Kurzsichtige Zwerge und tapfere Helden

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Bild von Keksi

Am 10. März 2008 im Jungen Literaturhaus Köln berichteten die neunzehnjährigen Guptara-Zwillinge von ihrer Leidenschaft zum Geschichtenerzählen: „Wir haben schon früh angefangen, Fantasygeschichten weiterzuspinnen. Manchmal haben wir uns auch selbst welche ausgedacht, die gingen aber nie über 15 Seiten hinaus. Meistens haben wir mit einem Sterbenden angefangen.“ – Wenigstens einem dieser drei Punkte sind sie treu geblieben: dem Toten. Gleich am Anfang läuft dem Leser der symphatische Zwerg Galar entgegen, der ganz hin und her gerissen ist, ob er lieber einen furchterregenden Eindruck auf mögliche Angreifer machen möchte, oder es aber vorzieht, diese Angreifer, mit Brille, auch zu erkennen.

Bryn, der Protagonist der Geschichte, besitzt nicht nur einen außergewöhnlichen Namen, sondern auch eine außergewöhnliche Gabe, zumindest aus der Sicht des Einundzwanzigsten Jahrhunderts gesehen. Er ist ein Barue, sprich: Er ist zwar menschenähnlich, hat jedoch wie alle seines Volkes die Gabe, Gefühle der Personen um ihn herum zu erspüren. Die Barue sind außerdem ein sehr lebensfrohes und freudiges Völkchen.
Doch als Bryn von seiner Ausbildung bei den Aposteln in sein Heimatdorf Quivelda zurückkehren will, sieht er auf einen Blick, dass es vorbei mit dem Feiern ist. Die grauenvollen Monster, genannt Ostentum, sind zurückgekehrt und sind fest entschlossen, die Welt dem Erdboden gleich zu machen. Dass da eine größere Macht hinter steckt, denkt sich auch Bryn, und so macht er sich mit seinen Freunden auf den Weg, sie zu finden, damit wieder Frieden herrschen kann.

Calaspia ist eine faszinierende Welt, ähnelnd dem Herrn der Ringe, und die Bilder, die die Zwillinge im Kopf wecken, kaum noch zu vertreiben. Ein Fantasyroman, der viel verspricht, geschrieben von den jüngsten Bestsellerautoren dieser Zeit. Leider schafft der erste Band der Trilogie es nicht immer, alle Erwartungen zu erfüllen, wirkt er doch an manchen Stellen eher in die Länge gezogen und stellenweise wollen Details sich nicht in das Bild der Welt von Bryn einfügen, wie zum Beispiel eine geheime Datenbank von Fingerabdrücken der Bewohner.
Am Ende des ersten Bandes verliert sich ein bisschen die Spannung, da der Plan, den man grĂĽndlich und, zwar nicht immer, aber dennoch neugierig ĂĽber das gesamte Buch verfolgt hat, in einem Monolog beschrieben wird.

Alles in Allem ein Erstlingswerk, das sowohl jugendliche, als auch ältere Fantasyliebhaber begeistern kann, wenn man ein wenig Geduld mit der Handlung aufbringt. Suresh und Jyoti haben gute Ideen, die sie sicher noch lernen werden, eine Spur spannender umzusetzen.

    Titel/Autor:"Calaspia - die Verschwörung" von Suresh und Jyoti Guptara
    Gebundene Ausgabe: 720 Seiten
    Preis:16,95€
    Verlag: Rowohlt TB-V. Rnb. (7. März 2008)