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Melancholisch und tiefsinnig

Bild von Janama

Dieses Buch ist wahrlich keine Lektüre für Zwischendurch, da es zwar sehr still aber dennoch sehr aufwühlend geschrieben wurde. Vorwiegend tritt Melancholie in den Vordergrund und alles umgibt das Gefühl von Trauer, Verlust, Erinnerungen und des Loslassens. Für meinen Geschmack, war mir die Geschichte erzählt von der jüngeren Schwester Anne , aus ihrer Perspektive dennoch etwas zu schwermütig, Auch ihren Charakter fand ich ab und an etwas zu schwierig? Sie vergeht des Öfteren bei ihren Schilderungen von ihrer Kindheit vom Gefühl der Eifersucht und des allesverzehrenden Gefühl des Neids auf ihre ältere Schwester Marie. Hier hätte ich sie manchmal packen und schütteln wollen, nachdem sie in Selbstmitleid gebadet hatte. Doch auch der Rest ihrer Familie scheint auf die eine oder andere Weise schwierig gewesen zu sein, insbesondere ihre heiß und innig geliebte Oma, die man eigentlich nur als "sonderlich" beschreiben kann. Von ihr kommt auch der Spruch " Wer morgens lacht, und mittags singt am Abend in die Hölle springt" und auch der Spruch: "Wart nur, wart nur, wirst schon sehen"...

Anne , die sich schon immer benachteiligt gegenüber ihrer Schwester fühlte und im voranschreitenden Alter immer eifersüchtiger auf sie wird, da sich Marie nichts gefallen lässt , mutig, hübscher und viel eigensinniger ist, ist am Anfangs eigentlich froh, als Marie plötzlich verschwindet. Da die beiden Mädchen sich im Laufe der Jahre voneinander immer mehr distanziert hatten, auch kein Wunder. Dennoch spukt Marie noch Jahre später in Annes Kopf herum. Und die Frage, was mit ihrer Schwester tatsächlich geschehen ist? Nach Jahren versucht sie anhand ihren Erinnerungen alles aufzuschreiben und zu verstehen, wie alles soweit kommen konnte... Am Ende kann man verstehen, warum gerade Marie das loslassen besonders schwer fällt...

Ein wirklich intensiver Roman, der den Leser hautnah in eine komplizierte und sehr eigenwillige Erinnerung mitnimmt. Dennoch war mir das Buch, dann doch etwas zu träge, denn Spannung war nicht wirklich zu finden. Auch wenn es wirklich still und intim war, Annes Aufarbeitung mitzuerleben, war es einfach nicht so ganz mein Genre, fürchte ich.


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