Buchbotschaften


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Wenn dir jemand auf den Tag genau sagen könnte zu welchem Zeitpunkt du stirbst, würdest du es wissen wollen?

Die 15-jährige Jem lebt ein bedauernswertes Dasein. Vor 8 Jahren starb ihre Mutter an einer Überdosis. Seitdem wurde sie von einem Heim ist andere geschoben, findet keinen Ort, an dem sie sich richtig zu Hause fühlen kann. Zusätzlich wird sie von einer besonderen und zugleich grausamen Gabe gequält. Jem blickt in die Augen ihrer Mitmenschen und sieht den genauen Todestag ihres Gegenübers. Diese Fähigkeit hindert sie daran zu einem ihrer Mitmenschen ein vertrauensvolles Verhältnis aufbauen. Zu groß ist die Qual mit dem Wissen leben zu müssen, dass eine Freundschaft oder gar eine Liebesbeziehung von Anfang zum Scheitern verurteilt ist. Der Tod hat schließlich kein Erbarmen. Eines Tages freundet sie sich doch mit ihrem Mitschüler Spinne an, obwohl sie weiß, dass auch seine Tage schon gezählt sind. Er hat nur noch knapp einen Monat zu leben. Als die Beiden einen gemeinsamen Nachmittag am London Eye verbringen stellt Jem fest, dass sie in den Augen sämtlicher Passanten vor Ort dasselbe Todesdatum sieht: sie werden noch am selben Tag sterben. Eine gewaltige Explosion zerstört das London Eye und reist viele Besucher in den Tod. Völlig außer sich laufen Jem und Spinne davon und geraten aber durch ihre Flucht schnell in das Visier der Polizei. Von heute auf morgen wird das trostlose Leben Jems noch viel kläglicher und sie begibt sich zusammen mit Spinne auf eine Reise quer durch England, auf der Flucht vor der Polizei.

Rachel Wards Roman erzählt auf eine nachdenkliche Art und Weise über das traurige Leben der 15-jährigen Jem. Ihr Leben ist zum Scheitern verurteilt, sie musste ihr halbes Leben mit ansehen, wie ihre Mutter sich selbst umbringt. Jems Mutter zog die Drogen ihrer eigenen Tochter vor, sodass Jem schon früh auf sich alleingestellt war. 'Numbers' verdeutlicht, wie wichtig das Aufwachsen in einer stabilen Familie ist, wie sehr ein Kind auf die Liebe und Verantwortung seiner Eltern angewiesen ist. Ist ein Kind, so wie Jem es war, umgeben von einer gewaltvollen, kriminellen und Drogen beherrschenden Welt, so ist es nur natürlich, dass die Entwicklung des Kindes niemals normal verlaufen kann. Dieser Meinung ist auch Jems Lehrer, der von Anfang an klarstellt, dass die Schüler seiner Klasse niemals eine Universität von innen sehen werden, geschweige denn überhaupt einen Beruf erlernen werden. Im Laufe der Geschichte wird Jems Schmerz, ihre Einsamkeit und Verzweiflung immer deutlicher, sodass sie zu einer bemitleidenswerten Figur wird, die trotz ihrer Not stets versucht das Beste aus ihrem Leben zu machen. Durch ihre Gabe und der von ihr selbst auferlegten Abkapselung zu ihren Mitmenschen wird sie zu einer toughen Jugendlichen, die ihr Herz auf der Zunge trägt. Erst durch das gemeinsame Leben mit Spinne lernt sie, wie wichtig es ist einen Menschen zu haben, dem sie ihr Herz ausschütten kann, der ihr in der Not beisteht und mit dem auch schöne Momente des Lebens teilen kann. Der Leser kann mitverfolgen, wie sehr Spinnes Persönlichkeit sich auf die Entwicklung Jems auswirkt, sodass Jem zu einer verantwortungsvollen, jungen Erwachsenen heranwächst. Sie zeigt dem Leser, dass es sehr wohl möglich ist, dass man mit dem richtigen Willen, viel Anstrengung und trotz niederschmetternder Rückschläge ein neues Leben beginnen kann.

Negativ zu bemerken ist, dass gerade am Anfang der Schreibstil der Autorin etwas gewöhnungsbedürftig ist. In der ersten Hälfte des Romans wird der Leser direkt von Jem angesprochen, was auf der einen Seite zeigt, dass Rachel Ward den Leser mit ihrer Geschichte berühren will, sodass eine Beziehung zwischen ihm und Jem entsteht. Auf der anderen Seite war diese Anrede etwas plump und kann das ein oder andere Mal die nachdenkliche Atmosphäre des Buches erheblich stören. Außerdem war die Geschichte anfangs etwas langwierig, es fehlte dem Buch an Spannung, was anhand der Thematik und des Klappentextes so nicht zu erwarten war.

