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Blutklingen

Bild von Shivari

Viele sind in dieses Land gekommen, um frei zu sein.
Noch mehr sind auf der Jagd nach Gold.
Und einige werden vom Blut ihrer Vergangenheit heimgesucht.

Inhalt:
Das Land jenseits des Königreichs der Union ist ein gesetzloses Land. Als jedoch eines Tages Gold in den Bergen des Fernlandes gefunden wird, strömen Schatzsucher, Abenteuer, Vagabunden und Halsabschneider ohne Zahl herbei. Für Scheu, die ihre blutige Vergangenheit im Naheland hinter der Grenze hinter sich lassen wollte und mit ihrem feigen Stiefvater Lamm eine Farm aufgebaut hat, ist der Goldfund nur ein weiteres Übel, das vorübergeht. Aber dann wird ihre Farm überfallen, ausgeraubt, ihr Bruder und ihre Schwester werden entführt, und die kalte tödliche Wut aus Scheus Vergangenheit erwacht von Neuem. Doch auch Lamm scheint von einer blutigen Vergangenheit verfolgt zu werden, und zusammen mit ihrem Stiefvater eilt Scheu der Schar von Gesetztlosen hinterher. Auf dem Pfad ihrer Rache treffen sie auf alte Feinde und neue Freunde, und Mythen aus der Zeit, als noch die mächtigen Magier das Land beherrschten, erwachen zu neuem Leben. Nicht immer ist klar, wem Scheu und Lamm dabei mehr misstrauen sollten. Denn Blut, Gold und Magie sind trügerische Verbündete.

Der Autor:
Joe Abercrombie arbeitet als freischaffender Autor und Fernsehredakteur. Mit seinen weltweit erfolgreichen Klingen-Romanen um den Barbaren, den Inquisitor und den Magier hat er sich auf Anhieb in die Herzen aller Fans von packender, düsterer Fantasy geschrieben und schaffte es bereits mehrmals auf die Times-Bestsellerliste. Joe Abercrombie lebt mit seiner Frau und seinen Kindern in Bath.

Anmerkung:
Vorwissen wäre nicht schlecht.
Das hier ist jetzt Joe Abercrombies sechster Roman, nachdem er erst eine Trilogie (Kriegsklingen, Feuerklingen, Königsklingen) und zwei unabhängige Folgebände (Racheklingen und Heldenklingen) herausgebracht hat, die in derselben Welt spielen.
Versteht mich nicht falsch, Blutklingen lässt sich auch hervorragend ohne Vorwissen lesen, die Gewalt, der Charme und die Ironie bleiben gleich. Von dem ganzen schwarzen Humor ganz zu schweigen.
Aber diejenigen, die oben genannte Bücher bereits gelesen haben und die Charaktere, die Welt und die Regeln kennen, die finden es doppelt amüsant. Die wissen nämlich, wer Nicomo Cosca, Glama Golding oder Caul Espe sind. Und der Nordmann, dem an der linken Hand der Mittelfinger fehlt (!).

Stil:
Joe Abercrombie sticht vor allen Dingen durch seine wenig zurückhaltende Schreibweise aus der Masse heraus. Er beschreibt die Welt nicht, wie sie sein sollte, sondern wie sie ist: mit Feiglingen, Arschlöchern, Halsabschneidern, Betrügern, Fanatikern, Dreckskerlen und und und. Aber in diesem Gewusel aus Unmoral und menschlichen Abgründen kommt gerade das Gewissen nicht zu kurz: Gerade weil sich die Charaktere mit all diesem Dreck in der Welt herum schlagen müssen, fragen sie nach dem Sinn, nach ihrer eigenen Moral und was sie zu tun bereit sind, um an ihr Ziel zu kommen. Jeder durchzieht seine eigene, individuelle Veränderung, und obwohl die Welt dadurch kein besserer Ort wird, hat man doch trotzdem das Gefühl, etwas vollbracht zu haben. Etwas Gutes.
Das arbeitet Joe Abercrombie hervorragend heraus. Und das lieben wir alle so an ihm!
Was mir allerdings (und einigen anderen bestimmt auch) aufgefallen ist, ist dass der Roman stark an einen Western erinnert.
Schließlich gibt es wilde Verfolgungsjagden auf gepanzerten Wagen, Überfälle und Scharmützel auf weitem Feld und die ein oder andere Saloon- … äh … Kneipenschlägerei. Und am Ende reitet der Held in den Sonnenuntergang. Mehr oder weniger…
Nein, wie romantisch!!

Meine Meinung:
Ich als eingefleischter Joe-Abercrombie-Fan musste mir dieses Buch natürlich kaufen. Und obwohl ich Western überhaupt nicht leiden kann, kam ich doch nicht umhin, mich vom Stil des Autors einfangen zu lassen und mein eigenes, individuelles Filmchen im Kopf zu drehen. Wer Kopfkino der ganz großen Sache mag, ist hier goldrichtig (Ha! Wortwitz!).
Ich mag die Bücher von Abercrombie deshalb, weil hier nach anderen Regeln gespielt wird, und es kann durchaus schon vorkommen, dass der ein oder andere Charakter eines überraschenden Todes stirbt und das Happy End (wenn man bei Abercrombie denn von so etwas sprechen kann) auf der Schippe steht.
Ich fand das Buch toll: Ich habe bei Wortwitzen und –gefechten laut aufgelacht, mit weit aufgerissenen Augen den Kämpfen beigewohnt, leise hinter vorgehaltener Hand gekichert, wenn ein Insider kam und manchmal skeptisch die Augenbraue hochgezogen, wenn etwas Unerwartetes geschah.
Selten amüsiere ich mich so beim Lesen wie bei Joe Abercrombie. Und ich will, dass ihr das auch tut. Auch wenn das hier euer erstes Buch von ihm ist. Selbst ohne Vorwissen werdet ihr euch hier bestens zurecht finden.
Es wird höchtste Zeit. Da muss man realistisch sein. ;)

Sonstige Angaben zum Buch:
Titel: Blutklingen (Orig.: Red Country)
Autor: Joe Abercrombie
Seitenzahl: 749
ISBN: 978-3-453-31483-2
Preis: 15,99€


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