style="display:block"
data-ad-client="ca-pub-7783397286425302"
data-ad-slot="3580846517"
data-ad-format="autorelaxed">

Er ist wieder da von Timur Vermes

Bild von Möp

Inhalt:
Plötzlich ist er wieder da. Mitten auf einem offenbar leeren Grundstück in Berlin Kreuzberg erwacht der totgeglaubte Diktator und einer der größten Verbrecher der Geschichte: Adolf Hitler. Er ist zunächst vollkommen verwirrt und braucht erst einmal eine Weile bis ihm klar wird, dass er sich nicht im Jahre 1945 befindet, sondern dass man bereits das Jahr 2011 schreibt.

So wandelt er nun also durch die Straßen Berlins, verwundert über all jene seltsamen Zustände, und fällt nicht in einem solchen Maße auf, wie man es erwarten könnte. Denn so wird er natürlich für einen verkleideten Filmschauspieler gehalten, da derlei diesem Viertel nicht unüblich ist. Wie sollte er denn auch der echte Adolf Hitler sein? Das geht doch gar nicht!

Und wie das geht. Bald schon entdecken ihn Filmproduzenten, die glauben, mit ihm einen riesigen Erfolg landen zu können, da er für sie nun als der beste Hitler-Imitator aller Zeiten gilt. Doch dass sie nicht wissen, wen sie da eigentlich vor sich haben, wird spätestens dann deutlich, als Hitler beginnt, die neue Publicity für seine „Bewegung“ und Propagandazwecke zu nutzen...

Meine Meinung:
Also alles in allem hat mich Vermes Werk durch und durch und durch sehr zum Lachen gebracht, denn zugegeben, es ist einfach witzig! Besonders fallen da natürlich Hitlers Begegnungen mit der modernen Technik auf wie aber auch die Konfrontation seiner Person mit gewissen Fernsehsendungen im Nachmittagsprogramm von RTL. Diese Momente hat der Autor wirklich herrlich beschrieben!

Man erlebt all dies aus der Sicht Hitlers, also in der Ich-Perspektive, sodass man jeden seiner absurden Gedankengänge verfolgen und so seine Aussagen nachvollziehen kann. Man befindet sich also gewissermaßen in der von Vermes intendierten Zwickmühle, dass man sich oft dabei erwischt, wie man dem Protagonisten gar zustimmen möchte.

Allerdings – und das war wirklich mein größtes Problem beim Lesen – ist und bleibt diese Geschichte wenig realistisch. Es wird nicht geklärt, wie Hitler es in das Jahr 2011 geschafft hat. Ob es nun eine Zeitreise oder sonstwas war, bleibt somit offen. Des Weiteren wird dargestellt, dass zunehmend immer mehr seiner Mitarbeiter ihn morgens mit einem anständigen deutschen Gruß begrüßen – Natürlich „nur so zum Spaß“. Ich finde diese Vorstellung vollkommen absurd, denn in einer so aufgeklärten Gesellschaft wie wir sie hier in Deutschland derzeit vorfinden, ist dies schlichtweg unmöglich, denn da zucken manche Menschen ja schon zusammen, wenn man den Namen Adolf Hitler nur ausspricht. Ferner ist mir aufgefallen, dass die Gefühlswelt dieses Diktators für mein Empfinden widersprüchlich dargestellt wurde. Besonders deutlich wurde dies in einer Szene, in der Hitler bedauert, eine jüdische Familie ermorden lassen zu haben.

Doch man muss dazu sagen, Timur Vermes scheint ein Mann zu sein, der sich in der deutschen Geschichte wirklich auskennt, denn das beweist er uns des Öfteren sehr eindrucksvoll und so kann es durchaus sein, dass der Durchschnittsdeutsche da völlig andere Vorstellungen von Hitlers Person hat.

Fazit:
Ein ganz besonderes Buch, das es nicht umsonst auf die vordersten Ränge der Bestsellerlisten geschafft hat und das einfach so unvorstellbar böse ist, dass man sich bei jeder Seite fragt: „WAS hat dieser Autor hier eigentlich zu Papier gebracht?!“ Trotz auffallend viel Humor und Witz bietet dieses Buch im Gegenzug eine Menge Tiefsinn, sodass auch der nachdenkliche Leser in dieser Hinsicht nicht zu kurz kommt.


0