Empfehlenswerter Sciencefictionroman

„Cosmo Hill – Der Supernaturalist“ ist das neuste Werk von Artemis Fowl Erfinder Eoin Colfer und spielt in der fiktiven Zukunftsmetropole Satellite City. Am Anfang des Buches lernen wir Cosmo Hill, einen Waisenjungen aus dem Clarissa-Frayne-Heim für familiär gefährdete Jungen kennen. Gemeinsam mit seinem Freund Ziplock schafft Cosmo es, den Fängen der Aufseher zu entkommen und zu fliehen. Doch aufgrund der futuristischen Technik kann ein Aufseher sie aufspüren und verfolgt sie auf ein Hochausdach, es kommt zu einem Sturz und die beiden Waisen werden schwer verletzt. Für Ziplock kommt jede Hilfe zu spät, aber Cosmo wird von einer Gruppe mit dem Namen „Supernaturalisten“ gefunden und verarztet. Die Supernaturlisten haben es sich zur Aufgabe gemacht, die kleinen, blauen Parasiten zu vernichten, die den Menschen ihre Lebensenergie aussaugen. Cosmo, der durch seine Nahtoderfahrung nun auch in der Lage ist, die Parasiten zu sehen, schließt sich der Gruppe an und findet so endlich eine Familie.
Nacht für Nacht machen sich die Freunde auf die Jagd nach den blauen Ungeheuern, doch ihre Zahl scheint mit jedem Schlag gegen sie zuzunehmen und auch die Großmächte der Stadt arbeiten gegen die Supernaturalisten. Cosmo schlittert von einer Katastrophe in die nächste und eine Situation scheint auswegloser als die andere, hinzu kommt, dass er für die hübsche Mona etwas mehr als Freundschaft empfindet und sich deshalb auch noch Sorgen um seine Umgangsformen mit Mädchen machen muss.
Im Laufe des Buches schlägt die Erzählung immer neue Wege ein und eine Überraschung jagt die nächste. Wer ist Feind und wer ist Freund? Wie schädlich sind die Parasiten wirklich? Wie kann man sie vernichten? Und vor allem was plant die clevere Ellen Faustino? All diese und noch mehr Fragen stellen sich beim Lesen des Buches, doch am Ende werden (fast) alle auch beantwortet.
Auf dem Buchrücken wird das Buch als „Techno-Fantasy-Thriller“ eingestuft, aber das halte ich für etwas übertrieben. Ich würde es eher in die Kategorie Sciencefiction und Abenteuerroman einordnen. Empfehlen würde ich es etwa ab 12 Jahren.
Als ich anfing zu lesen was ich zugegebenermaßen etwas skeptisch, ich lese eigentlich nicht viel Sciencefiction, trotzdem hat mich das Buch überzeugt. Nachdem man eine kleine Einführung in Cosmos Leben und Satellite City bekommen hat, überschlagen sich die Ereignisse und man hat durchgehend die Motivation weiterzulesen um zu erfahren, wie die Supernaturalisten mit dem neusten Problem fertig werden. Interessant sind auch die Gegenstände und Techniken aus der Zukunft, die Colfer immer wieder beiläufig einfließen lässt, außerdem wird auch hin und wieder angedeutet, was sich in den letzten Jahrhunderten auf der Erde alles ereignet hat. Diesen Aspekt finde ich sehr gelungen.
Zum Schreibstil muss ich ehrlich sagen, dass ich zwischendurch nicht ganz so begeistert war. Eoin Colfer schreibt aus der Sicht eines allwissenden Erzählers, doch manchmal wirken seine Ausdrücke dadurch etwas steif. Auch gibt es einige Textpassagen, an denen man beim Lesen stolpert, die dadurch den Lesefluss unterbrechen. Andererseits gibt es auch wirklich humorvoll geschriebene Stellen, die schnell den Lesespaß zurückholen.
Abschließend kann ich das Buch nur weiterempfehlen, auch Leuten, die nicht so viel mit diesem Genre zu tun haben. Das Lesen lohnt sich und ich bin, trotz meiner anfänglichen Skepsis, soweit überzeugt, dass ich mir weitere Bände sicherlich kaufen oder zumindest ausleihen würde.
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