Klassenverband, in der Schule, irgendwie auch zu Hause. Wegen der Röhrenjeans, die er immer trug, in schwarz natürlich, wurde er früher ausgelacht, jetzt tragen sie alle! Auch sein Kumpel Mike nimmt ihn nicht ernst, hält in vermutlich für seltsam, nur weil er mal mit Kajal experimentiert hat. Natürlich ist Tom auch seinem Vater, der unbedingt will, dass er eine gute Lehrstelle bekommt, ein Rätsel. Doch Tom will seinen eigenen Weg gehen, arbeiten im Autohaus oder bei der Post? Nichts für ihn. Als die Berufsberatung ihm dann auch noch den Tipp gibt, doch Bestattungskraft zu werden, traut Tom seinen Augen nicht. Nach einem Vorstellungsgespräch stellt er sich jedoch die Frage: „Wieso eigentlich nicht?“ und beginnt eine Ausbildung zum Bestattungshelfer, denn das ist besser als nix. Als dann jedoch ein tragischer Unfall passiert, steht für Tom die Welt Kopf. Doch seine Entscheidung steht fest: diesmal will er bei der Beerdigung dabei sein.

Fazit

Das Buch strahlt von Beginn an eine große Trauer aus, denn man kann förmlich mitfühlen, wie unverstanden und außenvor sich Tom fühlt. Der Leser steigt zu Beginn in den Gedanken Toms ein und findet so schnell heraus, wie er eigentlich fühlt. Interessant sind die kursiv gedruckten Passagen, von denen der Leser vermutet, dass es sich um Toms Gefühlswelt handelt, diese Textteile beinhalten jedoch Nachrufe, in welchen Tom direkt seine tote Mutter anspricht, deren Tod er nicht verkraftet hat. Erzählt wird aus der Perspektive des 18jährigen Tom, der den Roman in typisch jugendlichem Slang verfasst. Sein Lieblingsmensch ist scheint seine Oma zu sein, da er sie sehr oft besucht und auch oft von ihr spricht, sie ist zu Beginn die Einzige, die ihn versteht. Das Verhältnis zu seinem Vater ist gänzlich schlecht und man hat das Gefühl, dass dieser seinen Sohn für einen Versager hält. Dies ändert sich jedoch grundlegend im Verlauf des Romans.

Als Hauptmotiv des Romans würde ich die Auseinandersetzung mit dem Tod wählen, nicht nur dass Toms Mutter an Krebs gestorben ist, was er noch lange nicht verarbeitet hat, sondern auch, weil Tom nur schwarz trägt und einen Ausbildungsplatz als Bestatter vorgeschlagen bekommt. Da er diesen auch annimmt, ist er tagtäglich mit dem Tod konfrontiert. Allerdings ändert sich dies zum Ende zu und aus dem düsteren, stillen und eher traurigen Roman wird ein etwas hellerer und flüsternder Roman. Im Grunde genommen ist es die Geschichte eines Außenseiters, der Bestattungshelfer wird und zurück ins Leben findet.

Ein wunderbar, gefühlvolles und emotionales Buch, welches ich geradezu verschlungen habe.


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