Parasitenmutation mit Steinzeitwaffe

Bild von Tinkerbell91

July warf einen letzten Blick auf das Hauptquartier der Sweethearts…
Das muss nicht dein letzter Blick sein… Mach jetzt bloß keinen Scheiß! Du bist eine Sweetheart! Was brauchst du außer Autos, Rennen, Jungs,…
„Hey, July! Was geht?“
Nicht auch noch Miguel!
„Nichts besonderes. Ich wollte nur mal wieder… frische Luft schnappen.“
Zweifelnd blickte Miguel zu den dichten Smogwolken hinauf.
„OK, du hast mich ertappt. Ich wollt noch eine kleine Runde mit meinem neuen Baby drehen.“
Miguel grinste. „Na dann, viel Spaß, Lovely!“
July zog scharf die Luft ein. Normalerweise hätte Miguel für das letzte Wort postwendend eine gebrochene Nase kassiert. Aber heute... ach, verdammt! Ja, sie würde diesen Macho vermissen! Immerhin war er ein Teil ihrer Gang, auch wenn er anscheinend immer wieder vergaß, dass sie ein tabu für ihn war. Schließlich waren Mona und er damals so gut wie zusammen gewesen!
Mona! Ein gutes hatte die ganze Sache. Wenigstens ihre beste Freundin würde sie zurückbekommen.
Mit einem Frösteln dachte sie an den Tag vor einem Jahr zurück, an den Drag-Crash, Monas blutüberströmten Körper… wieder hörte sie sich schreien, sah ihre Freundin in der Masse blauer Wesen verschwinden…
Die blauen Wesen… July wusste nicht, wie sie sie sonst nenne sollte. Ungeheuer? Monster? Mörder wäre passend, dachte sie grimmig.
Sie konnte noch immer nicht fassen, wie blind sie gewesen war! Seit sie denken konnte war sie von diesen Wesen umzingelt gewesen und hatte doch nicht verstanden, was sie taten. Erst bei Monas Unfall… schlagartig war es ihr klar geworden! Fast hatte sie die Lebenskraft sehen können, die aus Monas Körper hinaus floss. Hätte Miguel sie nicht rückwärts aus der Halle gerissen, sie hätte sich auf Mona gestürzt… Das letzte was sie durch ihre Tränen gesehen hatte war ein Junge, der mit einer seltsamen Waffe auf die Wesen losging und einen fünfjährigen, der sich über Monas bewegungslosen Körper beugte…
In dieser Zeit hatte sie herausgefunden, dass sie eindeutig einen guten Stalker abgeben würde. Nie hatte sie Monas neue Gang aus den Augen verloren…Leute, die die blauen Wesen auch sahen! Die etwas gegen sie unternahmen! Die Supernaturalisten!
Und zu genau dieser Gruppe würde sie ab heute Abend auch gehören! Gut, das war bis jetzt eher noch inoffiziell… genau genommen wusste das noch niemand außer ihr!
Mehrmals hatte sie versucht mit einem der Supernaturalisten Kontakt aufzunehmen, doch selbst Mona hatte nur stumm den Kopf geschüttelt und sie nicht einmal erklären lassen, dass sie ihr Geheimnis teilte.
Sie blieb stehen und blickte sich um. Hier war es perfekt! Die Supernaturalisten müssten nur aus dem Fenster schauen, um ihre Vorführung verfolgen zu können.
Langsam klappte sie den schweren Wergzeugkasten auf. Ihr rechter Arm war jetzt bestimmt zehn Zentimeter länger, aber wenigstens hatte sie damit bei den anderen Sweethearts kein Misstrauen erweckt.
Wären die Parasiten nicht wasserscheu hätte sie wirklich ein Problem, aber so würde ihr einfacher Feuerlöscher aus dem 21. Jahrhundert, den sie mit Wasser gefüllt hatte, reichen um sie zu erledigen. Ziemlich jämmerlich eigentlich!
Trotzdem unterzog July ihre Waffe das letzte Mal einer strengen Musterung. Ihr durfte auf keinen Fall ein Patzer passieren! Hier ging es nicht nur um ihre Zukunft bei den Supernaturalisten, hier ging es ganz allgemein um ihre Zukunft, die nämlich nicht mehr vorhanden wäre, wenn eines diese Mistviecher die Gelegenheit bekommen würde ihr ihren Lebenssaft auszusaugen!
Seufzend zog July ein Messer aus der Tasche. Wieso konnte sie diesen Teil nicht einfach überspringen? Aber nein, die Parasiten kamen natürlich mal wieder nicht einfach so, um sich fertig machen zu lassen – man musste ihnen schon etwas bieten!
Sie atmete tief ein, kniff die Augen zusammen und stieß sich das Messer in den Arm. Verdammt! Der plötzliche Schmerz ließ sie ihre Augen wieder aufreißen. Langsam lief ihr das Blut die Hand hinunter und ließ ihren Magen rebellieren. Das war nicht fair! Sie hatte doch noch nie Blut sehen können!
Konzentrier dich! Sie können jeden Moment kommen! Beweg dich!
Zitternd streckte July ihre gesunde Hand nach dem Feuerlöscher aus.
Du bist dir sicher, dass du bei den Supernaturalisten richtig bist? Willst du dir nicht lieber einen Strickclub suchen? Das wäre vielleicht eher was für dein zartes Gemüt!
Reiß dich zusammen!