Fazit: 'Numbers' ist ein äußerst nachdenklicher und dramatischer Roman, der oft sehr tiefgründig ist. Gerade in puncto Spannung wäre die Geschichte noch ausbaufähig gewesen.


Dieses Buch fand seinen Weg als Leihgabe in meine Hände wofür ich nochmals ganz lieb danken möchte.

Buchklappentext:

Augen, so heißt es, sind das Fenster zur Seele. Doch wenn Jem in fremde Augen blickt, sieht sie eine Zahl. Und die ist unauslöschlich. Denn die Zahl ist ein Datum. Der Tag, an dem ihr Gegenüber sterben wird.

Diese Gewissheit hat Jem seit dem Tod ihrer Mutter. Deshalb meidet sie Menschen. Ist am liebsten allein. Bis sie Spinne kennenlernt - und mit ihm das Leben. Jem ist glücklich, zum ersten Mal. Doch als die beiden zum Riesenrad, dem London Eye fahren, passiert es - um sie herum haben alle dieselbe Zahl. Jem weiß: Etwas Furchtbares wird passieren. Heute. Hier. Fluchtartig verlassen Spinne und sie das Gelände. Und lösen damit eine Kettenreaktion aus. Spinne und Jem werden zu Gejagten. Von der Polizei, den Medien, den Menschen. Und Spinnes Todestag rückt näher und näher ...

Mein Fazit:

Schon der Buchtext lässt wohl Wünsche jedes Menschen raus, einmal die Zukunft vorhersagen zu können. Doch wäre dies tatsächlich möglich, so würde es relativ schnell auch zum Fluch. So ergeht es auch Jem, die anfangs gar nicht weiss, was diese Daten bedeuten. Erst der tragische Tod ihrer Mutter öffnet ihr die Augen. Fortan muss sie mit dieser Gabe leben.

Doch nicht nur ihre Gabe wird sehr liebevoll im Buch beschrieben, auch ihre jugendliche Art kommt toll heraus. Die Streitereien, die Jugendliche oftmals mit Eltern, Lehrern oder anderen Erwachsenen haben, das Gefühl, nirgends hinzugehören und auch die erste Liebe kommen nicht zu kurz. Gemeinsam mit ihrem Kumpel Spinne haut sie von Zuhause ab, das ihrer Meinung nach kein Zuhause ist. Sie legen viele Kilometer zu Fuss zurück, kämpfen sich durch den Alltag von herumziehenden Vagabunden und kommen sich dabei immer näher. Jem, die eigentlich keine Nähe anderer Personen mag, genießt es plötzlich in Spinnes Armen zu liegen. Doch nach dem Unglück in London ist nichts mehr wie zuvor. Plötzlich müssen sie beide fliehen, doch die Polizei ist hinter ihnen her.

Etwas verwundert hat mich, dass Jem nie einen der Menschen, dessen Zahl sie gesehen hat, zu retten um festzustellen, ob das Schicksal änderbar ist. So bleibt ihr nur der furchtbare Gedanke an Spinnes Datum.

Das Buch ist aus Jems Sicht geschrieben, was sicherlich etwas ungewöhnlich ist. Und auch die vielen doch jugendlichen Aussprüche sind nicht störend, könnten bei jüngeren Lesern aber doch unpassend sein. Ich würde dieses Buch nicht für zu junge Leser empfehlen.

Gruß
Mandylein
http://www.mandythoss.de/buchblog


Jem ist nicht wie andere Mädchen in ihrem Alter, denn sie besetzt eine besondere Gabe: Wenn sie Menschen anschaut, "sieht" sie in ihren Augen ihr Todesdatum, auf den Tag genau. Als sie drei Jahre ist, passiert es zum ersten Mal, sie sieht das Todesdatum ihrer Mutter. Doch dass sie übersinnlich begabt ist, geht ihr erst vier Jahre später auf, als ihre Mutter wirklich an genau diesem Datum stirbt und sie damit zur Vollwaise wird. Weil sie mit dieser Gaben leben muss, zieht sie sich völlig in sich zurück und meidet den Kontakt zu anderen Menschen.
Doch ein Mitschüler, genannt Spinne, drängt ihr seine Gesellschaft quasi auf, als sie sich an ihrem Lieblingsspielplatz treffen. Auch seinen Todeszeitpunkt kennt sie: Er wird nur noch ca. 3 Monate leben. Sie kann und will keine an sich heranlassen, den sie sowieso nur wieder verlieren wird. Weil sie aber sowas wie Sympathie für Spinne zu entwickeln scheint, macht sie sich echt Sorgen und hakt nach, denn sie vermutet, dass er vielleicht Drogen nehmen könnte. Dann geschieht etwas unerwartetes, als sie zum London Eye fahren. Jem sieht plötzlich in allen Augen die selbe Zahl. Jem gerät in Panik und flieht mit Spinne. Nur leider ist das ein wenig auffällig, direkt vor so einer großen Katastrophe mit zig Toten davon zu laufen und sie werden fortan von der Polizei verfolgt. Keine ungefährliche Sache so ganz alleine. Wie wird es letzten Endes ausgehen? Stellen sich die beiden und kann Spinne gerettet werden? Oder gewinnen die Zahlen am Ende doch?

