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Die Stadt der Blinden

Bild von Snowblood

Alles beginnt an einer Kreuzung, als ein Autofahrer plötzlich erblindet. Ein anderer Mann bringt ihn nach Hause, stiehlt ihm bei dieser Gelegenheit das Auto, und wird selbst blind. Dann erblindet ein Augenarzt, es folgen eine Patientin in der Augenarztpraxis, eine junge Frau – und die "weißen Blindheit" breitet sich immer weiter aus.

Es gibt keine Erklärung für die plötzliche Erblindung so vieler unterschiedlicher Menschen, geschweige denn ein Heilmittel gegen die Krankheit. Nach Ansicht der Regierung handelt es sich um eine Epidemie, also müssen die Befallenen und die Kontaktpersonen in Quarantäne. Eine frühere Irrenanstalt wird dafür überhastet eingerichtet, um weitere Ansteckungen zu vermeiden. Bewacht werden sie von Soldaten, die den Befehl haben, jeden Fliehenden zu erschießen.

Obwohl es weder sauberes Wasser noch funktionierende sanitäre Anlagen gibt, ist die Situation anfangs aufgrund der geringen Anzahl der Internierten noch erträglich. Doch in der Außenwelt erblinden immer mehr Menschen und die Anstalt füllt sich. Bald häuft sich der Schmutz und es herrschen Aggression und Gewalt. Es schließen sich Gruppen zusammen: Die Gewaltbereiten unterdrücken und demütigen die Schüchternen. Organisierte Vergewaltigungen und Diebstähle, sogar der rationierten Mahlzeiten, häufen sich.

Mitten in all dem Chaos gibt es eine Frau, die sehen kann. Sie hat die Blindheit nur vorgetäuscht, um ihren Mann begleiten zu können. Sie verrät aus Angst, zur Dienstbotin gemacht zu werden, nichts davon, hilft jedoch im Verborgenen, wo sie kann. Sie ist es, die nach einer Zeit der Unterdrückung und Ausbeutung den Anführer der verbrecherischen Bande umbringt, was einen regelrechten Krieg auslöst, der damit endet, dass die Anstalt abbrennt. Zunächst fürchten die Blinden um ihr Leben, da die Soldaten, die sie bewachen, bereits mehrere von ihnen erschossen haben. Doch es sind keine Wachleute mehr da. Die sehende Frau schart eine kleine Gruppe um sich, mit der sie zurück in die Stadt geht. Inzwischen sind alle Menschen erblindet, es herrschen unmenschliche Umstände,auf den Straßen häuft sich der Schmutz, Strom oder fließendes Wasser gibt es nicht mehr, Scharen von Blinden suchen verzweifelt nach Lebensmitteln und Obdach. Viele von ihnen finden den Tod. Der Frau gelingt es, mit ihrer Sehkraft das Überleben der Gruppe zu sichern.

Völlig überraschend erhält der als erstes erblindete Autofahrer sein Augenlicht zurück. Nach und nach können alle wieder sehen. Dann scheint es für kurze Zeit, als ob die Frau, die nie blind geworden war, ihre Sehkraft verlieren würde. Am Schluss wendet sich alles zum Guten. So erhält diese Parabel einen optimistischen Ausklang.


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