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Paradiesvoll & geheimnisgrün

Bild von LieLu

Chicken House – Carlson Verlag

Die Autorin

Helen Phillips ist am Fuß der Rocky Mountains, in Colorado, USA, aufgewachsen, zusammen mit drei Geschwistern. Als sie elf Jahre alt war, verlor sie ihre Haare aufgrund einer Autoimmunkrankheit, was damals ziemlich schlimm für sie war. Heute findet sie, dass es auch Vorteile hat: Man bekommt kein Shampoo in die Augen. Kurz nachdem sie ihre Haare verlor, beschloss sie, wie Mad in "Paradiesvoll & geheimnisgrün", jeden Tag ein Gedicht zu schreiben – ein Ritual, das sie über acht Jahre beibehielt.

Helen studierte in Yale und erwarb einen Master in Bildender Kunst am Brooklyn College. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Künstler Adam Douglas Thompson, und ihrer Tochter lebt sie in Brooklyn, New York.

Inhalt

Als Mad und Ru von ihrem Vater einen verschlüsselten Brief bekommen, ist noch alles in bester Ordnung. Er ist wie so oft auf Expedition im Regenwald, um einen besonderen Vogel zu suchen. Da er Madelines Schwester Ruby jedes Mal Briefe in Codeform schreibt, halten es die beiden höchstens für einen schlechten Scherz, als sie nun ein Gedicht mit Blumenranken verziert vorfinden. Als jedoch ständig der zwielichtige Arbeitskollege Ken Candy auftaucht und sie auch bald kein Lebenszeichen ihres Vaters mehr erhalten, ist klar, dass etwas nicht stimmt und die Familie Flynn-Wade macht sich auf den Weg in das grünste Spa der Welt: La Lava. Dort angekommen scheint alles seine Ordnung zu haben, nur ihr Vater verhält sich immer noch merkwürdig. Schon bald überschatten seltsame und unheimliche Ereignisse das wundervolle Ambiente von La Lava. Nicht nur, dass in dem Gelände keine Kinder erlaubt sind, alle Leute verhalten sich seltsam aufgesetzt und perfekt. Auch der unheimliche Vulkan bereitet Mad und Ruby sorgen.
Schon bald begeben die beiden sich zusammen mit dem jungen Kyle auf gefährliche Abenteuer in den Dschungel.

Fazit

Von Anfang an ist klar, dass irgendwas nicht stimmt. Nach einigen Verwirrungen zu Beginn des Buches, welche wohl auf die kindliche Sprache der zwölfjährigen Madeline und der neunjährigen Ruby zurück zuführen sind, wird der Leser schnell von einer etwas unheimlichen, aber auch wunderbar spannenden Atmosphäre umgeben. Man fühlt sich mittendrin in dem Drama um den Familienvater und die seltsamen Vorkommnisse in La Lava. Einiges wird dem Leser auch nicht von Anfang an klar, es tauchen immer wieder Personen auf, die zunächst im Zusammenhang keinen Sinn ergeben. Dies ist auch darauf zurück zuführen, dass die Geschichte größtenteils aus der Sicht von Mad erzählt wird und sie nicht alles so schnell zu begreifen scheint bzw. eine andere Auffassung von den Dingen hat, wie ihre temperamentvolle Schwester Ru, die die Leidenschaft für Vögel und Codes knacken mit ihrem verschwundenen Vater teilt. Früher oder später wird jeder Leser des Buches sich selbst mitten im Geschehen wiederfinden, so fühlt man sich von dem Buch gefesselt. Auch wenn einige Entscheidungen der Kinder vermutlich zu schnell und übereilt geschlossen werden, geht in diesem Zusammenhang das typisch Kindliche nicht verloren. Beim Lesen strengt es ein wenig an, dass Ru, die jüngere der beiden Schwestern meist alles zu wissen und zu verstehen scheint. So wird Mad in eine Rolle der unwissenden und teilweise etwas naiven großen Schwester gedrängt, die sie möglicherweise gar nicht ist. Trotzdem kann der Leser sowohl ihre Einstellung, als auch die Sicht von Ru gut nachvollziehen.

Helen Phillips weiß noch genau, wie entsetzt sie war, als sie in ihrer Kindheit zum ersten Mal vom Aussterben der Arten gehört hatte. Sie fand es schrecklich, dass eine ganze Spezies einfach vom Erdboden verschwindet. Das Artensterben des Bermuda-Sturmvogels (Lazarus-Spezies) nimmt sie sich zum Vorbild und entwickelt die Geschichte dieses außergewöhnlichen Buches. Sie selbst identifizierte sich mit Mad, denn auch sie fühlte sich in Costa Rica, wo sie ihre Collagezeit verbrachte, wie auf einem fremden Planeten. Auch weitere Buchdetails tragen deutliche autobiografische Charakterzüge von Helen Phillips, wie die Geschwisterkonstellation, Regenwalderlebnisse und Erfahrungen beim Wandern etc.

Die Eindrücke der Regenwälder Costa Ricas vor Augen, beschließt sie ein Buch über jene Umweltprobleme des Artensterbens zu schreiben. Das „Böse“ und „unheimliche“, von welchem im Buch immer wieder die Rede ist stellt wohl die Managementetage des La Lava, wo sich die Haupthandlung des Werkes abspielt, dar, welche vorgibt die Umwelt zu schützen, in Wirklichkeit jedoch das ansässige Ökosystem für eigene Zwecke ausbeutet.
Dieses Thema anzusprechen, finde ich vor allem in einem Kinder- bis Jugendbuch sehr gut gelungen, da die Probleme des Artenaussterbens auch schon jüngeren Kindern klargemacht werden muss. Ein gut gelungenes Buch, welches sich zu lesen lohnt.


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