style="display:block"
data-ad-client="ca-pub-7783397286425302"
data-ad-slot="3580846517"
data-ad-format="autorelaxed">

43 Gründe, warum es aus ist

Bild von Möp

Entweder
du fühlst es
oder Du fühlst es nicht.

Inhalt:
Bei diesem Buch haben wir es nicht mit einem Roman im eigentlichen Sinne zu tun, sondern lesen vielmehr einen sehr langen Brief, den Min (kurz für Minerva) an ihren jetzt Ex-Freund Ed schreibt. Diesen Brief (bzw. dieses Epos) möchte sie zusammen mit einer Kiste voller Gegenstände (43 an der Zahl) vor Eds Haustür werfen und reflektiert anhand eines jeden dieser Dinge ihre Beziehung zu Ed. Dennoch hat man als Leser nicht das Gefühl, als werde die Geschichte lediglich nacherzählt, sondern man kann durchaus sagen, dass hier chronologisch eine Handlung, sprich die ganze Story von Mins und Eds Beziehung erzählt wird, da auch des Öfteren Gespräche lebendig wieder gegeben werden.

Meine Meinung:
„Ich habe zu diesem Buch keine Meinung“, würde Mins bester Freund Al jetzt wohl sagen, denn er hat zu nichts eine Meinung. Nein, im Ernst, ich bin mit sehr hohen Erwartungen an dieses Werk herangegangen und hatte mir eine tolle Geschichte erhofft, die in ihrer Umsetzung total einzigartig ist, da ich vor allem diesen Gedanken, in einem Brief mit 43 Gründen mit seinem Ex-Freund abzurechnen, zugegebenermaßen ziemlich inspirierend fand. Doch da wurde ich enttäuscht, vor allem vor dem Hintergrund, dass Daniel Handler und „Lemony Snicket“, der Autor von „Eine Reihe betrüblicher Ereignisse“ ein und dieselbe Person sind. Seine Ausführungen über die Baudelaire Waisen habe ich nur seines tollen Stils wegen gelesen und genau den habe ich bei „43 Gründe, warum es aus ist“ schmerzlich vermisst.

Doch auch inhaltlich konnte mich das alles nicht überzeugen, denn so gab es nunmehr so einige Punkte, die mich an der Protagonistin Min wirklich störten und verhinderten, dass ich sie verstehen, mit ihr mitfühlen und mich mit ihr identifizieren konnte.

Zum Einen wäre da diese Sache mit den Filmen. Min ist verrückt nach irgendwelchen nostalgischen Schwarz-Weiß Filmen, die kein Mensch kennt und die auch kein Mensch sehen möchte. Und dann zieht sie in den belanglosesten Szenen Vergleiche zu diesen total abgedrehten Filmen und bereits nach den ersten 50 Seiten hatte ich so mehr oder weniger die Nase voll davon. Das nervt dann einfach nur noch.

Zum Anderen ist Min einfach ein echt merkwürdiges Mädchen. Ich meine, natürlich gibt es Bücher über merkwürdige Mädchen, die dann sogar sehr gut, weil besonders sind, aber hier ist das ein Störfaktor. Sie ist sich ihres „Andersseins“ und ihrer „Besonderheit“ so dermaßen bewusst, dass sie das in gefühlt jedem zweiten Satz raushängen lässt und mir dadurch sehr unsympathisch wird. Außerdem hat man manchmal das Gefühl, es mit einem außerordentlich naiven 11-jährigen Teenie Girl zu tun zu haben und dann wiederum denkt man, da spricht eine verbitterte 45-jährige in ihrer Midlife-Crisis. Viele ihrer Darstellungen, warum es aus sein soll, warum sie sich über Ed geärgert hat oder warum irgendwelche anderen Leute blöd sein sollen, kann man oft auch einfach nicht nachvollziehen, da Mins Gedankengänge da viel zu unübersichtlich und teilweise unlogisch erscheinen. Anstrengend dieses Mädchen.

Und mich stört, dass alles an diesem Buch so unrealistisch ist. Als ob – Wirklich, als ob Ed diesen Brief lesen würde. Min war ihm doch so egal und warum schreibt sie diesen Brief überhaupt und – Es bleibt am Ende einfach ein großes „HÄ?!“ und eine Menge Fragen.

Fazit:
Daniel Handler hat sich hier wirklich mal etwas ganz Neues und wie ich finde, auch sehr Inspirierendes ausgedacht und seine Idee bietet beeindruckendes Potential, dass der Autor an vielen Stellen durch eine unverständliche Protagonistin und ebenso unverständliche Film-Vergleiche total versaut. Nur an wenigen Stellen merkt man an seinem zum Teil recht gelungenen Schreibstil, dass er es besser kann.


0