Endlich bekam sie den Feuerlöscher zu packen… nicht zu früh! Schon schwebten zwei der Biester auf sie zu, die abstoßend blauen Gesichter zu einer gierigen Grimasse verzogen.
Mit einem grimmigen Gesichtsausdruck drehte July am Verschluss des Feuerlöschers. Die beiden würden schon sehen, dass es eindeutig nicht ratsam war, sich mit einer Sweetheart anzulegen… ihr Atem stockte.
Nein! Das durfte einfach nicht sein! Dieser verdammte Verschluss durfte nicht klemmen! Nicht jetzt!
Verzweifelt stellte July den Feuerlöscher ab und rüttelte nun mit beiden Händen daran, doch das klebrige Blut lies ihre Finger immer wieder abrutschen.
Ein lauter Knall zerriss die Stille – und wahrscheinlich auch ihr Trommelfell, aber dafür war July in diesem Moment einfach nur dankbar. In einem großen Bogen schoss das Wasser aus dem antiken Feuerlöscher und regnete auf ihre Angreifer hinab.
Schwerfällig versuchten die beiden Parasiten aus den Wasserfontainen zu entkommen, doch ihre Kräfte schienen von dem Wasser völlig aufgebraucht zu werden.
July lachte laut auf. Sie hatte es geschafft! WOW! Wenn sie gewusst hätte, was für ein Feeling das ist, diese Viecher zur Strecke zu bringen, sie hätte schon lang den Sweethearts den Rücken gekehrt. Dagegen waren deren Rennen ja genauso spannend wie eine Fahrt mit einem Bobbycar!
Dennoch: irgendwas störte sie an diesem Anblick, aber sie konnte beim besten Willen nicht sagen was. Pah! Sie würde sich ihren Triumph garantiert nicht nehmen lassen!
Jetzt fehlte nur noch ihre zukünftige Familie… wo blieben die überhaupt? Konnte man sich heute überhaupt noch auf irgendwas verlassen? Auf die Supernaturalisten auf jeden Fall nicht! Wieder stahl sich ein Grinsen auf ihr Gesicht: das würde sich ändern!
Eine leichte Berührung an ihrem Arm, ließ sie ihre Aufmerksamkeit wieder ihren Opfern zuwenden.
July schrie auf. Schlagartig wurde ihr klar, was sie vorhin gestört hatte: die beiden Mörder waren weit davon entfernt tot zu sein! Im Gegenteil, fröhlich nuckelten sie an ihrem Arm!
Panik stieg in ihr auf und blockierte ihr Denken. Außer „NEIN! Geht weg! Ich will nicht sterben!“ schien es keine Gedanken mehr zu geben.
Fast spürte sie, wie die Jahre aus ihr hinaus flossen. Die Parasiten würden sie bis auf die letzte Sekunde aussaugen – und sie konnte nichts dagegen unternehmen! Sie würde sterben!
Komischerweise beunruhigte sie dieser Gedanke nicht, eher im Gegenteil. Das hatte sie eben davon, dass sie die Sweethearts verraten hatte!
Sie schloss die Augen. Den Triumph in den Gesichtern der Parasiten zu sehen wollte sie sich nicht antun, doch diese verdammten blauen Grimassen ließen sich einfach nicht aus ihrem Kopf vertreiben!
Ein Monster öffnete den Mund: „JULY!“
