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Mitternachtssonne am Fjord

Bild von Möp

Inhalt:
Die deutsche Ärztin Dr. Andrea Sandberg ist vor vielen Jahren nach Norwegen auf die Inselgruppe der Lofoten eingewandert und war dort lange Zeit mit ihrem Mann Magnus sehr glücklich, doch seit sie ihn vor anderthalb Jahren bei einem Segelunfall verloren hat, ist sie todunglücklich. Gemeinsam mit ihrem zweijährigen Sohn Lars versucht sie, den Verlust zu überwinden und ihren Alltag zu meistern, denn sie hat schließlich die Arztpraxis eines alteingesessenen Arztes der Insel übernommen. Deshalb genießt sie auch ein gewisses Ansehen, bei den Bewohnern und Nachbarn, die sie mit ihrem Tun in jeder Hinsicht unterstützen.

Bald jedoch steht Andrea vor einer schwierigen Entscheidung, denn sie lernt zwei neue Männer kennen: Den attraktiven Jacob, der sich die größte Mühe gibt, Eindruck bei ihr zu schinden und Kristian, der als der Cousin von Magnus plötzlich auf den Lofoten auftaucht und Magnus unglaublich ähnlich sieht...

Meine Meinung:
Also vorweg muss ich schon einmal sagen, dass mich dieses Buch echt nicht von den Socken gehauen, sondern streckenweise sehr enttäuscht hat, auch wenn man ihm durchaus den ein oder anderen positiven Aspekt abgewinnen konnte.

So wusste ich gar nicht, dass es sich bei „Mitternachtssonne am Fjord“ um die Fortsetzung des ersten Bandes handelte und konnte deshalb der Handlung sofort gut folgen, da man an den richtigen Stellen auch noch die nötigen Informationen bekommt, um alles verstehen zu können. Das ist der Autorin wirklich mal gut gelungen.

Aber da hört es dann leider auch schon auf, denn die Handlung ist so ein Problem für sich. Denn eigentlich reicht es, den Klappentext zu lesen und dann weiß man auch schon alles, was passiert, da sich die Autorin über 400 Seiten mit unnötigen Details und unwichtigen Handlungssträngen aufhält. Außerdem weiß man als Leser von der ersten Seite an, was geschehen wird und die Geschichte ist so vorhersehbar, dass man eigentlich nur noch wartet, bis Andrea und ihre Freunde es auch endlich mal begreifen. Ich finde das immer recht nervig, wenn man ein Buch liest und hinterher nicht sagen kann, worum es ging, weil es kaum Handlung gab.

Auch die Figuren konnten da nicht mehr viel retten, denn so sind sie durchgängig in Schwarz-Weiß gehalten und es gibt ausschließlich gute und böse Menschen. Das Ganze ist so dermaßen klischeehaft kitschig gestaltet, dass es fast schon wieder lustig ist. Nein, im Ernst, dieses Buch liest sich, als würde man einen ohnehin schon viel zu süßen Tee trinken, nachdem man eine ganze Packung Süßstoff dazu gekippt hat. Es ist einfach zu viel des Guten, sodass einem irgendwann regelrecht schlecht wird.

Die Gestaltung dieses Romans als eine Art Reiseroman tut dazu sein Übriges, denn diese ganzen Möchtegern-romantischen Landschaftsbeschreibungen waren mir einfach zu viel und bewirkten dann bei mir eher eine Abneigung gegenüber der skandinavischen Natur.

Fazit:
Alles in allem ist dieses Buch wohl so eine abstruse Mischung aus einer unrealistisch-kitschigen Liebesschnulze, einem Arztroman, einem Reisebericht und einem Krimi für Grundschulkinder, sodass ich mir nicht vorstellen kann, dass eine Frau, die noch ganz bei Sinnen ist, sich mit dieser Geschichte identifizieren kann und würde es daher eher nicht empfehlen. Es ist einfach so ein Buch, das vielleicht süße alte Omis noch richtig klasse finden, aber mein Fall war es definitiv nicht.


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