Vergiss-mich-nicht!

’’Bitte, Boss! Nur ein einziger Tag!’’, flehe ich meinen Sponsor an.
Er zieht genüsslich die Augenbrauen hoch und lächelt süffisant.
Ich hasse dieses Lächeln. Er weiß genau, dass mir unglaublich viel daran liegt, einmal rauszukommen. Ich weiß nicht, wie oft ich ihn schon angefleht habe; irgendwann habe ich aufgehört zu zählen.
Als ob ein einziger Tag so viel ausmachen würde, schließlich wohne ich seit 15 Jahren in Satellite City und habe außer dem riesigen Haus meines Sponsors noch keinen einzigen Quadratzentimeter der Stadt zu Gesicht bekommen.
Mein Sponsor aber ist der Meinung, dass ich ihm zutiefst dankbar sein müsste, dass er mich, als ich noch ein Baby war, aus einer Plastiktüte gewickelt und mit nach Hause genommen hat.
’’Und was wenn nicht?’’, lässt er mich weiter zappeln.
Ich versuche krampfhaft den Impuls zu unterdrücken, ihm mit einem gezielten Faustschlag sein Lächeln aus dem Gesicht zu wischen, aber ohne Sponsor bin ich hilflos.
’’Bitte’’, sage ich leise und versuche, möglichst unterwürfig zu klingen.
’’Eine Woche die dreifache Arbeit und kein Frühstück’’, erwidert mein Sponsor.
Ich zögere, dann nicke ich.
Mein Sponsor sieht überrascht aus, aber dann murmelt er:
’’Hhhhm,… okay.’’
’’Danke, Boss, Danke!’’, murmele ich glücklich.
’’Eine Stunde. Keine Sekunde mehr.’’
Ich schlucke. Eine Stunde. Aber besser als nichts.
Langsam gehe ich auf die Stahltür zu, da werde ich plötzlich mit einem Ruck nach hinten gerissen. ’’Hier geblieben!’’, knurrt mein Sponsor.
Er drückt entschlossen auf einen in die Wand eingelassenen Knopf, worauf sich geräuschlos ein Fach in der Wand öffnet.
Darin liegt ein silbernes, schmales Armband.
Mein Sponsor greift danach und legt es mir um das Handgelenk.
’’Nach exakt einer Stunde wirst du zurückgebeamt, ohne das Armband kommst du nicht zurück ins Haus - aber selbstverständlich habe ich dafür gesorgt, dass du es nicht abnehmen kannst. Das-’’ Plötzlich hält er inne. Seine Augen verengen sich zu Schlitzen. Er deutet auf meine Haar.
Ich ahne Etwas. Langsam ziehe eine Strähne aus meinem eigentlich nussbraunen Pferdeschwanz und halte sie mir vor die Augen.
Mist. Sonnengelb.
Mit einer schnellen Handbewegung ziehe ich meinen Metallring, der die Haare zum Pferdeschwanz zusammenhält, heraus, hole mein Kopftuch aus der Hosentasche und wickele es mir um den Kopf. Das sieht zwar bescheuert aus, aber besser das, als Haare, die ständig ihre Farbe wechseln, je nach Stimmung – und das in der Nähe meines Sponsors.
’’Und wehe du ziehst das wieder aus! Deine Haare sind lächerlich, würden mich zum Gespött der Gesellschaft machen’’, sagt er bedrohlich.
Dann holt er einen kleinen Chip aus der Hosentasche und drückt ihn in an meinen Kopf, wartet zehn Sekunden - und im nächsten Moment weiß ich das genaue Passwort für die Tür.
’’Verschwinde jetzt!’’, raunzt er mich an.
Das lasse ich mir nicht zweimal sagen!
Mit zitternden Fingern tippe ich den Code auf dem kleinen Zahlenfeld neben der Tür ein, dann drücke ich langsam auf ’’Tür öffnen’’.
Die Tür springt mit einem klacken auf und schwingt dann elegant zur Seite.
Mit schnellen Schritten laufe ich aus dem Haus heraus, die Straße entlang.
Sobald ich um eine Ecke gebogen bin, reiße ich mir das hässliche Tuch vom Kopf.
Das ist sie also: Satellite City.
Ich fühle mich, als würde mir jemand eine Stahlplatte gegen die Brust drücken; glänzender Stahl soweit das Auge reicht.
Neben mir rast ein hellgraues, ovalförmiges Auto vorbei, das neuste Design, mit vier viereckigen Platten auf der Unterseite, aus denen blaue Lichtblitze schießen, die das Modell vorantreiben.
