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Artemis Fowl - Das magische Tor [Bd. 8/8]

Bild von mudgirl

Rezension:
Artemis Fowl – Das magische TorCover
(Originaltitel: Artemis Fowl - The Last Guardian)

Meine Buchbotschafter-Bewerbung

Hinweise:
1)das Buch ist der letzte Band einer acht-köpfigen Reihe. Ich rate jedem, zuerst die früheren Bände zu lesen, da die Spoilergefahr ebenso groß ist wie die Gefahr des sich-nicht-auskennens :D

2)Ich entschuldige mich im Vorhinein, ich weiß nicht, wie viel diese Rezension schlussendlich vom Inhalt her vornewegnimmt. Sehr groß ist die Spoilergefahr aber nicht, denke ich.

Inhalt:
Artemis Fowl wurde soeben nach langer Therapie seines Atlantis-Komplexes aus der Argon-Klinik entlassen, als ihn ein Notruf ins ZUP-Polizeipräsidium holt:
Die junge Opal Koboi wird auf der Erdoberfläche als Geisel gefangengehalten. Lasst die in Deeps festsitzende Opal frei, sonst töten wir ihre frühere Ausgabe, lautet die Forderung.
Artemis und seine Kollegen sind sich der Folgen bewusst, die es mit sich bringen würde, auf diese Weise ins Raum-Zeit-Kontinuum einzugreifen und tun alles, um das schlimmstmögliche zu verhindern, schaffen es aber nicht rechtzeitig; denn Opal hat die Entführung ihres jüngeren Ichs sehr wohl selbst geplant. Mit neuen Kräften steigt sie zur Oberfläche auf, um das magische Tor unter Fowl Manor zu öffnen, so die kampfbereiten Geister der Berserker zu befreien und die Menschen von der Erde zu tilgen. Endgültig zur Königin der Welt aufzusteigen, so lautet ihr Plan.
Doch sie weiß (noch!) nicht, dass Artemis, Butler, Holly und Mulch das Chaos in Haven City
überlebten und auf dem Weg nach Fowl Manor sind, um sie an ihrem Plan zu hindern.
Aber als sie ankommen, sind sie bereits recht spät dran:
Die Berserker haben sich aus ihrem frühzeitigen Grab befreit, Opal Treue geschworen und mit ihren körperlosen Geistern Myles, Beckett Juliet und viele Kaninchen besetzt, um physisch gegen die Menschenwesen vorgehen und ihrer neuen Königin dienlich sein zu können.
Während diese mithilfe schwarzer Magie nun am zweiten Schloss werkelt, das die Menschen endgültig von der Erde fegen würde, sucht das artenübergreifende Quattro verzweifelt nach einer Lösung und muss gegen die von Feinden besetzten Körper ihrer Freunde kämpfen.
Knapp vor dem anstehenden Untergang findet Artemis eine Lösung.
Um sich selbst zu opfern, hintergeht und belügt er seine Freunde ein letztes Mal; aber wird es etwas nützen?

Der Autor, Eoin Colfer, der seine Karriere mit dem Kinderbuch „Benny und Omar“ begann, ist mittlerweile einer der beliebtesten modernen englischsprachigen (Jugend)Buchautoren.
Er wurde geboren am 14.05.1965 in Wexford / Irland, wo er heute noch mit seiner Familie lebt. Bevor er begann, als Autor zu arbeiten, unterrichtete er unter anderem in Tunesien und Saudi-Arabien. Wäre er kein Schriftsteller geworden, hätte er seinen eigenen Angaben nach weiter als Grundschullehrer gearbeitet, da „Kinder eine wunderbare Inspirationsquelle“ sind.
[vgl. Wikipedia , Artemis Fowl – Die Akte (1. Auflage März 2008, List/Ullstein): Interview mit Eoin Colfer ]

An Colfers Schreibstil hat sich meines Erachtens nach nichts groß geändert, es gibt keinen Stilbruch, keine großartige Änderung der Erzählweise. (Zu den Figuren komme ich später noch.) Hätte man mir vor der Lektüre einen Absatz aus dem Buch vorgelegt, ohne mir die Herkunft zu nennen, hätte ich den Stil als klar colferisch erkannt – da bin ich mir sicher.
Gute Überleitungen, guter Humor (der in diesem Band allerdings zurückhaltender und nicht sehr ausgeprägt war, was mich dann doch leicht enttäuscht hat), gute Einfälle und ein guter Erzählfluss zeugen von schriftstellerischem Können.
(meine Fresse, das klingt geschwollen…)

Die Übersetzung verträgt sich sehr gut mit dem Originaltext. Es ging kaum etwas verloren, und Colfers Stil korrekt zu übermitteln ist eine Aufgabe, die ich mir nicht sonderlich einfach vorstelle.
(An dieser Stelle muss ich noch ein dickes Lob an Claudia Feldmann aussprechen, sie hat das von Anfang an wunderbar gemacht und ich bin richtig froh, dass es im Laufe der Reihe niemand anders übernommen hat.)

Die Spannungskurve betreffend habe ich da mal dieses kleine Pseudodiagramm erstellt:
(die orangen Punkte sind meiner Meinung nach die besten Spannungshöhen.)
Entschuldigt die schlechte Qualität. Ich hatte nicht viel Zeit, also hab ich es bei der schlecht gemachten Skizze belassen.
Hierbei ist auch bitte zu beachten, dass diese Kurve teilweise auch auf subjektiver Anschauung beruht. Ich habe es aber so objektiv wie möglich ausgewertet.)

