Buchbotschaften


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Marcus lebt in San Francisco und ist im Grunde ein ganz normaler Siebzehnjähriger. Er geht zur Highschool, hängt gerne mit seinen Freunden ab, interessiert sich außerdem sehr für Computer, das Internet und entsprechende Spiele. Das sind teilweise auch Live-Rollenspiele und andere eher ungewöhnliche Games.
Eines Tages beschließen er und seine Freunde zu schwänzen und sich einen schönen tag zu machen, als sie plötzlich mitten in einen Terroranschlag auf die Bay Bridge geraten. Im dadurch herrschenden Chaos versuchen sie zu fliehen, während um sie herum die Hölle los ist. Dann wird Marcus von einer Sicherheitseinheit aufgegriffen und verhaftet, weil vermutet wird, er gehöre zu den Terroristen.
Man bringt in ins Gefängnis auf Treasure Island. Marcus erlebt dort einen Vorgeschmack der Hölle, niemand glaubt ihm, dass er unschuldig ist, man behandelt ihn menschenunwürdig.
Nach einigen Tagen wird er zwar freigelassen, doch sein Leben soll sich fortan ändern. Die ganze Stadt wird, aus Angst vor weiteren Anschlägen, nun mit zahlreichen Kameras überwacht. Und nicht nur dort, es gibt auch im Internet solche Wächter und Spione.
Marcus weiß, dass er ganz besonders unter Beobachtung steht und sich mächtige Feinde gemacht hat ...

Cory Doctorows Roman läuft als Jugendbuch, kann aber ebenso als Thriller für erwachsene Leser durchgehen, denn in Sachen Spannung, Stil und Sprache muss der Autor da nicht hinter anderen Thrillern zurückstehen. Er lässt seinen Protagonisten in der Ich-Form erzählen, was hier ausgezeichnet passt, zumal er prima den Ton des Siebzehnjährigen drauf hat. Marcus kommt absolut glaubwürdig rüber und auch sehr sympathisch.
Die Handlung ist dabei fast durchgehend sehr spannend, es gibt nur wenige etwas langatmige Passagen. Auch wenn sich natürlich durch die Schreibweise alles sehr auf Marcus konzentriert, wurde sich doch Mühe gegeben, auch die anderen Figuren auszuarbeiten.
Die Idee mit einem Überwachungsstart ist in der SF-Literatur nun zwar nicht gerade neu, hier aber ist die Umsetzung sehr originell und absolut gelungen.
Besonders, wie Marcus es schafft, ein abhörsicheres und nicht zu hackendes Nachrichtensystem mit Hilfe einer X-Box aufzubauen, ist echt klasse. Wer sich nicht im Internet und mit entsprechenden Spielen auskennt, könnte durch die zahlreichen Fachausdrücke allerdings leicht verwirrt werden.


Cory Doctorow beweist mit seinem neuen Roman "Little Brother" wieder ein feines Gespür für brandaktuelle Themen, die er für Jugendliche umsetzt, in diesem Fall etwa für eine Zielgruppe ab 14 Jahren. Terrorismus, totale Überwachung und die Privatsphäre des Einzelnen zählen durch die zunehmende Ausbreitung der neuen Medien zu ständigen Toppthemen. In Marcus’ Lebensumwelt ist dies natürlich bis auf die Spitze vorangetrieben, aber bei vielen Szenen kann man als Leser nur nicken, denn so weit sind die aktuellen Entwicklungen davon nicht mehr entfernt.

Wäre dieser Roman nicht so lang geraten, wäre er fast schon eine perfekte Schullektüre ab der 9. Klasse. Das fällt beim Lesen durchaus auch negativ ins Auge, manche Szenen hätten Straffung vertragen können. Totale Überwachung bestimmt das Leben der Schüler und Schülerinnen. Anhand ihres Ganges werden sie identifiziert und ein Alarm wird ausgelöst, wenn sie unerlaubt das Schulgelände verlassen, die Bücher sind genausten codiert und kein Handgriff entgeht der Schulleitung. Schon vor den harten Vorwürfen gerät Marcus immer wieder mit den Autoritäten in Konflikt. Doch sein Gegner ist ein größer, in dem Moment, in dem er sich mit dem Department of Homeland Security, einer Abteilung für die nationale Sicherheit der Staaten, anlegt. Alles in allem bewegt sich dieser Roman aber deutlich über dem Durchschnitt und fesselt im Mittelteil ungemein.


