Rezension "Cosmo Hill - Der Supernaturalist"

Der Roman „Cosmo Hill – Der Supernaturalist“, Erscheinungsjahr 2008 vom List-Verlag, umfasst 287 Seiten und ist ein weiteres Buch des irischen Autoren Eoin Colfer, der bereits durch die Artemis Fowl-Reihe weltberühmt geworden ist. Der Serienband ist auf Jugendliche zugeschnitten; er behandelt die Ereignisse im Leben des Waisenjungen Cosmo Hill, der in Satellite City lebt und es nach seiner Flucht aus dem Waisenhaus schafft, von den Supernaturalisten, einer Bande die Parasiten bekämpft, aufgenommen zu werden. Das Genre entspricht sowohl Science-Fiction, als auch „Real Life“ und enthält darüber hinaus Action-, sowie Krimielemente.
Die Geschichte spielt in der Zukunft, in der hochmodernen, doch ebenso grausamen Metropole „Satellite City“.
Der Waisenjunge Cosmo Hill, der bereits seine gesamten vierzehn Jahre in dem Clarissa-Frayne-Heim für familiär gefährdete Kinder verbringt, entschließt sich eines Tages dazu, auszubrechen, um nicht, wie viele andere, den täglichen Strapazen, in Form von chemischen Versuchen und Tests, schließlich kampflos zu erliegen und eines frühen Todes zu sterben.
Früher als erwartet erhält er zusammen mit seinem Kamerad Ziplock die Gelegenheit, sich davonzumachen, die er auch ohne lange nachzudenken, nutzt. Doch sein Freund stirbt bei der Flucht und auch Cosmo, wird schwer verwundet. Genau zu diesem Zeitpunkt, macht er zum ersten Mal Bekanntschaft mit den blauen Parasiten, die, wie er später erfährt, Menschen die letzte Lebenskraft aussaugen sollen. Doch so weit kommt es nicht, denn Cosmo wird von einer Bande gerettet, die sich „Die Supernaturalisten“ nennen und, wie sie ihm erklären, Nacht für Nacht, gegen diese Wesen ankämpfen.
Auch Cosmo Hill wird schließlich neben dem spanischen Mädchen Mona, dem Anführer Stefan und dem genmanipulierten, übermäßig intelligenten Dito, ein Teil der Gruppe, denn er besitzt ein seltenes Talent: Er ist einer der wenigen, die die blauen Parasiten sehen können, „ein Seher“. Zusammen kämpfen die Freunde nun gegen die mysteriöse Spezies, welche sich jedoch immer mehr auszubreiten scheint. Dabei geraten sie in arge Schwierigkeiten, in denen sie unter anderen in eine Gang–Fehde kommen, einen Ausflug ins Weltall unternehmen, gegen bewaffnete Anwälte, rachsüchtige Aufseher und Panzer kämpfen, fiese Konzernbosse auffliegen lassen und nebenbei auch noch die aufkommenden Probleme innerhalb „der Supernaturalisten“ lösen müssen.
Das Buch ist im Präteritum geschrieben und wird von einem auktorialen Erzähler begleitet. Die Sicht springt wechselnd zwischen den Hauptpersonen hin und her und bietet daher einen guten Einblick in die Gefühlswelt eines jeden Einzelnen.
Typisch für Eoin Colfer, ist das auffallende Hintergrundwissen und der unglaubliche Reichtum an Details. Der Leser wird von der liebevollen Gestaltung der Landschaft und Umgebung, als auch von den unterschiedlichen Persönlichkeiten der Helden fasziniert und scheinbar in eine andere Welt katapultiert, die so realistisch scheint, als gäbe es sie wirklich.
Handlung und Dialog sind ausgewogen, spannende und ruhige Szenen wechseln sich ab, sodass nie Langweile auftritt. Sobald man dieses Gefühl auch nur ansatzweise verspürt, taucht eine neue unerwartete Wendung ein, erzählt von einem aufregenden und gleichzeitig amüsantem Stil. Vor allem das Ende ist unerwartet und sehr gut umgesetzt. Starke Dialoge und ungewöhnliche Ideen zeichnen dieses Buch aus.
Zwar ganz klar nicht sein Werk „Artemis Fowl“ übertreffend, so ist dieses, für den Autor repräsentative Werk, doch einen näheren Blick wert: Ein unterhaltsamer Roman mit überraschendem Ende und sicherlich lesenswert. Auch wenn ich einschränken muss, dass es kein Buch für die Ewigkeit ist, was heißen soll, dass man es vielleicht lieber leihen, als kaufen sollte.
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