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Frau Bengtsson geht zum Teufel

Bild von SonjaB

Frau Bengtsson ist eine biedere Vorstadthausfrau mittleren Alters. Alles in ihrem Leben ist durchorganisiert und geregelt. Es wird genau nach Plan sauber gemacht, Essen gekocht. Sie ist nicht berufstätig, besucht in ihrer Freizeit aber verschiedene Kurse. Und dann eines schönen Tages passiert ein Unglück: Ihre Haare verfangen sich im Ansaugstutzen für die Massagefunktion der Badewanne und sie ertrinkt – für genau 38 Sekunden. Dann hat Gott ein Einsehen, denn der Tod war gar nicht geplant, und er erweckt sie wieder zum Leben. Frau Bengtsson kommt daraufhin ins Grübeln und beginnt, sich für das Christentum zu interessieren. Sie beginnt, die Bibel zu lesen, hat aber sofort einige Probleme damit, denn sie versteht nicht alles und ist längst nicht mit allem einverstanden, was da von Gott erzählt wird. Zum Glück hat sie ihre junge Nachbarin Rakel, die Pastorin werden will, und begibt sich gleich zu ihr und beginnt, mit ihr über die Bibel und Gott zu diskutieren. Was sie dabei nicht weiß, ist, dass Rakel zwar nach außen gläubig ist, aber selbst auch so ihre Probleme mit der Religion hat. Und nun ist auch noch der Teufel in Rakel gefahren und spricht durch sie. Dass es da zu weiteren Verwicklungen kommt, versteht sich von selbst …

Das Buch erweckt den Eindruck, dass es lustig sei. Aber bis auf wenige Ausnahmen (etwa Gott, wie er Zimtschnecken bäckt, denen er sein Antlitz verleiht, damit die Gläubigen in aller Welt an ein Wunder glauben) ist dieses Buch weit davon entfernt, lustig zu sein. Stattdessen ist es vielmehr eine unorthodoxe Auseinandersetzung mit dem Christentum und auch der Kirche. Es werden viele Fragen aufgeworfen und nach Lösungen gesucht. So wird es nebenbei etwa thematisiert, dass die Kirchen außerhalb der Gottesdienste verschlossen sind aufgrund einer Anordnung der Stadtverwaltung. Hat man zu anderen Zeiten ein Anliegen, muss man sich telefonisch an den Pastor wenden.

Es ist jedoch keine wirkliche ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Glauben und der Kirche, sondern es bleibt vieles unvollendet oder wird ins Lächerliche gezogen. Es werden einzelne Aspekte aufgeworfen wie etwa die Schöpfungsgeschichte mit Adam und Eva – dann wird dazu gesagt, wie man diese Geschichte verstehen könnte und von einigen Kirchenwissenschaftlern auch verstanden wird – aber dann folgt nichts weiter zu diesem Thema.

Dieses Buch enthält viele interessante Ansätze und Aspekte. Ich wäre auch damit klar gekommen, wenn es eine lustige oder witzige Auseinandersetzung mit der Religion gewesen wäre. Aber daran fehlt es vollkommen. Selbst die Passage mit dem backenden Gott wird nur angerissen und ist nicht ausgearbeitet, sodass man lachen könnte oder anfängt, sich Gedanken darüber zu machen, wie irrsinnig es ist zu glauben, dass Gott Zeichen durch Zimtschnecken schicken könnte.

So ist es einfach nur ein langweiliges Buch ohne jeden Inhalt, Witz oder gar eine Moral.


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