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Cosmo Hill – Ein Leben in der Stadt der Zukunft

von Starlight
Erstellt 02/22/2008 - 23:13

Nach seinem großen Erfolg mit den Artemis Fowl Büchern hat der irische Autor Eoin Colfer einen neuen Helden erschaffen: Cosmo Hill, Supernaturalist in Satellite City – der Stadt der Zukunft.
Wie auch seine anderen Bücher ist diese Geschichte sehr fantasievoll geschrieben und spielt in der Zukunft. Sattelite City ist keine Stadt, wie wir sie kennen. Alles ist auf den modernen Menschen ausgerichtet: Der Verkehr, der öffentliche Dienst, die Industrie. All diese und viele weitere Dinge lenkt einzig und allein der Myishi-9-Satellit, der wie ein riesiges Monster über der Stadt hängt. In Zeiten hochmodernster Technik, in der die Menschheit alles zu haben scheint, gehen jedoch andere, viel wichtigere Werte verloren. Man sieht kaum noch Mitgefühl, Liebe, Verantwortungsgefühl, Hilfsbereitschaft und diese ganzen menschlichen Eigenschaften, die immer weiter von der Erde verschwinden.
Eine Ausnahme ist hierbei Cosmo Hill. Der Waisenjunge lebt im Clarissa-Frayne-Heim für familiär gefährdete Jungen. Als Baby wurde er auf dem Cosmo Hill gefunden (daher auch sein Name) und als Sponsorloser ins Heim gebracht. Als Sponsorloser und damit eigentlich ein verlorener Mensch wird in Sattelite City jeder bezeichnet, der weder Eltern noch jemand anderen hat, der ihn großzieht. Cosmos Leben im Heim ist hart. Tagtäglich wird er mit seinen Kameraden zu diversen Produkttests gezwungen, gedemütigt und geschlagen. Statistiken zufolge, die die durchschnittliche Lebenserwartung anzeigen, hat er nicht mehr lange zu leben. Doch im Gegensatz zu vielen anderen in der Stadt der Zukunft besitzt der ruhige Junge noch Träume, Hoffnungen, Wünsche und Mut. Eines Tages bietet sich tatsächlich bei einem Busunfall die Gelegenheit, zusammen mit seinem Freund Ziplock zu fliehen. Die beiden rennen auf das Dach eines Hochhauses, ihren Aufseher im Schlepptau. Als dieser sie erreicht und loswerden will, fallen sie vom Dach und landen auf einem Stromgenerator. Ziplock wird beim Aufprall getötet, doch Cosmo überlebt schwerverletzt. Er sieht plötzlich ein kleines blaues Wesen, das ihm seine Lebensenergie auszusaugen scheint. In letzter Sekunde wird er von drei Jugendlichen, den Supernaturalisten, gerettet und in deren Lager gebracht.
Nachdem er notdürftig zusammengeflickt wurde, lernt er seine drei Retter kennen: Mona, ein Mädchen spanischer Abstammung, Dito, ein sogenanntes Bartoli-Baby, der zwar längst ausgewachsen ist, aber wegen Genmanipulationen kaum größer als ein 4-jähriges Kind ist, und Stefan, der Chef der Truppe. Es stellt sich heraus, dass Cosmo zusammen mit ihnen einer der wenigen ist, der diese blauen Wesen sehen kann, die den Menschen die Lebensenergie aussaugen. Die Supernaturalisten bekämpfen diese Wesen. Cosmo beschließt, bei ihnen zu bleiben und ihnen bei der Ausrottung der Wesen zu helfen, was sich als sehr schwierig heraustellt. Die Jugendlichen müssen sich jeder Menge lebensgefährlicher Herausforderungen stellen, währenddessen sie für Cosmo immer mehr wie eine richtige Familie werden. Vor allem Mona hat es ihm sehr angetan…Als es schließlich zum entscheidenden Schluss kommt, scheint plötzlich alles anders zu sein, als es war. Die Jugendlichen stehen endlich vor dem Ziel, das sie ihr Leben lang angestrebt haben.

Ich persönlich bin absolut begeistert von dem Buch. Eoin Colfer hat es geschafft, ein sehr schwieriges Thema aufzugreifen, darüber zu schreiben und es gleichzeitig mit einer spannenden Abenteuer-/Science Fiction – Geschichte zu verknüpfen. Mit unglaublicher Präzision und realistisch wirkenden Erfindungen beschreibt er eine Zeit, die uns allen vielleicht irgendwann bevorstehen wird. Er warnt vor gewissen Dingen, bezieht jedoch gleichzeitig eine eher neutrale Stellung und konzentriert sich auf die Geschichte. Sein Schreibstil ist atemberaubend und spannend, man möchte ständig weiterlesen. Was mir an dieser Geschichte auch sehr gut gefällt, ist, dass man nie weiß, wie es weitergeht, vielmehr glaubt man es zu wissen, aber wird doch immer wieder überrascht. Dadurch erhält er die Spannung auf geniale Weise aufrecht. Eigentlich kann ich nur eins sagen: Auf jeden Fall lesen! Dieses Buch ist für viele Leute etwas, egal, ob sie nur nach einer spannenden Abenteuergeschichte suchen, oder ob sie auch etwas tiefgehendere Bücher lesen wollen. Dieses Buch erfüllt alle Ansprüche!

Noch ein paar Basisinfos:
Erscheinungsjahr der englischen Originalsausgabe: 2004
Name der Originalausgabe: The Supernaturalist
Seiten: 287
Verlag: List-Verlag
ISBN: 978-3-471-77281-2
Preis (Deutschland): 14,90 €


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