Spannungskurve Artemis Fowl Bd.8

Meine Meinung dazu:
Anfangs fand ich die Geschichte gut, spannend aber nicht sonderlich aufregend aufgebaut.
Es wurde interessanter, als die Haupthandlung richtig in Fahrt kam, Panik ausbrach usw :D. Während der Kämpfe begann ich mich teilweise schon, mich leicht zu langweilen. Nicht, weil die Handlung uninteressant geworden wäre, aber die Kampfszenen begannen, sich zu ziehen.)
Das Ende mit dem Schluss und der Auflösung kam dann hingegen, so hatte ich das Gefühl, recht plötzlich und dauerte zu kurz. Vor allem im Vergleich zum Hauptteil.

Müsste ich Unterhaltungsfaktor-Punkte geben, wären das etwa sieben von zehn.

Grammatikalische/rechtschreiberische Fehler, Irrtümer des Autors / der Übersetzerin habe ich nicht gefunden. Also auch schon mal ein fettes Plus ans Lektorat :)
Ungereimtheiten fallen mir auch keine ein. Bzw auf.

Ein logischer Fehler, der mir öfter auffiel:
Artemis wird in prekären Situationen die Schuld zugeschoben. Obwohl er zur Abwechslung mal nichts dafür kann.

Über die Protagonisten:

Artemis:
Ich fand es schade, dass sein Heilungsprozess nicht beschrieben wurde. Das hätte mich wirklich interessiert. Nach seiner „Genesung“ ist er wieder ganz der alte: In seinen Handlungen, in seinen Überlegungen, in seiner Schnoddrigkeit. Leider ist er auch immer noch so weichgewaschen wie Ende des sechsten Teiles, aber dazu kann ich nur subjektiv sagen, dass er mir, als er noch klein und fies war, viel besser gefiel.)
Was mir noch auffiel:
Er zaudert in diesem Band stärker als in anderen.

Butler:
An seiner Rolle hat sich in diesem Band weder etwas geändert noch stand er besonders im Vordergrund…
Er war sehr oft bewusstlos, was dazu beitrug, dass er kaum zur Geschichte …beitrug.

Holly:
Ich muss ehrlich zugeben, dass ich Holly mal viel mehr mochte. In diesem Band geht sie mir fast ein bisschen auf die Nerven. Ein bisschen.
Sie wird irgendwie immer perfekter („Spezialmagie“, um ein Beispiel zu nennen) und irgendwie… als Figur hat sie für mich ihren Reiz verloren. Ich weiß nicht, ob das an diesem Band oder generell an meiner momentanen Einstellung zur Buchreihe. Ich kam irgendwann drauf, dass sie ein bisschen was von einer (sympathischen) Mary Sue hat. Auch sie mochte ich viel lieber, als sie noch jünger und irgendwie…naiver war.

Mulch:
Seine Figur ist genial wie immer, in diesem Band aber etwas übertrieben. Von den Handlungen, von seinem Aufmachen her. Es wurde mir subtil zu viel.
Was sich dann auch schon zu ziehen begann:
Ich habe vergessen, wie oft, aber er hat ständig die Situation gerettet, das war schon slapstickmäßig aufgebaut:
Mulch steht vor einer Bedrohung, Szenenwechsel, Mulch hat Bedrohung umgekehrt / aufgehoben und geht mit neuer Energie die anderen retten.

Opal:
Zu ihrer Figur habe ich nichts zu sagen. Sie hat sich eigentlich nicht verändert, und wenn, dann war diese Änderung gut erklärt und mit ihrer Geschichte verbunden.
(Das Einzige, was mich schockte, war, dass etwas über ihren „Schwabbel“ gesagt wurde… ich habe mir bei ihr nie ein Bäuchlein vorgestellt :D )

Die Berserker:
Ich muss ehrlich sagen, zu anfang dachte ich mir:
Oh nee. Nicht noch ne Spezies, von der noch nie die Rede war. Das ist unnötig, erinnert erstens an die Dämonen (bei denen die Einführung jedoch sehr gut war) und ist zweitens schwer einfügbar in die Handlung.
Nach der Lektüre muss ich sagen, das hat mich nicht gestört.

Zum Layout:

Das Cover finde ich wirklich nicht gelungen. Ich mag den Illustratoren, er kann prima colorieren und zeichnen, aber nur, solange er keine Menschen zeichnet.
[Bildquelle Cover]

Das Innenlayout finde ich okay…obwohl mich zwei Dinge (richtig) stören:
1)Die Seitenränder. Es ist okay für mich, wenn Abstand zum Seitenrand gehalten wird, aber zwei Zentimeter… das ist einfach nur Papierverschwendung. Mit ist klar, dass man Verschnitt einrechnen muss etc, aber nicht so. Das wurde auch schon anders besser gemacht. Und billiger macht es das Buch auch nicht.

2)Die Schriftgröße. Das sehe ich noch lieber ein, da es ja ein Kinder- und Jugendbuch ist, aber das ist wirklich schon groß. Subjektive Meinung, aber ich genier mich immer ein bisschen, wenn ich Bücher in dieser Schriftgröße lese :D

Fazit:
Ich bin zufrieden mit dem Buch. Es ist nicht wundertoll, aber meine Erwartungen wurden übertroffen. Vor allem, da ich vom letzten Band eigentlich sehr enttäuscht war.

Ist es lesenswert?
Ja, ich denke schon. Wenn man die vorigen Bände auch gelesen hat, sollte man die Serie auf jeden Fall abschließen, und ein gutes Ende ist es auf jeden Fall geworden :)
Ich bin zufrieden. Nicht hundertprozentig, aber schon etwas mehr als leidlich :D

Achja…und viel Spaß beim Entziffern von Artemis` Testament :)


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