Mit offenem Mund schlendere ich weiter, mein Blick bleibt an den großen, grauen Häusern hängen, eins modernes als das andere. Alle haben an den weiten, fast komplett fensterlosen Außenwänden, überdemensionale Monitore hängen, auf denen im 10-Sekunden-Takt Nachrichten aus aller Welt erscheinen:
Busunglück in Nigeria
Am heutigen Morgen stürtzte in Nigeria ein Bus mit 37 Passagieren über der Floway City aus 300m Höhe ab. ...
Da verschwindet die Nachricht schon wieder. Plötzlich komme ich mir sehr, sehr klein vor. Wie groß hier alles alles ist!
Langsam gehe ich weiter; immer wieder bleibt mein Blick an den Gebäuden hängen, dagegen ist das Haus meines Sponsors ein Schuhkarton!
Vor einer halboffenen Drehtür bleibe ich stehen; BEAMER, steht in großen Lettern darüber. Die Menschen gehen einzeln herein, drücken auf einen Knopf und verschwinden. Ein Windstoß wirbelt mir ein paar Haarsträhnen in die Augen; knallrot. Gefahr?!
Beunruhigt schaue ich mich um, da werde ich plötzlich grob an der Schulter gepackt und unsanft in eine Seitengasse geschubst. Ich stolpere und fliege der Länge nach hin. Benommen richte ich mich auf – und blicke einem großen Jungen direkt in die blaugrünen Augen
Neben ihm steht ein etwas kleinerer Junge und starrt mich an.
’’Zip… das- das ist nicht… du Idiot!!!’’
’’Aber Cosmo… ich weiß nicht, wie das passieren konnte… eben waren ihre Haare noch braun wie die von Gallary, ich schwörs-’’
’’Ach, halt die Klappe’’, unterbricht Cosmo ihn. ’’Hol den Vergess-mich raus, Ziplock.’’
Ziplock kramt umständlich in seiner Hosentasche rum und reicht Cosmo einen Stift, mit einem grünen Button an der einen und einer kleinen, runden Öffnung an der anderen Seite. Was soll das? Was wollen die von mir? Ändstlichweiche ich einen Schritt zurück; mein Rücken drückt sich fest gegen die Mauer,
’’Willst du ihr Gedächtnis löschen, oder soll ich?’’, fragt Ziplock.
’’Ich mach das’’, erwidert Cosmo knapp. Er wendet sich mir zu. ’’Du hast uns beide nie gesehen, klar?’’
Er hebt seinen Stift in die Höhe, richtet ihn auf mich und will auf den grünen Button drücken, doch ich schlage ihm den Stift aus der Hand. Er fällt klirrend zu Boden.
’’Ah, die Kleine will Ärger’’, sagt er gelangweilt. Er bückt sich blitzschnell und packt den Stift, aber ich stürze mich auf ihn und ramme meine Faust mit voller Wucht in seinen Magen. Wimmernd geht er zu Boden.
’’Was machst du da?’’, ruft Ziplock mit schriller Stimme. Im nächsten Augenblick habe ich ihn mit einem gezielten Tritt zu Boden gestreckt.
’’Was wollt ihr von mir? Wer seid ihr?’’, frage ich außer Atem.
Ächzend rappelt sich Cosmo hoch. ’’Wer wir sind? Nun, ich bin Cosmo Hill, und das ist Ziplock Murphy.’’ Er klingt immer noch gefasst und auf eine seltsame Weise gelangweilt. Ich werfe einen Blick auf Ziplock, da höre ich ein lautes Zischen. Erschrocken wirbele ich herum und halte reflexartig meine Hand vors Gesicht.
Ein greller Blitz schießt von Cosmo aus zu mir und fährt in mein Handgelenk.
Kleine Rauchwölkchen bilden sich um mein Handgelenk; mein Beam-Armband ist verpufft.
Entgeistert starre ich Cosmo an, er hält das Vergess-mich immer noch in der Hand und starrt ebenso entgeistert zurück.
Auch Ziplock hat das Geschehen mit weit aufgerissenen Augen beobachtet.
’’Was war das?’’, fragt Cosmo mit deutlichem Misstrauen in der Stimme.
’’Das? Ein Beam-Armband’’, erkläre ich schrill. ’’Du hast mich soeben von meinem Sponsor befreit: Jetzt bin ich frei!’’
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PROTOKOLL:
Sooo, ich habs jetzt auch endlich geschafft und einen CH-Text reingestellt *stolzsei*
Und ich bin unter der Grenze!
Wer also Ideen hat, wie ich was ausbauen kann: immer her damit!
Soll ich meinen Tex in die Vergangenheit setzen?
Joa, sosnt hab ich keine richtigen Fragen an euch, schreibt einfach alles hin, was euch zu meinem Text einfällt xD
Danke für eure Kommis ♥
glg Laura
--> Habe jetzt eingebaut, dass der ''Boss'' meiner HP das Passwort für die Tür per Chip sagt