Suche nach Liebe und Geborgenheit

Ich rannte, nur noch einige Meter und ich wäre frei.
Frei von meinen Sponsoren Mag und Ron Darl, die mich vor einigen Wochen adoptiert hatten und mich wie ihre persönliche Sklavin behandelten und frei von den fiesen Blicken der Haboter, die im Haus Wache standen und alles mit ihren Infrarotaugen aufzeichneten. Ich wusste, dass es draußen in Sattelite City nicht einfacher sein würde, doch alles war besser als das Leben hier.
Wahrscheinlich würde ich mich zuerst auf den Weg ins Booshka-Viertel machen. Denn dort waren die Satteliten genügend damit beschäftigt die Austragungsorte der Drag-Rennen zu finden und würden wohl kaum auf ein 14 jähriges Mädchen mit braunen schulterlangen Haaren achten.
Nun stand ich vor der letzten zunehmenden Hürde: der hohen Mauer, die genauso wie die Häuser hier im Neubauviertel aus grauem Massel-Eisen bestand. Und genau das war mein Problem, denn dieses Eisen war außer mit einem Hyperbohrer kaum zu knacken. Ich musst kräftig schlucken.
Daran hatte ich nicht gedacht, wie konnte ich das nur vergessen? Nervös ließ ich meinen Blick durch den Hinterhof kreisen. Ich spürte wie das kalte Gefühl der Angst in mir hochstieg. Ich glaube ich fühle seit Monaten nichts anderes als Angst und Hass. Dabei sehne ich mich nach etwas ganz anderem. Gefühlen, die nur noch in uralten Büchern beschrieben werden –Liebe und Geborgenheit. Was war nur mit uns geschehen, dass diese Dinge an Gewicht verloren hatten? Doch keiner wollte mir darauf antworten, sie blickten mich immer nur wütend an und meinten ich solle zurück an die Arbeit gehen.
Ich musste mich beeilen, musste einen Weg hier heraus finden, aus der lebendigen Hölle. Ich erblickte eine Eisenstange. Schnell lief ich darauf zu, doch als ich einige Schritte getan hatte, begann plötzlich der Boden unter meinen Füßen zu beben. Erschrocken hielt ich inne.
Was war das?
Da hörte ich ein lautes Surren und als ich meinen Blick Richtung Himmel hob, sah ich einen der riesigen Myishi-9-Satelliten, wie ein riesiges Kriegsschiff auf mich zu rasen. Mein Mund öffnete sich zu einem Schrei, doch die Worte blieben mir im Hals stecken. Ich wusste nicht was ich tun sollte, stand einfach nur da und blickte meinem Tod entgegen.
Plötzlich riss mich eine Druckwelle vom Boden und schleuderte mich gegen die Hauswand. Ich stöhnte vor Schmerz und fühlte wie mir die Luft aus den Lungen gepresst wurde. In dem Moment, da ich meine Augen öffnete sah ich wie der Sattelite in die Mauer krachte. Dreck und Staub flog in alle Richtungen davon. Mühsam rappelte ich mich auf. Ein kleines Blutrinnsal lief meine Stirn hinunter, doch ich wischte es nur ungehalten fort.
Da war sie, meine Chance!
Jetzt oder nie!
Und dann begann ich zu rennen, vergaß den Schmerz, der mir bei jedem Schritt durch den Körper schoss und kämpfte mich an dem brennenden Wrack vorbei auf die Straße. Fieberhaft ließ ich meinen Blick auf und abwandern. In wenigen Minuten würden die Ordnungsmänner hier sein. Ich musste mich beeilen. Ich überquerte die Straße und lief in einen dunklen Seitenweg. Unangenehme Gerüche von vergammeltem Essen und Rattenkot quollen mir entgegen, aber ich musste weiter!
Hier und dort bog ich in andere Straßen ab. Duckte mich hinter Müllcontainer, wenn ich näher kommende Stimmen hörte und lief dann in die entgegengesetzte Richtung davon. Ich wusste nicht, wie lange ich bereits gelaufen war, doch der Mond war bereits aufgegangen und meine Beine wollten mich einfach nicht mehr tragen. Hinter dem nächsten besonders übel riechenden Container kauerte ich mich auf den Boden. Nur einige Minuten ausruhen, nur meine Beine etwas zur Ruhe kommen lassen.
Ich zuckte hoch. Ich musste eingeschlafen sein.
Aber waren da nicht leise näher kommende Schritte in der Dunkelheit? Sofort verkrampfte sich jeder Muskel in meinem Körper. Wer kam da? Ordnungsbeamte oder Aufseher, die Nachts auf der Suche nach neuen Heimkindern durch die Straßen zogen?