Die Autorin bietet eine super-spannende Lektüre, von der mal einfach nicht die Finger lassen kann. Ein Jugendroman mit übersinnlich-fantastischem Einschlag, eine junge Liebe, die von Anfang an schlechte Karten hat, ein Mädchen, das scheinbar die Last der Welt auf ihren Schultern trägt. Und eine Ende, dass durchaus eine kleine Überraschung bereicht hält ;-) Respekt! Und Hut ab vor diesem gelungen Debut!


„Numbers“ von Rachel Ward ist ein besonderes Jugendbuch. Es fesselt von der ersten Seite an. Die Hauptprotagonistin Jem besitzt eine besondere Gabe. Wenn sie in die Augen der Menschen sieht, dann kann sie deren Todesdatum sehen. Bisher konnte sie mit niemanden darüber reden. Das ändert sich erst als sie Spinne und dessen Oma kennen lernt. Die Oma von Spinne erkennt die Aura um Jem und ahnt, dass sie eine spezielle Fähigkeit besitzt, auch wenn Jem es ist nicht zugeben möchte.
Das Leben war bisher nie leicht für Jem. Sie hat ihre Mutter an Drogen verloren und lebt seitdem immer nur in Pflegefamilien. Karen, ihre Pflegemutter, hat es nicht immer leicht mit Jem. Jem ist ein rebellierender, wilder Teenager, der sich nichts und niemandem anvertraut. Ihr Mitschüler Spinne weckt bei Jem ein gewisses Interesse. Sie sieht, dass er nur noch weniger Wochen zu leben hat und irgendwie tut es ihr leid, denn sie fühlt sich von ihm angezogen.

Als es in der Schule zu Schwierigkeiten kommt, werden Spinne und Jem vom Unterricht suspendiert und verbringen die Stunden auf den Straßen Londons. Beide wollen mit dem London Eye fahren, jedoch überkommt Jem plötzlich eine Panik als sie die Todeszahlen der Menschen am London Eye sieht. Alle haben die gleiche Zahl. Obwohl Spinne nicht gehen möchte, zwingt Jem ihn dazu und beide rennen so schnell wie möglich weg. Sie wollen nur noch weg von diesem Ort. Wenige Minuten später sehen beide das London Eye explodieren. Ab diesem Zeitpunkt werden Jem und Spinne von der Polizei gesucht.

Jem und Spinne machen sich auf den Weg ans Meer, wo Spinne den schönsten Tag seines bisherigen Lebens verbracht hat. Ferner versucht Jem das Todesdatum von Spinne zu ändern. Sie hat ihn gern und möchte nicht, dass er schon in wenigen Tagen sterben muss. Was beide nicht wissen: Die Polizei sucht sie als Zeugen und nicht als Täter.

Auf ihrem Weg dorthin lernen beide viele Menschen kennen. Vor allem lernt Jem, dass sie anderen Menschen vertrauen kann, wenn sie sich nur darauf einlässt. Nicht alle Menschen sind gemein und wollen ihr etwas Böses. Zuletzt findet sie auch Zuflucht in einer Kirche.

Bei „Numbers“ von Rachel Ward handelt es sich um einen emotionalen Roman, der zum Nachdenken anregt. Als Leser kann man sich sehr gut in Jem hineinversetzen und verstehen, warum sie so fühlt wie sie fühlt. Sie musste schon soviel Leid in ihrem jungen Alter erfahren und trägt die Bürde dieser besonderen Gabe. Durch all diese Erfahrungen schottet sie sich von den Menschen ab und lässt diese nicht an ihrem Leben teilnehmen. Jedoch ändert das Auftreten von Spinne alles. Jem lernt, was es heißt, jemandem zu vertrauen und zu lieben. Ein sehr zu empfehlender Roman!


