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Selection

Bild von Ina Vainohullu

Wow, okay....

Ich hatte null Erwartungen an dieses Buch. Warum ? Weil es überall nur hochgelobt wird und man kaum etwas Negatives darüber liest oder hört. Eigentlich sollte das ja ein gutes Zeichen sein, doch ich habe in letzter Zeit immer wieder die Erfahrung machen müssen, das sich manch ein "überaus positiv gelobtes" Buch als totaler Reinfall erwies. Wenn man hingegen keine Erwartungen, oder zumindest keine "großen" hat, dann kann man auch nicht enttäuscht werden.

Mit dieser Einstellung begann ich also, "Selection" zu lesen, ohne zu ahnen, das ich in weniger als 12 Stunden nach dem zweiten Teil, der ja noch nicht einmal im Englischen erschienen ist, lechzen würde.

Dieses Buch hat mich schier überrannt, hat mich eingesaugt und in einen Bann gezogen, der mir kaum ermöglichte, es wenigstens mal ganz kurz zur Seite zu legen um mir einen Kaffee aus der Maschine zu lassen.

Der Überflieger-Status ist gerechtfertigt, auch wenn die Protagonisten teilweise ehrlich dämliche Namen haben und man sich in manch kleinem Moment, in der ein oder anderen Situation oder aber beim Aufeinandertreffen mit verschiedenen Personen ( ja meine Damen,die sie das Buch schon gelesen haben: ich spreche von Gavril !!! ) fühlte, als wäre man zurück in Panem. Es sind jedoch nur klitzekleine Ähnlichkeiten, die der Geschichte nichts ausmachen, mir aber halt aufgefallen sind.

Was macht dieses Buch so besonders ? Warum ist es denn nun der Überflieger ?

Rückblickend ist es für mich ganz klar die Vermischung der Elemente mit denen Kiera Cass hier gearbeitet hat. "Selection" bewegt sich irgendwo zwischen einer Dystopischen Erzählung und einem modernen Märchen, kombiniert mit einem Hauch von TV Formaten wie "Der Bachelor" oder "Next Topmodel" ( Ich habe heute leider kein/e Foto/Rose für dich ). Das ist neu und ich liebe es !

Um das in kurzen groben Zügen zu erläutern:

Da haben wir zum Einen die 35 ausgewählten und schönsten Mädchen des Landes, die um die Gunst des "einen" Prinzen buhlen und versuchen sich gegenseitig auszustechen und platt zu machen. Hier spielt vor allem auch die Klassengesellschaft eine große Rolle, die bei den Mädchen zu Neid und Missgunst führt, denn wie kann eine "Fünf" mit niedrigerem Stand vom Prinzen mehr begehrt werden als eine "Zwei" die wesentlich besser da steht.
Desweiteren gibt es die klassischen Märchen-Merkmale, wie beispielsweise die Mutter ( ich denke dabei an die böse Stiefmutter, auch wenn die Mutter hier nicht wirklich BÖSE ist, nur ein bisschen gierig ! ) die ihre Tochter dazu drängt sich für einen der 35 Plätze zu bewerben, obwohl diese bereits bis über beide Ohren verliebt ist, was natürlich niemand wissen darf, weil es sich nicht geziemt und ja sogar verboten ist, denn der junge Mann kommt aus einer noch niedrigeren Kaste.
Letzten Endes lenkt die Tochter ein und beugt sich dem Wunsch der Mutter, die ja für ihre Tochter eigentlich nur das Beste will, nicht jedoch ohne selbst davon zu profitieren.
Es gibt ein Schloß, es gibt den Traumprinzen und soooooooo viel Romantik, die aber kein Stück kitschig wird. Naja, vielleicht ein bisschen ;)
Dann haben wir hier noch die dystopischen Elemente. "Selection" spielt ja irgendwann in der Zukunft.
Es ist die Rede vom vierten Weltkrieg, China hat Amerika geschluckt und es gibt eine Menge Rebellen, deren Absichten hier noch nicht ganz klar sind. Doch man erfährt bereits das es dabei um zwei verschiedene Gruppen geht. Das Volk in den niedrigen Kasten leidet Hunger und Armut, während die oberen Kasten im Luxus schwelgen. Das kann zwangsläufig nur zu einer großen Rebellion führen, aber das werden wir wohl erst ( wenn überhaupt ) in Band 2 erfahren.

Und last but not least, haben wir die großartig gezeichneten Charaktere.

America ist eine Protagonistin, die mit dem Kopf durch die Wand geht und sich nicht verbiegen lassen will. Der Palast engt sie ein, die Mädchen sind ihr zu übertrieben und laut, sie bevorzugt die Ruhe und sie beweist Stärke und Rückgrat als sie beschließt, sich genau so zu geben wie sie nun einmal ist.
Da sie den Prinzen gar nicht will, hat sie auch nichts zu verlieren. Im schlimmsten Fall schickt man sie nach Hause und die Schecks, die ihre Familie als Entschädigung für Americas Aufenthalt im Schloß bekommt, würden eingestellt. Sie steht zu dem was und wer sie ist und Prinz Maxon scheint das zu gefallen. America stellt jedoch direkt klar, das er sich gar nicht erst in sie zu verlieben braucht, denn mehr als eine Freundin kann und will sie für ihn nicht sein...und eine Weile funktioniert das auch ganz gut...

Und Maxon, ach er ist süß. In seinem goldenen Käfig aufgewachsen ist er im Umgang mit Mädchen leicht hilflos. Dank Americas Hilfe, die ihn stets ermutigt, wird er bald schon etwas lockerer und offener. Außerdem verändert sie sein Bewusstsein für die Dinge außerhalb der Palastmauern.

Ich glaube es gibt keinen Charakter den ich nicht mag...naja außer diejenigen bei denen gewollt ist, das man sie nicht leiden kann ;)

Weitere Pluspunkte:
- der flüssige Schreibstil, der einen entspannten Lesefluss garantiert
- Spannung, Romantik, Herzschmerz
- das übermittelte Kribbeln im Bauch *schmacht*
- englisches und deutsches Cover sind gleich, das erlebt man selten.
Freut mich hier besonders, weil das Cover wunderschön ist.

Fazit:

Ich will mehr !!!


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