Ruhig Blut Adria. Jetzt nur keine unkontrollierten Bewegungen. Vielleicht bemerken sie dich ja gar nicht. Ich hörte jeden Schlag meines Herzens in der Brust. Fühlte wie mir der Schweiß auf die Stirn trat und die Kruste an meiner Schläfe wieder aufplatzte. Kurz darauf schmeckte ich das Blut auf meinen Lippen und dann konnte ich nicht mehr anders.
Ich musste weg!
Ungelenk sprang ich auf, stieß den Container zur Seite und rannte. Rannte wieder einmal um mein Leben. Doch nun hörte ich die Schritte meines Verfolgers im Rücken, hörte wie sie langsam näher kamen.
Und dann passierte es. Als ich einen kurzen Blick über die Schulter riskierte, geriet ich ins Stolpern. Einige Sekunden ruderte ich hilflos mit den Armen und dann knallte ich schmerzhaft auf dem betonierten Boden auf.
Jetzt war alles vorbei! Ich hörte wie die Schritte immer näher kamen und dann neben mir verstummten. Merkte wie eine Hand sich um meine Schulter klammerte und mich auf den Rücken drehte.
Ich blickte in ein Gesicht.
Nicht das Gesicht eines Ordnungsbeamten und auch nicht das eines Aufsehers.
Es war das Gesicht eines Jungen, nicht älter als ich selbst.
Seine Augen lagen im Schatten und so war das erste was mir auffiel seine weißen Zähne, die mit den Sternen am Himmel um die Wette glänzten und das braune gelockte Haar. Es fiel ihm in Strähnen in sein mit Sommersprossen gesprenkeltes Gesicht. Ich musste schlucken.
„Was willst du?“, fauchte ich und sprang wieder auf die Beine.
„Ich hab nichts was ich dir geben kann. Ich besitze nichts von Wert.“ Feindselig blickte ich ihn an und hoffte, dass er meine Angst nicht spürte. Aus seinem Mund drang ein raues, freudloses Lachen.
„Du glaubst ich will dich bestehlen? Aber nein, ganz bestimmt nicht. Mein Name ist Cosmo. Cosmo Hill“ Mit diesen Worten trat er endgültig ins Licht und ich erblickte zum ersten mal seine Augen und die ließen mich zusammen schrecken.
Sie waren braun und schön, doch der Ausdruck in ihnen bestürzte mich. Sie waren so leer, ohne Freude, ohne jegliche Hoffnung. Es waren die Augen eines jahrelang seelisch geschändeten Jungen.
Da war ich mir sicher.
Eines Jungen, der in einem dieser Versuchsheime groß geworden war und der noch nie in seinem Leben Liebe erfahren hatte.
Nun gut, ich konnte mich auch nicht erinnern jemals geliebt worden zusein, doch nachts träumte ich manchmal von einem paar liebevoller Augen und ich war mir sicher, dass es die meiner Mutter waren.
Cosmo musste meine Furcht gesehen haben, denn er lächelte vorsichtig.
„Tut mir leid, wenn ich dich erschreckt habe, aber ich wollte bloß mit dir reden. Dich fragen, ob ich einige Zeit mit dir kommen darf“, flüsterte er mit fester Stimme. Ich musste schlucken. Sah ihm in die Augen und fand nichts böses in ihnen, nur die tiefe Bitte nicht mehr allein sein zu müssen und dann nickte ich. „Ja du darfst mit mir kommen, aber ich weiß genauso wenig wie du, wohin es gehen soll“ Er lächelte breiter und da verlor er jegliche Bedrohlichkeit und ich schloss ihn in meine Arme.
Froh, dass ich nicht mehr alleine war und froh jemanden gefunden zu haben, der sich genauso nach Liebe und Geborgenheit sehnte wie ich.
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Hey leutz,
das ist mein erster Beitrag zu Cosmo Hill und fast wäre ich deswegen an einem Herzinfarkt gestorben.
7000 Zeichen!
Hilfe, das ist zu wenig. Doch letzten Endes ist es mir gelungen meinen Text auf die exakte Obergrenze von 7000 Zeichen zu kürzen. Ich hoffe er gefällt euch und ihr lasst mir einen Kommi da.
heaggggggggsmdl Laura
zu Ziplock: hab ihn nicht eingebaut, weil er doch stirbt. Bei mir ist er schon tot.
Zu den Satelliten: Die kreisen doch immer da rum und da gab es halt einen Defekt oder so.
Protokoll:
30.1.08 19:30
--> Text online gestellt
31.1.08 16:01
--> zu von Worten getrennt
02.2.0820:19
--> zwei Rechtschreibfehler gekillt *loewenherz knuddel*
03.2.08
--> aus ihre wurde meine *lennchen knuddel*
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