Klappentext:
Numbers von Rachel Ward
Augen, so heißt es, sind das Fenster zur Seele,
Doch wenn Jem in fremde Augen blickt,
sieht sie eine Zahl. Und die ist unauslöschlich.
Denn die Zahl ist ein Datum. Der Tag, an dem
Ihr Gegenüber sterben wird.
Atemlos, emotional, philosophisch
Debütautorin Rachel Ward sollte man unbedingt im Auge behalten.
Von direktem Blickkontakt ist allerdings abzuraten
-The Guardian

Zum Inhalt des Buches:

Jem ist fünfzehn und eins von den schwierigen Kindern. Sie wird von einer Pflegefamilie zur nächsten geschickt. Sie hat eine besondere Gabe, die zugleich Segen als auch Fluch, denn sie sieht besondere Zahlen, diese Zahlen sind die Todeszahlen eines Anderen, die sie sieht, wenn sie demjenigen in die Augen sieht. Diese bringen sie durcheinander, deshalb vermeidet sie jeden unnötigen Kontakt mit Anderen und ist daher ein Einzelgänger. Doch sie lernt Spinne kennen, mit dem sie sich zunächst nicht befreunden will, weil sie weiß, dass er in drei Monaten sterben wird. Doch langsam, langsam entwickelt sich eine besondere Beziehung zwischen den Beiden und Jem versucht mit Allen Mitteln seinen Tod zu vermeiden. Als sie jedoch an einem Tag am London Eye sind, bemerkt Jem, dass alle Menschen dort dieselbe Zahl haben. Ein Gefühl sagt ihr, dass etwas Schlimmes passieren wird und so flieht sie mit Spinne. Kurz darauf explodiert das London Eye. Und nun sucht die Polizei nach ihnen, denn sie vermuten, dass Jem und Spinne dafür verantwortlich sind. Jem und Spinne versuchen zu fliehen und auf ihrem kleinen Abenteuer freunden sie sich noch mehr an…

Meine Meinung:
Das Buch hat etwas an sich. Die Idee ist völlig neu und mit keiner Anderen zu vergleichen.
Man kann sich sehr gut in Jem oder auch in die Anderen hineinversetzen, man fühlt mit ihnen.
Mal ist man hin und her gerissen, mal todtraurig oder völlig glücklich. In dem Buch wird sich hauptsächlich mit dem Thema Tod befasst, er ist unausweichlich und dennoch sollte man jeden einzelnen Tag vollends genießen. Jem sieht das Todesdatum jeden Menschen in seinen Augen, wäre es Richtig es den Anderen zu erzählen oder es lieber geheim zu halten, denn ohne sie hätten sie es auch nicht gewusst. Andererseits jedoch, wenn jemand sich mit seinem Leben nur quält und nur darauf wartet zu sterben und endlich die Gewissheit haben will, wäre es dann nicht falsch ihm die Wahrheit zu verschweigen?
Was mich aber total verwirrt hat, war dass, das Spinne ein dunkelhäutiger Junge ist, ich hatte mir zunächst mal ein ganz anderes Bild von ihm aufgebaut und in dem Moment war dieses Bild wieder weg und ich musste mir eines nochmal ganz von vorne aufbauen.
Der Sprachstil gefällt mir ebenfalls überhaupt nicht, auch wenn man weiß, dass sehr viele Jugendliche so reden, es passt auch ab und zu und ist unausdenklich , aber es nervt mit der Zeit. Es ist einfach viel zu einfach gehalten, mit der Zeit hat man dann auch keine Lust mehr und das Einzige, was einem davon abhält aufzuhören ist halt die Situation im Buch, die von der Idee und nicht dem Sprachstil
Gestützt ist. Ich will jetzt nicht sagen, dass es jeder so denkt, meine Freundin jedoch fand diesen einfachen Sprachstil sehr ansprechend, das heißt also, dass es auf den Leser ankommt.
Das Ende hat mir ebenfalls nicht gefallen…
Es wäre „besser“ gewesen, wenn sie einen Weg gefunden hätten, Spinne zu helfen und , dass das heißt , das es „Schicksal“ ist wann ein Mensch stirbt und dass er sein eigenes Schicksal selbst in die Hand nehmen kann und es verändern darf. So müsste Jem sich nicht mehr so im Bezug auf Kontakt zu den Menschen zurückhalten und könnte ein vielleicht ein „besseres oder glücklicheres“ Leben führen. Ich meine ja nur, das wäre vielleicht ein Vorschlag…
Alles in Allem war das Buch aber gut, man könnte es weiter empfehlen, es ist jedoch nicht zweifellos das beste Buch , dass ich gelesen habe, das trifft vielleicht auf manche einen Anderen nicht zu.

Details:
Titel: Numbers - Den Tod im Blick
Autorin: Rachel Ward
Broschiert: 362 Seiten
Chicken House Verlag
Preis: 13,95 Euro
ISBN: 978-3-551-52007-4
Altersempfehlung: ab 13/14


Klappentext:
Augen, so heißt es, sind das Fenster zur Seele.
Doch wenn Jem in fremde Augen blickt, sieht sie eine Zahl. Und die ist unauslöschlich.
Denn die Zahl ist ein Datum. Der Tag, an dem ihr Gegenüber sterben wird.