Der Jugendroman "Little Brother" von Cory Doctorow handelt vom 17-jährigen Marcus, eigentlich ein ganz normaler Junge. Er besucht die High School, interessiert sich für Technik und ist ein großer Fan von einem japanischen Online-Spiel mit Reality Elementen. Als er mit seinen Freunden versucht, das neueste Rätsel des Online-Spieles zu lösen, passiert es: Seine Heimatstadt San Francisco wird Schauplatz eines terroristischen Anschlags. Zur falschen Zeit am falschen Ort, verdächtigt man Marcus und seine Freunde, etwas mit dem Attentat zu tun zu haben. Sie werden von der Heimatschutzbehörde festgenommen und auf eine geheime Insel gebracht. Marcus und zwei seiner Freunde werden nach einer Woche wieder freigelassen, doch der vierte Freund bleibt verschwunden. Da erklärt Marcus der Heimatschutzbehörde den "Krieg" und manipuliert die neu eingeführten, übertriebenen Sicherheits- und Überwachungsmaßnahmen. Hilfe bekommt er von der von ihm gegründeten Online-Community XNet. Werden sie es schaffen, den immer noch verschollenen Freund wieder zu sehen? Oder wird Marcus sich und seine Freunde ins Unglück stürzen? Hat Privatsphäre in Amerika eine Zukunft?

Der Roman schildert anschaulich die Gefahren, die von Technik ausgehen können. Es wird erklärt, wie alltägliche Gegenstände, wie z.B. Kreditkarten, missbraucht werden können, um in die Privatsphäre des Einzelnen einzudringen. Man erfährt auch viel über die Funktionsweise des Internets und z.B. Kryptographie. Allerdings ist das Buch auch sehr politisch und der Erzähler vertritt zum Teil recht extreme Ansichten. Dennoch regt es zum Nachdenken an und ist sehr spannend. Mir hat das Buch sehr gefallen und ich würde es jedem ab ca. 13 Jahren empfehlen, ihr werdet es nicht bereuen!


„[…] dieser M1k3y steckt in dir und mir…“
(Andrew Huang, Nachwort „Little Brother“)

Dieser M1k3y – oder: W1n5t0n aka Marcus – ist ein 17-jähriger Schüler in San Francisco. Er ist vielleicht nicht genau wie du und ich, denn er ist ein Hacker, ein Computerflüsterer, aber er ist uns verdammt ähnlich.
Und als er und seine Freunde unschuldig verhaftet werden nachdem Terroristen die Oakland Bay Bridge in San Francisco in die Luft gesprengt haben, schwört er Rache. In illegalen Verhören wird er gedemütigt und eingeschüchtert – aber seinen Willen können sie nicht ganz brechen.
Nachdem er wieder feigelassen wird, und San Francisco plötzlich zu einem Ort ohne Privatsphäre mit ständiger Überwachung geworden ist, beschließt er die Regierung und die DHS (Department of Homeland Security) mit ihren eigenen Mitteln zu schlagen und sich seine Freiheit und Privatsphäre zurückzuholen.

Diesen spannenden, dystopisch angehauchten Thriller konnte ich nur schwer aus der Hand legen. Marcus ist ein unglaublich glaubwürdiger Charakter: er ist nicht der geborene Held, aber ganz sicher steckt in ihm genug Mumm um etwas zu verändern. Mit Hilfe seiner Freunde gründet er eine ganze Bewegung von Jugendlichen, die auf ihre Grundrechte bestehen und nicht akzeptieren, dass die Regierung sie als potentielle Terroristen auf Schritt und tritt überwacht.
Realistisch wird dabei beschrieben, welche Mittel zur Verfügung stehen um totale Überwachung zu garantieren – das hat mir das eine ums andere Male doch einen leichten Schrecken versetzt. Als Leser hat man nicht nur Spaß an der mitreißenden Geschichte, sondern fängt auch an sich zu fragen, wie weit das im Buch geschilderte Szenario eigentlich noch von der Realität entfernt ist. So viel soll verraten sein: nicht sehr weit. Gerade da das Thema staatliche Überwachung auch in Deutschland aktuell in den Medien ist, ist ein Buch wie „Little Brother“ wichtig. Es schärft das Bewusstsein für Dinge, über die man normalerweise nicht nachdenkt, über die man aber dringend nachdenken sollte.

