Calaspia oder die wahre Geschichte von Mineralwasser und COLA =D

Bild von Tinkerbell91

„Calaspia – Die Verschwörung“ ist das Erstlingswerk der Zwillinge Suresh und Jyoti Guptara.
Die Hauptperson der Saga, Bryn, gehört zum Volk der Barue, was bedeutet, dass er die Emotionen anderer wahrnimmt.
Als Bryn von seiner Ausbildung bei den Aposteln des Verstehens in sein Baruedorf Quivelda zurückkehrt, scheint sich sein Wunsch nach Abenteuern zu erfüllen – allerdings anders als gewünscht.
Mithilfe der Ostentum, Monster, die schon seit langem als ausgestorben gelten, überfallen die Nurgor Quivelda und versklaven Bryns Freunde. Nur durch Glück gelingt es ihm den Angreifern zu entkommen und die anderen Dorfbewohner aus den Fängen der Monster zu befreien.
Gemeinsam mit seinem Freund Mittni, dem Dorfgelehrten Thybil und Wafrudnir, einem Nephelim, der sie zu ihrem Schutz begleitet, macht sich Bryn auf den Weg nach Armaah, der Hauptstadt Calaspias, um den Imperator vor der drohenden Gefahr zu warnen. Unterwegs müssen sie sich gegen neue Angriffe der Monster wehren, verschneite Berge bezwingen und trotzdem scheint die Reise zum Schluss hin viel zu einfach zu sein… Wieso werden sie von den Monstern nur noch beobachtet, aber nicht am Erreichen von Armaah gehindert?
Doch auch in der Hauptstadt, werden sie durchaus nicht mit offenen Händen empfangen… sämtliche Leute, die ihnen Glauben schenken, werden schon bald des Verrats am Imperium „überführt“, der Imperator wird ermordet und Bryn landet im Gefängnis. Bald bleibt den Barue nur noch die Flucht… ein Verräter hat die Regierung unter Kontrolle und die schreckliche Vergangenheit Calaspias scheint sich zu wiederholen…

Das Buch kann eindeutig in das Fantasy-Genre eingeordnet werden. Calaspia ist eine Parallelwelt, die der unseren zwar in vielen Dingen gleicht, jedoch von Wesen wie Barue, Nephelim, Zwergen oder Monstern wie den Nurgor und Ostentum bevölkert wird. Calaspia ist mit seinen Schwertkämpfen und den Fürsten der verschiedenen Regionen „mittelalterlich“ angehaucht, kann aber letztendlich nicht wirklich in eine bestimmte Zeit eingeordnet werden, da neue Erfindungen wie das Luftschiff dieses Bild widerlegen.
Vom Alter her würde ich das Buch ab 12 Jahren empfehlen… was nicht heißt, dass es nicht durchaus auch für Ältere interessant sein könnte. =)

Normalerweise bin ich kein wirklicher Fantasy-Fan, weshalb ich auch mit gemischten Gefühlen angefangen habe zu lesen, allerdings gelang es den Autoren während des Buches doch mich zu fesseln.
Von der Idee her erinnert das Buch natürlich schon bis zu einem gewissen Grad an andere Fantasywerke, aber dadurch, dass die Zwillinge ihre eigenen Wesen, wie die Barue und die Nephelim erfinden und nicht auf die „typischen Figuren“ zurückgreifen, schaffen sie es doch, sich von diesen abzusetzen.
Besonders gut gefällt mir, dass die Autoren ihre „Welt“ teilweise selber nicht so ernst zu nehmen scheinen, wodurch „Calaspia“ viel Humor gewinnt. Man nehme nur den kurzsichtigen Zwerg, die Erfindung von Mineralwasser oder die hochkarätige COLA-Sitzung… =D
Der größte Teil des Buches berichtet Bryns Abenteuer, wodurch der Leser ihn, aber auch viele seiner Freunde gut kennen lernt. Allerdings halten sich die Autoren durch unterschiedliche Handlungsplätze auch immer noch die Option offen, dem Leser zu zeigen, was andere Charaktere zur gleichen Zeit erleben.
Allerdings hat mich das Buch nicht immer ganz 100%ig überzeugen können:
Teilweise zieht sich die Erzählung ziemlich. Besonders am Anfang auf der Flucht vor den Monstern und bei den Kämpfen hätte ich mir eine etwas schnellere Auflösung gewünscht.
Wirklich spannend wurde das Buch für mich vor allem nach dem Eintreffen der Gruppe in Armaah, als Bryn und seine Freunde mehr über die düstere Vergangenheit Calaspias in Erfahrung bringen und Mord und Verrat das Reich in Aufregung stürzen. Umso enttäuschter war ich jedoch am Schluss, als zwar der teuflische Plan offenbart wurde, nicht jedoch der Name des Verräters, der innerhalb der Regierung die Fäden in der Hand hält.

Insgesamt kann ich das Buch vor allem Fantasyfans empfehlen, doch auch alle anderen könnte die Geschichte gefallen. Auf jeden Fall ein gelungenes Erstlingswerk, das auf eine spannende Fortsetzung hoffen lässt (in der dich dann hoffentlich auch endlich erfahre, wer der Verräter ist! =)