Inhalt:
Die fünfzehnjährige Jem ist etwas anders als ihre Mitschüler - allesamt ''Problemkinder''. Vom Schulschwänzer bis zum Kleinkriminellen ist in Jems Klasse jede Variation vorhanden. Aber mit diesen Mitschülern will Jem lieber nichts zu tun haben, denn sie meidet Menschen grundsätzlich. Schon als Kind bemerkte sie, dass sie Dinge sah, die andere nicht sehen konnten. Zahlen. Blickte sie jemandem in die Augen, sah sie schon seine Zahl vor sich, wie die ihrer Mutter: 10102002
Aber die schreckliche Bedeutung dieser Nummer erkennt Jem erst an dem Morgen, an dem sie ihre an einer Überdosis Drogen gestorbene Mutter tot im Bett findet. Datum des Todes: 10.10.2002, schreibt später ein Mann von der Polizei in ein Formular.
Von da an weiß Jem Bescheid: Sie kann sehen, wann ihr Gegenüber sterben wird. Dieses Wissen wird bald ihr bestgehütetes Geheimnis, und um den Zahlen zu entgehen kapselt sie sich vollkommen ab und vermeidet jeden Kontakt zu anderen. Ihre Pflegefamilien wechselt sie im Flug, immer ist sie zu ''schwierig''. Keine scheint das zukunftslose Mädchen zu verstehen, weder Mitschüler noch Pflegeeltern oder gar ihr Klassenleher, nur Nuller genannt, der immer wieder Versuche unternimmt zu der Jugendlichen durchzudringen.
Plötzlich aber nähert sich der große, immer von müffelndem Geruch begleitete Spinne vorsichtig der verschlossenen Jem und sie beginnt, ihn langsam aber sicher in ihr Herz zu schließen. Sie werden Freunde, Jem und Spinne, Spinner, der bald sterben muss: 15.12.2010.
Als sie eines Tages einen Ausflug zum London Eye unternehmen, geschieht das Schockierende: alle um sie herum haben dieselbe Zahl. Jem weiß genau, dass etwas schreckliches passieren wird, und sie und Spinne rennen nur noch so weit sie können. Kurze Zeit später explodiert eine Bombe auf dem Riesenrad. Der Terroranschlag fordert viele Tote und Verletzte und Jem und Spinne sind plötzlich sie Hauptverdächtigen, haben sie sich doch kurz vor dem Unglück aus dem Staub gemacht. Und überhaupt, man weiß ja wie diese heruntergekommenen Kids sind! - So zumindest denkt die Polizei.
Ein Verfolgungsjagd beginnt und Jem und Spinne müssen sich einiges einfallen lassen, um der Macht des Gesetztes zu entkommen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn Spinnes Tod rückt unerbittlich näher...

Meine Meinung:
Die Leseprobe hatte es mir wirklich angetan und ich machte mich auf eine furiose, spannende Geschichte bereit, bei der einem der Atem stockt. Die Idee ist klasse, so noch nie da gewesen und daher so verlockend. Meine Erwartungen wurden allesdings nur zum Teil erfüllt.
Man wollte unbedingt wissen, wie Jem mit ihrer Gabe weiterlebt und ob sie doch noch den Sprung in ein normales Leben schaffen wird. Die Charakterdarstellung ihrer Person ist der Autorin sehr gut gelungen. Man konnte ihre Handlungen nachvollziehen und miterleben, was auch durch die direkte Erzählperspektive noch verstärkt wurde.
Auch Spinne war ein hochinteressantes Element des Buches, von Anfang an war die Neugier des Lesers geweckt, wie es mit den beiden wohl weitergeht. Bleiben sie sich fremd, befreunden sie sich, verlieben sie sich vielleicht? Das Ende fand ich daher gänzlich unpassend. Mir hat es überhaupt nicht gefallen, schließlich lag der Fokus während der Geschichte so sehr auf den beiden.. Hm. Es wirkte so, als hätte die Autorin verzweifelt versucht, der Geschichte eine überraschende Wendung zu geben.
Ein weiteres Aber war die Spannung: Klar, sie war vorhanden, und am Anfang wurde man auch noch mehr oder weniger mitgerissen. Dann aber war von nichts anderem als der Flucht die Rede, und die wirkte manchmal eher wie ein Spaziergang, dann plötzlich wieder völlig schnell und überstürzt. Auch tauchten ständig irgendwelche Baumgruppen, Zäune oder andere Hindernisse auf, dabei befanden sich die Teenager doch auf weitem Feld.
Der größte Kritikpunkt liegt allerdings bei dem Schreibstil der Autorin. Anfangs war ich bereits etwas skeptisch, aber ich wollte mich auf die Geschichte einlassen. Schließlich passte der umgangssprachliche Ton gut zu Jem. Doch zu viel ist zu viel! Wenn ich Passagen lese wie Es dauerte ungefähr fünf Minuten - zu so einer Maisonettewohnung an der Vorderseite der Parksiedlung. Die Wohnung lag in der Mitte einer Reihenhaussiedlung, im Erdgeschoss, mit einem kleinen Garten davor. Der Garten war nichts Besonderes, bisschen Gras, paar Blumen und so, aber der Hammer waren all diese kleinen Figuren: Zwerge, Tiere. mag das ja manchmal ganz passend, vielleicht sogar witzig sein, aber das362 Seiten lang?! Am Ende nervt es nur noch.
Alles in allem haben die Charaktere und vor allem die Idee einiges vorgelegt, was der Schreibstil (oder auch die Übersetzung) in ein schlechtes Licht getaucht haben. Ich hätte mehr erwartet.