Insgesamt also ein wirklich spannender Thriller der garantiert nicht nur Jugendliche anspricht, sondern für jeden eine Botschaft enthält. Wie Bruce Schneier im Nachwort passend formuliert: „Nimm dir genug Zeit, dann wirst du erkennen, wie anders du plötzlich über die Welt denkst, wie du sie mit ganz anderen Augen wahrnimmst. Also los, […] mach dich auf den Weg. Die Welt steckt voller Sicherheitssysteme. Vielleicht kannst du ja eines knacken.“


Autor:Cory Doctorow
Preis: 14,95€
Originaltitel: Little Brother
Erschienen: Rowohlt Taschenbuch Verlag, März 2010
Taschenbuch: 512 Seiten
Sprache: Deutsch
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 15 Jahre
ISBN: 978-3-499-21550-6

Klappentext/Kurzbeschreibung:
Cooler, cleverer und radikaler als der Staat erlaubt!
Marcus, alias «w1n5t0n», ist 17, smart und ein begeisterter Gamer. Als Terroristen die Oakland Bay Bridge in San Francisco in die Luft sprengen, befinden er und seine Freunde sich zur falschen Zeit am falschen Ort. Agenten der Sicherheitsbehörde halten sie für verdächtig und verschleppen sie auf eine geheime Insel, wo sie tagelang verhört, schikaniert und gedemütigt werden. Als Marcus freikommt, hat sich San Francisco in einen Überwachungsstaat verwandelt. Jeder Bürger – ein potentieller Terrorist; Menschenrechte – zweitrangig; Freiheit – ein «Sicherheitsrisiko». Marcus und seine Freunde können nicht akzeptieren, was geschehen ist – und beschließen, sich zu wehren. Mit Hilfe subversiver neuer Medien organisieren sie sich zu einer «Gamer-Guerilla». Ihr Plan: Sabotage der staatlichen Überwachung. Ihre Waffen: die Zukunftstechnologien. Ihr Ziel: der Sturz der Regierung.

Meine Meinung:
Also, die Geschichte ist aus der ich-Perspektive erzählt. Aus der Sicht von Marcus.
Durch diese Hauptperson erfährt man, wie es ist einen , ich sage mal ''Sicherheitsstaat'' zu haben. Und auch alle ihre Konsequenzen werden aufgelistet.
Der Autor hat einen sehr flüssigen Schreibstil, der es einem einfach macht, das Buch in einem durch zu lesen.
Diese Welt, von der er beschreibt ist grauenhaft und bietet sicherlich mehr Nachteile als Vorteile, Marcus und seine Freunde, am Anfang noch unschuldig und unwissend, werden zu den Führern und Rebellen gegen die staatliche Überwachung. Sie kämpfen für ihre Freiheit und die Menschenrechte.
Das Buch regt zum Nachdenken an und ist nur zu empfehlen.

LG Loewenherz

PS: Falls du Lust und Zeit hast kannste ja mal bei meinem Gedicht vorbeischauen und nen Kommi dalassen:)
SIE IST TOT


„Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren“
-Benjamin Franklin-
Als Marcus und seine Freunde wegen einem Alternat Reality Game die Schule schwänzen, sind sie ganz in der Nähe der Oakland Bay Bridge in San Francisco, die Terroristen in die Luft sprengen. Hunderte Leute sterben bei diesem Anschlag. Der Heimatschutz ist sofort zur Stelle und nimmt Marcus mitsamt seinen Freunden als Verdächtige fest. Sie werden in Gefangenschaft erniedrigt, gequält und vor allem Marcus versuchen sie mit subtilen Methoden zu zermürben. Die Bewohner San Franciscos ahnen indessen nichts von der geheimen Insel, wo ihre Nachbarn, Bekannten und Kinder ohne jegliches Menschenrecht festgehalten werden. Als Marcus schließlich frei kommt hat seine Stadt sich in einen Überwachungsstaat verwandelt. Die Verfassung gilt nicht mehr und an jeder Straßenecke gibt es Kontrollstellen. Der gläserne Mensch ist geboren. Doch Marcus gibt sich damit nicht zufrieden, zu tief sitzt die Demütigung der Heimatschutzbehörde. Er startet ein geheimes Netzwerk und immer mehr Gamer schließen sich ihm zur Sabotage der „Maßnahmen zum Schutz des Lebens“ an. Die Kids entdecken so manche Überwachungslücke und bringen das DHS zum schwitzen. Die so genannten Xnetter glauben an die Verfassung und die Freiheit – und sie wollen sie zurück!
Die sehr jugendliche und manchmal technische Sprache des Autors passt sehr gut zum Thema des Buches und zur Xnetter Generation. Jedoch waren gerade diese technischen Erklärungen manchmal recht schwierig für mich. Da ich selbst gerade mal Word, Excel und das Internet bedienen kann, musste ich viele Begriffe (wie z. B. RFID) erstmal nachschlagen. Zum Buch passt es aber unabdingbar, da sich die Handlung sonst gar nicht hätte weiterentwickeln können.
Sehr schön finde ich, dass die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt wird. So kann man richtig tief in die Gedankengänge, in die Scham und den Kampfgeist von Marcus eintauchen. Das Marcus, alias W1n5t0n, alias M1ck3y, den Leser dabei noch öfter persönlich anspricht, finde ich sehr gelungen.
Das enorme technische Hintergrundwissen des Autors verlangt mir echt Respekt ab. Er muss wirklich tief in die Materie abgetaucht sein, um so detailliert schreiben zu können.

Es ist erschreckend zu lesen, wie einfach die Verfassung eigentlich außer Kraft gesetzt werden kann um die Menschen zu überwachen. Gerade in der heutigen Zeit, wo es viele Grundsatzdiskussionen über Datenschutz gibt. Es werden doch immer mehr Informationen über uns Menschen gesammelt, aggregiert und ausgewertet. Wieso sollte es also nicht irgendwann zu einem Szenario a la „Little Brother“ kommen. Eine wirklich beängstigende Vorstellung. Und als Marcus das False Positive Paradox erläutert hat, da bin ich wirklich ins grübeln gekommen.
Das Cover mit dem riesigen orangenen X, dem grünen digitalen Fingerabdruck und dem Schatten von Marcus passt perfekt zum Buch. Vor der Lektüre von „Little Brother“ konnte ich mit der Umschlagsgestaltung nur bedingt etwas anfangen und fand sie auch nicht ansprechend. Nun aber, nach der Lektüre, passt das Cover zum Inhalt einfach wie die Faust aufs Auge.
Nach den ganzen guten Kritiken zu diesem Buch war ich natürlich sehr neugierig auf „Little Brother“. Und ich muss sagen, das mich dieses Buch wirklich zum nachdenken angeregt hat. Ich werde es auf jeden Fall weiter empfehlen und bin froh „Little Brother“ gelesen zu haben.


Autor: Cory Doctorow
Seiten: 490
Preis: 14,95€
Erschienen: Rowohlt Taschenbuch Verlag, März 2010
ISBN: 978-3-499-21550-6

