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Osama von Lavie Tidhar

Bild von Möp

Inhalt:

Der Privatdetektiv Joe wird bald von einer mysteriösen Frau beauftragt, den Autor einer Buchreihe über fiktive Terroranschläge ausfindig zu machen. Mike Longshott ist sein Name und in seinen Werken thematisiert er immer wieder verschiedene Formen von Terrorismus, deren Drahtzieher und auch großer Held der Romane Osama bin Laden ist. An sich könnte man meinen, für Joe sei dies ein Leichtes, doch dann begibt er sich auf der Suche nach dem, zurückgezogen lebenden Schriftsteller auf eine Reise um den Globus und begegnet ungeahnten Gefahren.

Meine Meinung:

Also schon einmal vorweg: Dieses Buch hat nicht einfach nur eine Handlung, sondern einen doppelten Boden. Daher verstehe ich „Osama“ auch nicht als einen konventionellen Thriller oder einen Krimi, denn im Grunde ist die Zuordnung zu einem Genre auch nicht ganz eindeutig.

So ist „Osama“ auch vor allem dadurch gekennzeichnet, dass es eine Menge Fragen aufwirft, der Autor sehr viel Symbolik und metaphorische Tiefe mit einbringt, letzten Endes aber doch Vieles offen bleibt. Eines meiner größten Probleme war es, mir über die Charakterisierung der Figuren klar zu werden, denn so erfährt man im Grunde nichts über Joe und seine Auftraggeberin wie auch Osama bin Laden und vor allem den geheimnisvollen Mike Longshott. Das habe ich schon als sehr störend empfunden, denn wenn man sich ständig denkt „Hä?! Das verstehe ich jetzt nicht. Was soll das?!“ beeinträchtigt das doch ungemein den Lesefluss.

Allerdings bin ich letzten Endes zu dem Schluss gekommen, dass dieses bewusste Schaffen einer großen Verwirrung auch gewissermaßen eine regelrechte Taktik des Autors ist. Es sind nämlich durchaus immer mehrere Interpretationsansätze möglich und auch ich konnte mir meine eigenen Gedanken über die mögliche Intention des Autors machen, obwohl ich nur sehr wenig verstanden habe.

Dieses Buch ist eher für Menschen geeignet, die ein Buch gerne tiefer analysieren möchten und Spaß daran haben, eigene Vermutungen anzustellen und an einer eigenen Lösung herumzubasteln. Denn dafür bietet Lavie Tidhar eine ganze Menge Vorlagen, da er häufig auf geschichtliche Hintergründe oder auch kulturelles und politisches Zeitgeschehen anspielt.

Ich empfehle dieses Buch daher vielleicht eher an Deutschlehrer (*zwinker*) oder generell Menschen, die nicht sofort frustriert sind, wenn sie mal eine etwas härtere Nuss wie diese zu knacken haben, denn im Grunde nimmt man aus „Osama“ doch Einiges mit.


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