Details:
Titel: Numbers - Den Tod im Blick
Autorin: Rachel Ward
Broschiert: 362 Seiten
Chickenhouse Verlag
Preis: 13,95 Euro
ISBN: 978-3-551-52007-4
Altersempfehlung: ab 14


Inhalt:
Jem hat eine furchtbare Gabe. Wenn sie einem Menschen in die Augen blickt, sieht sie das Datum seines Todes. Deshalb meidet sie Menschen und ist am liebsten allein. Bis zu dem Tag, an dem sie Spinne trifft. Die Freundschaft zu ihm macht sie beinahe glücklich. Eigentlich wollte sie sich gar nicht weiter mit ihm einlassen, denn sie sieht, dass er hat nur noch kurze Zeit zu leben hat. Als Spinne und sie eines Tages zum London Eye fahren, sieht Jem, dass alle Menschen um sie herum die gleiche Zahl haben - etwas Furchtbares muss hier und heute passieren! Jem und Spinne flüchten und kurz darauf fliegt das Riesenrad in die Luft. Jem und Spinne werden zu Gejagten von der Polizei, von Menschen und den Medien.

Eigene Meinung:
Rachel Wards Roman "Numbers" überzeugt vor allem durch seine realistischen Charaktere. Jem und Spinne sind normale Teenager, mit denen es das Leben nicht gut gemeint hat: Jems Mutter starb an einer Überdosis Drogen, seitdem wächst sie bei wechselnden Pflegeeltern auf. Spinne wurde von seiner Großmutter aufgezogen und finanziert sein Leben durch illegale Geschäfte wie Drogenhandel und Autodiebstahl. Jems großzügiger Umgang mit Schimpfwörtern, Spinnes nachlässiger Umgang mit seiner Körperpflege und das soziale Umfeld der beiden machen sie zu Anfang des Buches nicht zu Sympathieträgern.
Die Sprache des Buches ist authentisch jugendlich, vor allem in den Dialogen zwischen Jem und Spinne. Als Erwachsener kann einen die Umgangssprache mit ihrer Rotzigkeit und Ruppigkeit fast nerven. Man merkt dem Wortschatz der beiden an, aus welcher Gesellschaftsschicht sie stammen. Die Geschichte fängt spannend und durch Jems furchtbare Gabe auch sehr mysteriös an. Eine Gabe, die sie an den Rand der Gesellschaft drängt, weil sie den Umgang mit Menschen meidet. Jem hat insbesondere keinen Bezug zu Kindern, denn gerade bei ihnen findet sie es erschreckend die Zahlen lesen zu müssen - abgestempelt zum Tod bereits am Tag der Geburt . Neue Bekanntschaften werden bei Jem immer durch den ersten Augenkontakt bestimmt: frühes Todesdatum - ein Unfall, eine Krankheit? Oder die beruhigende Gewissheit, dass das Gegenüber noch ein langes Leben vor sich hat.
Bis Jem durch ihre kurze, aber intensive Freundschaft zu Spinne lernt, dass sie ihr Leben nicht von dem Wissen um die Todesdaten ihrer Mitmenschen bestimmen lassen darf und keine Schuld an deren Tod trägt, nur weil sie deren Zahl sehen kann. Jems positive Erfahrungen auf ihrer Flucht mit wahren Freundschaften und ihrer ersten Liebe bilden einen schönen Kontrast zu den Kernproblemen ihres "früheren" Lebens wie das Aufwachsen als Waisenkind und dem Drogenkonsum ihrer verstorbenen Mutter. Es ist ein langer Weg für Jem, bis sie lernt sich ihren Mitmenschen für Freundschaften und Liebe zu öffnen.
Stellenweise fand ich die Handlung etwas langatmig, weil fast nur von der Flucht Jems und Spinnes vor ihren Verfolgern erzählt wurde, trotzdem hatte ich das Buch innerhalb kürzester Zeit gelesen, weil die Sprache sehr einfach gehalten ist und der Stil flüssig. Durch die direkte Erzählperspektive aus Jems Sicht wird überdies ein richtiger Sog auf den Leser ausgeübt. Außerdem wollte ich unbedingt wissen, ob Spinnes Todesdatum entgegen allen Vernunftdenken doch abgewendet werden kann oder mit welchen überraschenden Wendungen die Autorin sonst aufwartet. Der Schluss, mit dem ich so nicht gerechnet hätte, hat das Buch dann für mich trotz einiger Längen noch zu einem überraschenden Lesegenuss werden lassen, dem ich ansonsten vielleicht nur eine durchschnittliche 3-Sterne-Bewertung gegeben hätte. Mehr kann ich dazu leider nicht verraten, denn dieses unerwartete Ende ist DER Knaller, ein Überraschungsmoment, den man nur ein einziges Mal erleben kann!