Cory Doctorow beschreibt das Grauen, das Marcus erfasst, als er merkt, dass sich seine Heimat in so kurzer Zeit in einen Überwachungsstaat verwandelt hat. Die Erkenntnis, keine Privatsphäre mehr zu haben und, dass man niemandem mehr trauen kann, erschrecken den 17-Jährigen Marcus sehr. Er versteht nicht, warum seine Eltern nicht merken, was um sie herum passiert, nicht merken, dass die neuen Sicherheitsmaßnahmen vom Staat keine Terroristen fangen, sondern nur dem Staat dabei helfen, das Volk zu überwachen. Es wir aufgezeichnet, wann man wo hin fährt, und fährt man öfter an einen Ort, wird man gleich als gefährlicher Terrorist eingestuft. Jeder Einzelne der gesamten Bevölkerung wird vom Staat als potentieller Terrorist angesehen. Ich finde Cory Doctorow beschreibt diesen Wahnsinn hervorragend. Beim Lesen kann man sich unglaublich gut in Marcus hineinversetzten. Das Grauen, die Angst und die Fassungslosigkeit umfängt einen und lässt einen nicht mehr los. Ich konnte das Buch nur sehr schwer aus der Hand legen, so sehr hat es mich gefesselt.

Den Stress, den er mit seinen Eltern hat, den Stress in der Schule, und dass er sich verliebt, solche Kriterien, machen das Buch besonders für die Altersgruppe von 13-18 attraktiv.

Außerdem waren die Recherchen der Autors umfassend, genau und gut. Hier habe ich einige Beispiele aus dem Buch heraus gesucht:
Seite 107; Zeile 22- 29
Seite 108; Zeile 9-17
Seite 121; Zeile 24- 29
Seite 125; Zeile 4-18
Seite 141; Zeile 21- 29

Mir gefällt es auch sehr, dass Cory Doctorow die Leser anspricht. Denn so zeigt er uns Lesern, dass wir ihm wichtig sind, und dass er möchte, dass wir das Buch verstehen. Außerdem möchte er, dass wir uns gut in das Buch hineinversetzten können.
z. B.:
Seite 106; Zeile 29-30
Seite 153; Zeile 1-13

Alles in allem, ist es ein sehr gut gelungenes Buch, das ich nur bestens weiter empfehlen kann. Außerdem ist es ein weiteres positives Kriterium, dass dieses Buch sowohl Jungen, als auch Mädchen anspricht.


Marcus, ein 17-jähriger junger Mann aus San Francisco gerät in einen Strudel aus Angst und Hass, aber auch Mut.
Nach einem Terroranschlag in seiner Heimatstadt ist alles anders als es zuvor jemals war. Computerkids werden plötzlich als Terroristen verhaftet, die normale Bevölkerung wird auf Schritt und Tritt überwacht und das Militär und die Polizei machen sich in San Francisco breit. All diesem zum Trotz entwickelt sich eine geheime "Untergrundorganisation", das Xnet, deren Initiator Marcus ist und die versucht gegen all die Staatsspionage zu agieren und vor allem zu revolutionieren. Verglichen wird die Situation mit der Flower-Power-Bewegung und Idole aus der damaligen Zeit finden sich hier in Gedichten und Ideologien wieder. "Trau keinem über 25" wird zum Motto der Xnetter, die sich ständig vermehren und dem Militär gehörig zu schaffen machen. Marcus entwickelt verschiedene Pläne, die vond en anderen Xnettern begeistert übernommen und angewandt werden. Ein 17-jähriger, der trotz jugendlicher Probleme wie Zoff mit den Eltern und Liebesgeschichten, viel Mut und Engagement beweißt, indem er sich für sein Land, seine Verfassung einsetzt und glaubt, dass das Gute siegen wird.

Weiter möchte ich den Inhalt hier gar nicht beschreiben, denn sonst lohnt es sich gatr nicht mehr das Buch zu lesen.

