style="display:block"
data-ad-client="ca-pub-7783397286425302"
data-ad-slot="3580846517"
data-ad-format="autorelaxed">

(Rezension) Wie viel Leben passt in eine Tüte?

Bild von JaneF

Meine Meinung:
Das Cover des Buches war es sicher nicht, dass mich überzeugt hat es zu lesen und der Klappentext auch nicht. Letzendlich haben mich die vielen begeisterten Bewertungen der anderen Lesesuchtis überzeugt und ich gestehe: Ich bereue NICHTS!

Da ich tendenziell mehr Fantasy, Dystopie und so etwas in dieser Richtung lese, bin ich eigentlich immer ziemlich kritisch, solchen Teenie-Romanen gegenüber. Ich finde hierbei fällt es den Autoren komischerweise immer sehr schwer Spannung aufzubauen und beizubehalten.
Schön das mir dieses Buch zeigen konnte, dass es auch anders geht.
Man merkt sofort, dass die Autorin den Schwerpunkt ihrer Geschichte nicht auf Originalität oder Kreativität der Handlung gelegt hat. Ich meine mal ehrlich, zusammengefasst geht es darum: Ein Mädchen, Rose, muss mit dem Tod ihrer Mutter klar kommen, die Dinge deuten, die sie ihr hinterlassen hat und verliebt sich dabei ganz "zufällig" in ihren Gärtner, einen ganz unscheinbaren Jungen, der ihr vorher nie richtig aufgefallen ist und natürlich auch eine tragische Vergangenheit hat, was sie beide nun ebenfalls verbindet. Das ist nun wirklich nichts Neues. Das Besondere an dem Buch ist eher die Art und Weise, wie es geschrieben ist.
Die Autorin bringt so viel Gefühl, Leben und Intensität in ihre Geschichte, dass man einfach gar nicht anders kann als weiter zu lesen. Es gibt sowohl unglaublich traurige Stellen, wo ich wirklich fast heulen musste, wie auch wundervoll witzige Stellen, bei denen man sich echt kringeln könnte vor lachen. Und gerade diese Hochs und Tiefs machen dieses Buch so atemberaubend und man durchlebt mit Rose eine wunderbare Geschichte.
Die Charaktere der Geschichte muss man einfach lieb gewinnen. Rose, die ihr Leben nach dem Tod ihrer Mutter komplett umkrempelt, ist mir sehr symphatisch gewesen. Zwar finde ich manche Aktionen und Reaktionen von ihr ein bisschen zu kitschig oder overacted, aber das gleicht sich einfach durch ihre süße Art und diese wundervolle Geschichte wieder aus und rückt in den Hintergrund.
Besonders lieb gewonnen habe ich ihre Omi. Hach, ich liebe sie einfach! Während alle im Haus nämlich Trübsal blasen und noch immer mit Trauern beschäftigt sind, bringt die Oma mal wieder richtig Leben ins Haus und macht klare Ansage. Harte Schale, weicher Kern trifft wirklich perfekt auf sie zu! Sie hat eine wirklich bedeutende und tragende Rolle im Buch ist dazu noch unglaublich witzig und cool! Wie sich die Beziehung zwischen ihr und Rose entwickelt fand ich wirklich gelungen und sehr schön.
Das Buch ist insgesamt ziemlich vorhersehbar und hat auch wenig überraschende Handlungen. Es gibt eine handvoll kitschiger Romantik und man muss auch mit ein bisschen rumgedönse rechnen, aber es ist nicht zu fassen: Ich liebe dieses Buch trotzdem! Die Autorin hat es einfach drauf mit Worten zu spielen und Gefühle rüber zu bringen. Ob es frühere Erinnerungen von Rose' sind, wo ihre Mutter noch lebte, oder gegenwärtige Situationen, sie werden alle wunderwunderschön erzählt.

Was nebenbei bemerkt vielleicht auch noch interessant ist, dass die Geschichte auf einer wahren Geschichte aufgebaut ist. Auch Donna Freitas hat ihre Mutter früh verloren und erzählt vermutlich auch ein bisschen davon, wie sie mit dieser schwierigen Lage umgegangen ist. Dieses Buch widmet sie ihrer verstorbenen Mutter.

Schreibstil:
Wundervoll und fließend erzählt Donna Freitas mit viel Gefühl und unglaublich bildhaft ihre Geschichte. Der Schreibstil dieses Buches ist wirklich ein Musterbeispiel und bei dieser Geschichte wahrscheinlich DAS Mittel, was das Buch so unglaublich macht. Am Anfang jedes Kapitel ist ein Lied aufgeführt, anstatt einer Überschrift und am Ende des Buches, werden diese sogar noch mit Rose und dem Tod ihrer Mutter in die Geschichte mit eingebunden. Dies fand ich eine sehr sinnvolle und stilvolle Idee, die durchaus ihre Wirkung zeigt.

Fazit:
Donna Freitas hat keine revolutionäre neue Idee mit ihrem Roman gehabt, aber man merkt und fühlt beim Lesen einfach Alles. Die Geschichte ist traurig, lustig und fesselnd zugleich. Der Schreibstil ist grandios und obwohl es manchmal vielleicht eine Dosis zu viel Kitsch war, ist es doch eine absolut empfehlenswerte Geschichte mit super viel Gefühl! Aber lest selbst...!


0