July riss ihre Augen auf und sah gerade noch, wie die beiden Parasiten, getroffen von den Strahlenstäben der Supernaturalisten, als hell leuchtende Kugeln in den Himmel abdrifteten.
„Ihr… ihr habt sie…“
Lächelnd nahm Mona sie in den Arm.
„Ja!“
Hinter ihnen ertönte ein Räuspern. July blickte auf und sah direkt in die Augen das Jungen, der Mona damals gerettet hatte.
„Zwei Fragen: Du siehst sie? Und was genau hast du verdammt noch mal gemacht? Es sah ja fast so aus, als ob du sie… angelockt hättest!“
Die Unverständnis mit der er „angelockt“ aussprach, ließ July die Röte ins Gesicht steigen.
„Ähm… ja und ja.“
Jetzt blickte sie auch Mona verständnislos an.
„Ich will auch ein Supernaturalist sein! Ich will diese verdammten Parasiten tot sehen!“
Monas Augenbraue wanderte amüsiert nach oben und July beeilte sich schnell noch ein „Alter“ anzufügen. Dass ihr Plan schief gegangen war, war peinlich genug… auf das Image des kleinen, naiven, trotzigen Kinds konnte sie wirklich verzichten.
„Ich versteh gar nicht warum es nicht geklappt hat! Schließlich hassen die Parasiten doch das Wasser…“
„Ja, aber es bringt sie nicht um! „Leichtsinnig“ trifft deine Aktion nicht mal im Ansatz! Was hättest du gemacht, wenn wir nicht im richtigen Moment nach Hause gekommen wären?“
Na toll! Ihre Supernaturalistenzukunft konnte sie wohl abhaken.
Grinsend stieß Mona ihren Ellenbogen in die Rippen des Jungen. „Hast du nicht eine Kleinigkeit vergessen, Stefan? So was à la >Die Feinde unserer Feinde sind unsere Freunde<? Oder die Tatsache, dass wir wirklich Hilfe gebrauchen könnten?“
„OK, aber das nächste Mal ohne Steinzeitwaffen… Supernaturalistin!“
Strahlend hakte Mona sie unter und zog sie mit sich.
„Komm! Du musst Dito und Cosmo kennen lernen! Aber zuerst solltest du wahrscheinlich duschen! Du bist ja ganz nass und blutverschmiert!“ Sie kicherte. „Ich hätte dich vorhin fast für eine Parasitenmutation gehalten! Nicht persönlich gemeint!“

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Protokollnachricht:
ich glaub es fast nicht, aber... mein cosmo text ist auch einmal fertig geworden!
ich weiß ehrlich gesagt überhaupt nicht, was ich davon halten soll und bin deswegen echt auf eure kommis angewiesen! *fleh* *bettel* *auf die knie fall* ihr bekommt auf jeden fall einen zurück! *indianerehrenwort* allerdings bin ich am 26. und 27. nicht da, also meldet euch möglichst bald!
wenn ihr noch irgendwelche tipps oder vorschläge habt: her damit! ich bin zum ersten mal über 100 zeichen unter der zeichenbegrenzung! (8896) *stolz*
und wenn euch noch ein besserer titel einfällt... doppelt her damit! xDD
glg

25.3.: ich hab versucht soneas tipps so gut wie möglich einzubauen! *schweiß von der stirn wisch* xD ich hoff mal ich hab's einigermaßen hinbekommen! *ganz doll knuddel* (8928 zeichen)

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