Meines Erachtens handelt es sich hier um ein sehr spannendes, informatives und "leider" auch sehr realistisches/aktuelles Buch. So weit sind wir von dieser Situation nicht entfernt, machbar vor allem ist das Vorgehen der Staatsgewalten sicherlich schon längst. Erschreckend wie aktuell die Geschichte doch ist. Auch die Erzählungen von den Befragungen im Gefängnis spiegeln denke ich ein großes Maß an Realität, das sehr oft aber vertuscht oder einfach "übersehen" wird (wie anfangs eben auch hier in dem Buch). Toll gefallen haben mir auch die Ausschweifungen in die Welt der Technik von PCs, Zubehör und Software. Zuerst hatte ich Angst, dass es wohl für mich etwas langweilig werden könnte, aber ich habe diese Exkurse wirklich interessiert gelesen und ja ...- ich hab auch etwas verstanden. Super fand ich auch die Angaben / Links um noch mehr über die Sache zu erfahren und dass ich da als Leser persönlich angesprochen wurde.
Ich habe das Buch schon vielen weiterempfohlen, weil es mich wirklich überzeugt, teilweise sogar umgehauen hat. Daumen hoch und gerne mehr davon.


Autor: Cory Doctorow
Erschienen: Rowohlt Taschenbuch Verlag, März 2010
Preis: 14,95€
ISBN: 978-3-499-21550-6

Cory Doctorows Roman „Little Brother“ ist voller Angst. Das Buch erzählt die Geschichte eines Terroranschlags auf Amerika und wie dieser das Leben aller veränderte. Die amerikanische Regierung hat furchtbare Angst vor weiteren Anschlägen. Diese Angst macht aus den freien Bürgern Gefangene. Übertriebene Kontrollen und Sicherheitsmaßnahmen vernichten die Privatsphäre und machen den Alltag beschwerlich.

In mitten dieser Wirren erkennt ein 17 jähriger Junge das verfassungswidrige Unterdrückungsverhalten der Regierung. Er beweißt den Mut, den sich in Extremsituationen jeder wünscht und fast niemand besitzt. Sein Wissen und sein Wesen machen aus ihm den Vorreiter für eine Protestbewegung.

An der Seite dieses starken Charakters erlebt der Leser ein modernes Horrorszenario. Gefangen, erniedrigt, gefoltert, aufgestanden, gekämpft, gefürchtet, erneut gefoltert und doch niemals ganz gebrochen.

Little Brother ist ein Hauch von Dystopia. In dieser Welt will sicherlich niemand leben müssen. Und trotzdem. Steuern wir nicht womöglich genau darauf zu? Dieses Buch kann Angst machen. Vielleicht soll es aber auch Mut machen. In jeder Krise, immer wenn die Regierung falsch lag, immer wenn sie vergaß, dass sie für die Menschen da ist und nicht umgekehrt, immer dann, gab es wenige Mutige, die vorangegangen sind und an die Werte erinnert haben, für die es sich zu kämpfen lohnt: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

Das Thema dieser Geschichte ist brandaktuell und damit hochspannend. Der Autor lässt seine Hauptfigur immer wieder über längere Passagen technische Details, Methoden und Schlupflöcher erklären. Für auf diesem Gebiet nicht so Bewanderte sind diese Teile anstrengend zu lesen. Sie sind es jedoch, die die Geschichte authentisch machen und ihr das berühmte Etwas verleihen.

Eine faszinierendes, spannendes Buch, das nachdenklich macht!


Little Brother beschreibt sehr realistisch, wie es in naher Zukunft bald überall aussehen kann, wenn die Angst vor Terror und Gewalt immer weiter um sich greift. Der Zweck heiligt die Mittel, und wenn man doch böse Buben fangen könnte, dann sind die Grundrechte des Einzelnen doch wirklich nicht so wichtig. Was dabei rauskommt, beschreibt Cory Doctorow sehr spannend und eindrucksvoll. Marcus alias "w1n5t0n" ist nach einem verheerenden Bombenanschlag zur falschen Zeit am falschen Ort und damit schon verdächtig. Die Überwachung des Heimatschutzes funktioniert und aus einem normalen Teenager wird ein Terrorist. Mit vielen technischen Tricks und Kniffen kann Marcus seinen Verfolgern immer wieder ein Schnippchen schlagen (technische Versierte wissen die genauen Beschreibungen sicher mehr zu schätzen als Computer-Dummies wie ich), aber eigentlich hat er gegen das System keine Chance. Er kann vielleicht das Allerschlimmste verhindern, aber aufhalten kann auch Marcus die totale Überwachung nicht. Super-Buch, super-wichtiges Thema!!!