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Partials - Aufbruch

Bild von Levenya

Partials - Aufbruch

Dan Wells studierte Englisch an der Brigham Young University in Provo, Utah. Der überzeugte Mormone war Redakteur beim Science-Fiction-Magazin „The Leading Edge“. Mit „Ich bin kein Serienkiller“ erschuf er das kontroverseste und ungewöhnlichste Thrillerdebüt der letzten Jahre. Seine Romane um den jungen Killer John Cleaver sind große Erfolge. „Partials“, der Auftakt zu seiner neuen Young-Adult-Serie, eroberte den US-Buchmarkt im Sturm.

Klappentext
Den Krieg gegen die Partials, künstlich erschaffene Menschen, haben nur wenige tausend echte Menschen überlebt. Die 16-jährige Kira begibt sich mit einer Gruppe Verbündeter nach Manhattan, ein Gebiet, das die übermächtigen Partials beherrschen. Und dabei entdeckt sie, dass nicht nur die Menschen, sondern auch die Partials vor dem Untergang stehen – und beide mehr gemeinsam haben, als sie ahnten. Die letzten Menschen haben sich nach einer verheerenden Katastrophe nach Long Island, vor die Tore Manhattans, zurückgezogen. Die Partials, übermächtige Krieger, die einst von den Menschen erschaffen wurden und sich dann gegen sie wendeten, bedrohen die Überlebenden. Und eine unheilbare Seuche fordert ihre Opfer. Die sechzehnjährige Kira setzt alles daran, einen Weg zu finden, die Krankheit zu heilen. Doch dieser Weg führt sie nach Manhattan, mitten in das Gebiet der unheimlichen Partials. Und was sie dort entdeckt, wird nicht nur ihr eigenes, sondern das Schicksal aller Geschöpfe auf unserem Planeten verändern …

Leseprobe

Meinung
Der Klappentext hat mich auf Anhieb angesprochen und ich musste das Buch einfach lesen. Aber nachdem ich das Buch jetzt gelesen habe, kann ich mich nicht so richtig entscheiden, ob ich es gut finde oder nicht.
Sehr gut gefallen hat mir der mal etwas andere dystopische Ansatz, dass sich von Menschen geschaffene „Partials“ gegen die Menschheit richtet, sie vernichtet und die Welt übernehmen. Ist zwar kein allzu unbekannter Ansatz, aber mir gefällt er und Dan Wells hat ihn überzeugend umgesetzt. Ein Virus, das die Menschheit bis auf einen kleinen Prozentsatz ausrottet, ist für mich auch eine tolle Idee. Erschütternd und herzergreifend war für mich, dass alle Neugeborenen auf Grund dieses Virus kurz nach der Geburt sterben und die Menschheit dadurch um ihr nacktes Überleben kämpfen muss. Was für ein schrecklicher Gedanke. Durch das Zukunftsgesetz werden die Frauen dazu genötigt, immer wieder Babys zu bekommen. In der Hoffnung, das endlich ein Baby resistent ist und überlebt. Dan Wells beschreibt in dem Buch grandios die widerstrebenden Gefühle der letzten Überlebenden. Einerseits wollen sie alles dafür tun, damit die Menschheit nicht vollkommen erlischt. Andererseits wollen sie nicht wie „Zuchtstuten“ behandelt werden und selbst entscheiden, wann sie bereit sind, ein Kind zu bekommen. Es ist nur ein schmaler Grad zwischen Menschlichkeit und Unmenschlichkeit und eine Grundfrage, die sich durch das gesamte Buch zieht und auch den Leser zum Nachdenken anregt.
Dan Wells hat einen wunderbaren Schreibstil, bei dem man nicht aufhören kann zu lesen. Er schreibt sehr gefühlvoll, aber nicht zu übertrieben. Auf der anderen Seite hat er auch ganz wunderbar die wissenschaftlichen Aspekte und die rein taktischen und analytischen militärischen Planungen nüchtern und neutral beschrieben. Das hat mir sehr gut gefallen und war für mich eine angenehme Abwechslung.
Die Charaktere sind ebenfalls alle sehr gelungen. Alle sind sehr facettenreich, vielfältig und individuell. Jeder vertritt eine ganz eigene Position und Meinung in der neuen Gesellschaft. Befürworter, Gegner, neutrale Personen, Freunde, Mütter und Familie.
Andererseits muss ich leider sagen, dass mich die Hauptperson Kira nicht gänzlich überzeugen konnte. Sie ist mir zwar sofort sympathisch gewesen, aber mich hat es gestört, dass sie für alles eine Lösung hat. Außerdem finde ich persönlich ihre Verbindung zu den Partials und zu ParaGen nicht sonderlich passend. Es ist ein interessanter Aspekt, aber es war für mich zu offensichtlich, dass sie etwas ganz besonderes ist. Ich bin aber gespannt, wie es mit ihr im zweiten Band weiter geht.
Den Partial Samm konnte ich anfangs nicht richtig einordnen. Ich war genervt davon, dass er ein Partial sein sollte, der Frieden mit den Menschen wollte. Das kam mir zu plump vor und ich war froh, dass Dan Wells sich noch etwas anderes für ihn überlegt hat. Leider konnte Samm mich trotzdem nicht überzeugen, aber ich werde ihm im zweiten Band eine Chance geben.
Die Idee mit einer Rebellenfraktion darf in einem dystopischen Buch natürlich nicht fehlen, aber was war das mit der Stimme? Alle haben Angst vor ihr. Sie plant und führt Angriffe auf die Gesellschaft durch. Aber kaum wurden die Rebellen etwas genauer erklärt und kamen zu Wort, war das Buch auch schon vorbei und es herrschte ein Abkommen zwischen der Regierung und den Rebellen. Auch hier bin ich auf den zweiten Band gespannt, denn so ganz überzeugt wurde ich nicht.

Alles in allem hat mir das Buch dennoch gut gefallen und ich konnte es nicht aus der Hand legen. Für mich hat es einige Schwächen, die aber die vielen positiven Aspekte wieder wett machen. Ich sehne den zweiten Band, „Fragments“ (engl. Titel), der im Frühjahr 2014 bei uns erscheinen soll, herbei. Ich bin schon sehr gespannt darauf, mit Kira weiter zu forschen und hoffe, dass dann meine letzten Zweifel beseitigt werden.
Der Abschlussband der Trilogie, „Ruins“ (engl. Titel) erscheint im März 2014 in den USA und soll im Oktober 2014 bei uns erscheinen. Wer sich das Warten auf die nächsten Bände versüßen möchte, kann das mit der Kurzgeschichte „Isolation“ tun, die es allerdings, und das finde ich sehr schade, bis jetzt nur als eBook gibt.

Wer ein Fan von Dystopien ist, sollte sich das Buch unbedingt zulegen. Denn enttäuscht wird man hier auf keinen Fall. Ich kann es euch nur empfehlen.

Levenya

Levenyas Buchzeit

Fakten
Gebundene Ausgabe: 512 Seiten, Verlag: ivi (12. März 2013), Sprache: Deutsch, ISBN-10: 3492702775, ISBN-13: 978-3492702775, Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren


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