Fazit:
Sprachlich zielt dieses Buch eindeutig auf das empfohlene Lesealter ab. Dennoch ein kurzweiliger Lesegenuss, mit einer außergewöhnlichen Thematik, zwei Antihelden und einer ungewöhnlichen Auflösung am Ende! Bis auf den fantastischen Hintergrund von Jems "Fluch" ist "Numbers" ein sehr realitätsbezogener Jugendroman.


Jem sieht den Tag wann eine Person sterben wird, wenn sie in die Augen von einer Person guckt. Es ist eine besondere Gabe, mit der sie allerdings noch nicht so richtig umgehen kann. Sie geht allen Menschen aus dem Weg. Begriffen hat sie das erste Mal was die Zahl bedeutet, als ihre Mutter an diesem Tag starb.
Das Buch ist wunderschön geschrieben. Die Geschichte zeigt sehr deutlich wie Jem durch die Liebe aufblüht. Wie sie sich öffnet, und was dadurch noch alles passiert. Ich hab beim Lesen teils gelacht, teils aber auch geweint. Es ist auf jeden Fall ein Buch, was die Bedeutung von manchen Dingen zeigt. Und vorallem wie wichtig doch die kleinen Dinge des Lebens auch sind.

Es ist auf jeden Fall ein Buch, was ich weiterempfehlen werde.


Numbers von Rachel Ward

Augen, so heißt es, sind das Fenster zur Seele,

Doch wenn Jem in fremde Augen blickt,

sieht sie eine Zahl. Und die ist unauslöschlich.

Denn die Zahl ist ein Datum. Der Tag, an dem

Ihr Gegenüber sterben wird.

Atemlos, emotional, philosophisch

Debütautorin Rachel Ward sollte man unbedingt im Auge behalten.

Von direktem Blickkontakt ist allerdings abzuraten

-The Guardian

So das war der Klappentext und jetzt kommt

Meine Kritik

Rachel Ward, eine großartige Schriftstellerin, kann mit ihrem 362-seitigen

englischen Roman „Numbers Den Tod im Blick“ eine Menge Jugendliche und Erwachsene überzeugen. Sie schafft es so aus der Ich-Perspektive des Mädchens zu schreiben, dass das Todesdatum anderer sieht, nur ihr eigenes nicht, als würde es Jem wirklich geben und die Geschichte wahr sein. Dabei drückt sie besonders gut die Jugendsprache aus, die wie wir wissen, nicht immer einfach für die Erwachsenen zu verstehen und zu schreiben ist!

Die Steigerung der schrecklichen Dinge wird dem Leser sehr detailliert und rührend nahe gebracht. Diesem Buch fehlt einfach nichts, es ist spannend, dramatisch, ein bisschen traurig, so wie lustig, ergreifend, aggressiv und anders. Ja, ich finde, es ist nicht wie jedes beliebige Buch, es ist auf seine eigene, seltsame Art anders. Doch genau das sollte euch inspirieren es zu lesen ! Zum Beispiel werden die Personen so wie sie sind geschildert und erscheinen nicht zu perfekt, sondern alltäglich. Spinne, mit dem Jem sich im Laufe des Romans anfreundet, wird oft mit schlechtem Körpergeruch beschrieben und Jem schneidet sich alle Haare ab, sodass sie nachher eine Glatze hat. Die Autorin spielt mit Äußerlichkeiten, damit die Leser die Hauptpersonen für ihren Charakter und ihre Geschichte mögen. Das finde ich wirklich gut, denn dabei sollte einem klar werden, wie oft Menschen vom Äußeren auf das Innere schließen und dass das nicht unbedingt immer richtig ist. Das Buch hat also auch viele versteckte, philosophische Weisheiten. Es regt die Leute auch an über den Tod nachzudenken, was ebenfalls wichtig ist, denn wer denkt wohl so oft an den Tod wie Jem? Außerdem erzählt Rachel Ward von Armut und Wünschen, wie Freunde zu haben oder an einen bestimmten Ort zu reisen. Ich wette du wirst überrascht sein, wenn du das Buch liest, denn du kannst dir nicht vorstellen, wie es wirklich ist. Also fang an und lies!!!

Noch ein paar Infos!

Numbers Den Tod im Blick,

Autorin: Rachel Ward

Übersetzer: Aus dem Englischen von Uwe-Michael Gutzschhan

Verlag: Ein Chicken House-Buch im Carlsen Verlag (www.chickenhouse.de)

Erschienen:2010 (gibt es schon zu kaufen!)

Originaltitel: Numbers

Über die Autorin

Rachel Ward 1964 geboren, wuchs in der Grafschaft Surrey südlich von London auf und studierte Geografie in Durham. Erst mit 40 Jahren widmete sie sich dem Schreiben. Auf Anhieb landete ihr Debüt „Numbers“ auf zahlreichen Nominierungslisten englischer Jugendbuchpreise. Rachel Ward lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Bath, England.

www.rachelwardbooks.com


Jem lebt in London. Von außen betrachtet, gehört sie zu den Kids, die keine Zukunft haben, sich damit abgefunden haben und sich nur für Drogen und Alkohol interessieren. Ihr Lehrer hat ihre Klasse schon aufgegeben. An sich hat sie schon ein Scheißleben. Doch das ist nicht alles. Jem ist kein normales Mädchen. Sie hat eine besondere Gabe, aber man sollte es eher einen Fluch nennen. Sie kennt das Todesdatum eines Menschen, sobald sie diesem ins Auge blickt. Aus diesem Grund ist sie Einzelgängerin. Keine Familie - ihre Mutter ist an einer Überdosis Heroin gestorben, als sie fünf war. Keine Freunde. sie lässt keinen an sich heran, nicht mal ihre Pflegemutter Karen. In ihrer Schule ist sie Außenseiterin.
Bis sie Spinne kennenlernt. Er geht in ihre Klasse, und nach einem Nachmittag am Flus, wo er ihr hinterherläuft, lässt er sie nicht mehr in Ruhe. So langsam findet sie sich damit ab, und öffnet sich ihm sogar ein wenig. Bis zu dem verhängnisvollen Nachmittag irgendwann im Dezember. Sie stehen am London Eye, und jeder, dem Jem in die Augen schaut, hat dasselbe Todesdatum. Jem weiß, dass etwas Schreckliches passieren wird, und haut mit Spinne ab. Minuten später fliegt das Riesenrad in die Luft. Ab da sind die beiden auf der Flucht, und nichts wird sein wie zuvor.

Die Story ist mal etwas ganz Anderes, und ich finde gut, dass die Hauptperson, Jem, nicht so jemand ist, denn man auf den ersten Blick liebt. Eigentlich gehören Jem und Spinne zu denjenigen, denen ich lieber nicht im Dunkeln begegen will. Und trotz ihres Verhaltens und ihrer Sprache hab ich sie ins Herz geschlossen. Das die beiden trotzdem versuchen, das beste aus ihrem Leben zu machen, finde ich echt gut.
Das Buch hat einige plötzliche Wendungen, dadurch verliert es seine Spannung nicht. Was mir nicht so gut gefallen hat, war der Schreibstil. Offensichtlich hat die Autorin versucht, im Stil einer 15-jährigen aus der Unterschicht zu schreiben - und das ist ihr leider zu gut gelungen. Ich hatte überhaupt kein Vergnügen daran, die ganze Zeit diese Sprache zu lesen, die ich selber so abstoßend finde. Kann ja sein, dass die Jugendlichen wirklich so reden, aber dass dann auch das, was nicht in der wörtlichen Rede steht, so geschrieben ist, ist einfach zu viel.
Das Ende war für mich so halb überraschend, einige Sachen hatte ich mir schon gedacht, einiges war aber echt nicht vorauszusehen.

Das Buch ist im Endeffekt recht gelungen, wenn man bereit ist, über die Sprache hinwegzusehen. Es hat mich total zum Nachdenken über Leben und Tod gebracht, und darüber, was ich an Jems Stelle tun würde - den Menschen ihren Todestag verraten oder es lieber für mich behalten und sie in Frieden weiterleben lassen?